Wien-Wahl von

Vassilakou warnt vor Stimme für SPÖ

"Niemand weiß, ob man am Ende nicht doch noch mit Rot-Blau aufwacht"

Maria Vassilakou © Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

Offiziell ist der Wiener Wahlkampf noch nicht eröffnet, dennoch verhärten sich die Fronten bereits. Im APA-Interview warnte die grüne Spitzenkandidatin Maria Vassilakou am Dienstag vor einer Stimme für die SPÖ: "Niemand weiß, ob er am Ende nicht doch noch mit Rot-Blau aufwacht". Denn derzeit sei unklar, wie lange Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) nach der Wahl noch im Amt bleiben werde.

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"Ich selbst mache mir keine Illusionen über die SPÖ und das sollte auch sonst niemand tun", betonte Vassilakou. Häupl habe bereits "viel zu oft" gesagt, dass er nicht die ganze Legislaturperiode bleiben werde, meinte die grüne Vizebürgermeisterin. Und in der Wiener SPÖ - derzeit Koalitionspartner der Grünen - orte sie eine "nennenswert große Gruppe", die sich eine rot-blaue Koalition vorstellen könne. Mit dieser Warnung will Vassilakou vor allem jene Wähler erreichen, die aufgrund der herrschenden Verunsicherung und dem "sogenannten Match zwischen Häupl und Strache" derzeit überlegen, doch SPÖ und nicht die Grünen zu wählen.

Wahl als Richtungsentscheidung

Denn nur eine Stimme für Grün bzw. ein gutes grünes Ergebnis sei die einzige Garantie dafür, dass Wien seinen Kurs als Stadt der Weltoffenheit, der Menschenrechte und der sozialen Sicherheit fortsetze, betonte die Grüne-Spitzenkandidatin. Die Wahl im Oktober sieht sie daher auch als Richtungsentscheidung. "Die Grünen sind die beste Antwort auf das, was derzeit politisch in Österreich passiert", erklärte sie. Was Rot-Blau bedeute, könne man u.a. derzeit im Burgenland mitverfolgen und Rot-Schwarz heißt für Vassilakou nicht nur Stillstand, sondern auch, "dass Strache gewonnen hat, er muss nur ein bisschen länger warten". Das Ziel der Grünen lautet daher: "Wachsen." 2010 konnten sie 12,64 Prozent der Stimmen für sich verbuchen - ein Ergebnis, das die Vizebürgermeisterin heute als "bescheiden" bezeichnete.

Auch wenn sich Vassilakou in den vergangenen Wochen immer wieder offensiv für eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition ausgesprochen hat, plakatieren will man diese Linie im Wahlkampf eher nicht. "Ich glaube nicht, dass wir das tun. Die Karten liegen ohnehin bereits auf dem Tisch." Zu den Themen des grünen Wählerwerbens hielt sich die Spitzenkandidatin generell noch eher bedeckt. Man werde sowohl Haltungen als auch "sehr konkrete" Inhalte und Vorschläge plakatieren, erklärte sie. "Der Wähler hat Klarheit verdient, bei mir herrscht Floskelverbot."

Wohnbau Thema im Wahlkampf

Den Wahlkampf 2010 hatten die Grünen unter anderem mit der Forderung nach der 100-Euro-Jahreskarte für die Wiener Linien bestritten. Heuer will man vor allem auch auf das Thema Wohnen setzen. Hier forderte Vassilakou - im Hinblick auf die vielen Fälle umstrittener Wohnungsvergaben - nicht nur strengere Regeln für hochrangige Funktionäre der Wohnbauträger (und ihrer Töchter), sondern zudem eine stabile Neubauleistung von 1.000 Gemeindewohnungen pro Jahr sowie eine Mietrechtsreform.

Die neueste Maßnahme von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ), langjährige Wiener auf der Warteliste vorzureihen, sieht Vassilakou "sehr kritisch": "Das wurde als Vorleistung bzw. vorauseilender Gehorsam in Richtung FPÖ verstanden." Entscheidend sollte alleine der Bedarf sein, nicht wie lange jemand bereits in Wien gemeldet sei, betonte sie.

Auch das Thema Asyl wird einen Platz bekommen. "Ich würde nicht ausschließen, dass das Thema Zusammenleben eine gehörige Rolle spielen wird", erklärte die Vizebürgermeisterin, die an dieser Stelle forderte, nicht nur 150 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, sondern so viele wie möglich in den Wiener Jugendschutz aufzunehmen. Abseits der geplanten Kampagnen könne sie das Thema Zuwanderung und Integration ohnehin nie gänzlich ausblenden: "Ich verkörpere dieses Thema auch. Ich denke, genau deshalb ist Strache so sehr darauf aus, mich politisch zu vernichten. Ich verkörpere nun einmal alles, was die FPÖ bekämpft und wovor sie sich fürchtet", so Vassilakou.

Grüne Hausbesuche und "Bädertour"

Sie rechne nicht zuletzt deshalb mit einem "zähen Wahlkampf". Die NEOS sieht die grüne Spitzenkandidatin dagegen weder als Bedrohung noch als potenzielle Partner: Denn aus den NEOS sei "die Luft draußen", die Unterschiede zwischen Grün und Pink hätten sich inzwischen als sehr groß und deutlich herausgestellt. Den Sommer will Vassilakou vor allem für Gespräche mit der Bevölkerung nutzen. Derzeit laufen nicht nur die Hausbesuche weiter - im September will man die 100.000-Marke knacken - sondern auch die grüne "Bädertour".

Kommentare

Praetorianer

wie kann man Grün verhindern? Wer rot wählt der wählt ja die grünen indirekt mit für Rot/Grün! 13% reichten den Grünen damit eine Kuh Vizebürgermeisterin wird, das war nicht der Wählerwille und trotzdem passiert. Wahnsinn wie sich die Kuh mit 13% im Rücken in Wien aufführt ..eine Partei der Verlierer hat das sagen bei wichtigen Themen
und verschwendet unsere Steuergelder

Die Angst geht um, was macht man danach, wenn die Nebengebühren und der Staatslohn nicht mehr da ist? IMan könnte auch Ampelvertreter werden...

ich glaub da is jemand FURCHTBAR nervös, weil er seine felle davonschwimmen sieht... gott lass es geschehen, das diese unfähige, grössenwahnsinnige politdarstellerin, die nichts kann ausser unser steuergeld verschwenden, endlich endlich verschwindet. möge sie doch bitte ihre ideen in griechenland verwirklichen

Rot und Grün gemischt ergibt doch Braun. Diese Schei... hatten wir lange genug. Da misch ich doch lieber Rot mit Blau und hab lila und ist doch gleich viel schöner an zu sehen. Die Grünen haben doch nur Angst wieder in der Versenkung zu verschwinden wo sie auch hingehören. Und wenn es zu Rot/Blau kommen sollte, dann haben wir wenigstens auch den Spritzweinmichl vom Hals.

giuseppeverdi melden

Na, Frau Vasilakuh, haben wir ein bisschen Angst, dass man vom Trog verdrängt werden könnte? Wissen Sie es ist völlig egal, ob Rot/Blau oder Schwarz/Blau, oder Rot/Grün am Trog sich um das "Futter" raufen. Der Trog bleibt immer der gleiche, nur die Schweine wechseln von Zeit zu Zeit!

christian95 melden

Und nur jene Schweine die sich noch keinen Platz am vollen Futtertrag erkämpft haben lärmen laut. Stehen sie einmal beim vollen Futtertrog schmatzen sie genüsslich und verdrängen jeden der auch dort hin will. Aber das hat mit Politik nichts zu tun.....

Oberon
Oberon melden

Hausbesuche machen sie, die Grünen. Schlecht muss es um diese Partei stehen, wenn das notwendig ist. Falls einer dieser Gestalten bei mir klopft, wird er genau so empfangen, wie die Zeugen J.

Weiter: "Die Grünen sind die beste Antwort auf das, was derzeit politisch in Ö passiert" Na ja,wenn man sich NICHTS erwartet, könnte das hinkommen. :-)
Dann noch: "Strengere Regeln für hochrangige......

Oberon
Oberon melden

Funktionäre der Wohnbauträger" (und ihrer Töchter). Was ist mit den Söhnen, oder soll gar eine Gesetzeslücke geschaffen werden?! Der Bruder vermietet seiner Schwester.... !

11223344 melden

hat die grüne irre angst dass sie aus dem nationalrat verschwindet? schwachsinn ist in der politik extrem verbreitet aber diese dame ist über drüber und gehört endlich weg. ist für nichts gut und wird es auch immer so sein

11223344 melden

ausserdem wohnungsvergabe, zuerst unsere jungen und die österreicher denn die haben in jeder hinsicht vorrang und nicht wer kommt und am lautesten schreit, beste kuh. und wer bitte soll entscheiden wie der bedarf ist??? das ist immer im auge des betrachters. so eine idiotische anschauung dieser ............

christian95 melden

Die Österreicher sind erwachsen und brauchen ihre Warnungen nicht Frau Vassilakou!
Die Grünen haben den ESM beschlossen und wie noch keine andere Partei sinnlose Steuergeldvernichtung betrieben: Ampelmännchen, FUZO, wasserlösliche Farbe auf Radwegen; Fußgänger- und Radfahrbeauftragte usw.
Wenn schon eine Warnung, dann KEINE Stimme für diese Grünen!

christian95 melden

Durch die Grüne Verkehrsverhinderungspolitik fahren weiterhin alle Gefahrenguttransport zu den Menschen in die Stadt statt außen vorbei. Kein einziges Stauproblem hat diese hochbezahlte Dame je gelöst, im Gegenteil. Sie hat nur neue Verkehrsstaus geschaffen. Mit Radwegen und FUZOS wird Wien bald im Mittelalter aufwachen. (Nur der Verkehr brachte und Wohlstand.)

christian95 melden

Wohin uns diese Verkehrsverhinderungspolitik der Grünen führt am Beispiel der Großglockner-Hochalpenstraße. Seit 83 Jahren fahren dort jedes Jahr bis auf knapp 2.600 Meter zig. 1.000e Autos. Ist deswegen die sensible Bergwelt mehr "kaputt" wie an jenen Orten wo keine Straße hin führt? Heute undenkbar mit den Grünen so etwas zu bauen!

christian95 melden

Jeder Mineralöltransport (Benzin, Diesel aber auch Heizöl) Richtung Süden muss aus der Lobau über die Tangente fahren. Auch sämtliche internationale Gefahrenguttransporte, auch der gesamte Transit wird, dank dieser Politik, in die Stadt zu den Menschen geführt. ...

RobOtter
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Alle Spottern zum Trotz sage ich: Städte-Ranking - Wien weiter auf Platz eins.
Die Nörgler sollen mir doch bitte eine Stadt nennen die nachgewiesen lebenswerter ist!
http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/1564642/StaedteRanking_Wien-weiter-auf-Platz-eins
http://www.focus.de/immobilien/kaufen/tid-11601/staedteranking-die-lebenswerteste-stadt-der-welt_aid_327574.html

RobOtter
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http://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/staedte-ranking-wo-das-leben-lebenswert-ist/150/4562/285771
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/mercer-studie-zur-lebensqualitaet-in-deutschen-grossstaedten-laesst-es-sich-gut-leben-13464273.html
http://monocle.com/film/affairs/the-monocle-quality-of-life-survey-2015/

Aussyrien
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Ob Rot - Blau nicht besser als "griechische Verhältnisse" sind kann jeder selbst entscheiden.

giuseppeverdi melden

Das ist doch klar, dass sich ein TRAISKIRCHNER wie RobOtter ihn darstellt, sich in Wien noch immer wohl fühlen wird. Denn wer in Traiskirchen leben muss, der fühlt sich in den Slums von Islamabad auch noch wohl. Da muss einem ja Wien wie das Paradies vorkommen. Selbst in den Ausländervierteln!

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