Wien von

Strache will nur als
Nummer 1 regieren

Auf dem Landesparteitag wurde der Parteichef mit über 99 Prozent bestätigt

Strache am Parteitag. © Bild: APA/Herbert P. Oczeret

Der 34. Landesparteitag der Wiener Freiheitlichen am Sonntag stand ganz im Zeichen der Wien-Wahl im kommenden Jahr. Der mit großer Mehrheit wiedergewählte Landesparteiobmann Heinz-Christian Strache schwor sich und die Delegierten auf den Wahlkampf ein – denn 30 bis 40 Prozent hält er für durchaus möglich. Regieren will er aber nur, wenn die FPÖ die stärkste Kraft wird.

99,23 Prozent der Delegierten - und damit einen Hauch mehr als 2012 - konnte Strache von sich überzeugen. Gemeinsam wolle man das historisch beste Ergebnis für die Wiener FPÖ erreichen und die rot-grüne Stadtregierung "überwinden", betonte der Landesparteiobmann. Werde man Nummer Eins in Wien, wolle man der Sozialdemokratie natürlich die Hand reichen, als Juniorpartner sehe man sich allerdings nicht: "Wir haben schon in der Vergangenheit erlebt, wie es ist, wenn man aus der Position der Schwäche in eine Verantwortung geht."

Strache am Parteitag.
© APA/Herbert P. Oczeret Deutliches Eregbnis für den Landeschef der Freiheitlichen.

Jedenfalls sei es höchste Zeit für einen "Richtungswechsel" und einen "Wandel" in der Stadt Wien, betonte der FP-Chef mehrfach. Bei einem Wahlerfolg bestehe die Möglichkeit, die Ausgrenzung zu beenden und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) in Pension bzw. auf die Mariahilfer Straße zum Spazieren zu schicken und Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) demokratiepolitisch mit einem "nassen Fetzen" zu verjagen. Er sei jedenfalls bereit, als Bürgermeisterkandidat ins Rennen zu gehen, wenn die Basis das wünsche. Diese antwortete mit minutenlangen Standing Ovations.

Rundumschlag

Gemeinsam mit dem Wiener Klubobmann Johann Gudenus unternahm Strache zusätzlich eine Tour de Force durch alle tagespolitisch relevanten Themen der vergangenen vier Jahre: Der Umbau der Mariahilfer Straße – und die vorhergehende Befragung – bekamen ebenso viel Kritik ab wie die "Schuldenpolitik" der Regierung, die "Rekordarbeitslosigkeit" oder die steigende Kriminalitätsrate. Beide kritisierten zudem, dass Häupl den FPÖ-Kandidaten Maximilian Krauss "rechtswidrig" nicht zum Vize-Stadtschulratspräsidenten ernannt habe.

Auch Einwanderung und Asylpolitik sowie Islamismus waren Hauptbestandteil beider Reden: Die Stadtregierung habe Wien mit Sozialleistungen für alle zu einem "Zuwanderungsmagneten" und einem "Weltasylamt" und damit auch zur Hauptstadt des Islamismus gemacht, erklärte Gudenus. Auch Strache warnte vor radikalen Salafisten in Wien und Österreich. Deshalb will die FPÖ künftig auch Kindergärten stärker kontrollieren: Religiöse Lehrinhalte, so heißt es in einem der angenommenen Anträge, sollen verstärkt evaluiert werden – um gefährlichen Strömungen zumindest "ein wenig" entgegenzuwirken.

Gudenus am Parteitag.
© APA/Herbert P. Oczeret Kein Mann für staatstragende Töne: Johann Gudenus.

Auch abseits dieser Thematik zeigte sich Strache durchaus reich an Plänen für das Bürgermeisteramt: Er wolle nicht nur den "rot-grünen Sumpf" trockenlegen, sondern etwa auch eine U-Bahnpolizei umsetzen. "Wir sind die Vertreter der Normalisten", meinte er etwa in Sachen Gender-Debatte.

Wenig Neues im Vorstand

Neben Straches Wiederwahl wurde auch der Landesparteivorstand der Wiener FPÖ gewählt: Neben Obmann Heinz-Christian Strache und seinen drei Stellvertretern, Klubobmann Johann Gudenus, der nicht amtsführenden Stadträtin Veronika Matiasek sowie Harald Stefan wurden Dagmar Belakowitsch-Jenewein, Martin Graf, Gerhard Haslinger, Dietrich Kops, Dietbert Kowarik, Dominik Nepp, Wolfgang Seidl und Harald Vilimsky gekürt. Dabei gab es einen Neuzugang: Haslinger ersetzt künftig Eduard Schock.

Wenig beeindruckt von Straches Vorstellungen und Bürgermeister-Ambitionen zeigte sich die Wiener SPÖ: Landesparteisekretär Georg Niedermühlbichler richtete der FPÖ per Aussendung aus, sie habe sich ohnehin bereits selbst disqualifiziert. Strache sah er bestenfalls als "Party-Bürgermeister von Ibiza" geeignet. Auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos schlug vor: "Bademeister von Ibiza statt Bürgermeister von Wien - das wäre die perfekte Alternative für Strache. Immerhin ist er dort fast so häufig anzutreffen wie in Wien."

Kommentare

ich hoffe, dass er gewinnt. österreich gehört ausgemisstet. nur er ist fähig solche aufräumungsarbeiten durchzuführen.

Sollte Strache tatsächlich Land gewinnen, dann haben sich das die anderen Parteien zuzuschreiben, denn Straches Erfolg ist der reziproke Wert der Leistungen der anderen.

Wieder wird was gelöscht ohne das es beleidigend ist. Aber Strache für dumm zu verkaufen das darf kommentiert werden. Welcher Redakteur hat hier wieder seine Finger im Spiel. Eine Schande.

Bananenbiager melden

Der Blödian
Die KELLER der Nazis sind nicht in Wien du Dolm da wirst nix gewinnen.
Aber Dummheit hat eben einen Namen HCSTRACHE

christian95 melden

Ob Häupl oder Strache.... ist völlig egal.
Grundsätzlich kann man sämtliche Bundesländer ersatzlos einsparen.

potpot melden

Ich wünsche mir, daß jeder Wähler vor der Wahl Herrn Straches politische Vergangenheit kennt - ist auf Wikipedia nachzulesen. Wenn er/sie ihn dann trotzdem noch wählen will - ok. Aber man sollte schon wissen, auf was man sich da einläßt. Aus Frust eine Fehlentscheidung zu treffen, die dann (vielleicht) noch größeren Schaden anrichtet, will sicher keiner - und ist vermeidbar.

christian95 melden

Die politische Vergangenheit? Wer kennt sie von Frau Bures?
Ein ehemaliger ÖGB Präsident als Sozialminister verhält sich alles andere als sozial; wer kann über die "Leistungen" von Mitterlehner berichte? (Mitterlehner ist doch sein gesamtes im Parteiapparat Leben "mitgeschwommen".

christian95 melden

Was unterscheidet uns von China oder Nordkorea?
Auch bei uns werden Politiker von vorher ausgewählten Parteimitglieder immer wieder mit knapp 100% gewählt.

eintiroler melden

@christian95
was uns von China oder Nordkorea unterscheidet?
Ganz einfach, dort hätten Sie schon lange Schreibeverbot bekommen, ganz einfach!

christian95 melden

Da unterscheidet uns wirklich nicht mehr viel!!!
Mit Schreibverbot könnte ich leben.
Das Volk der DDR hat sich von einem solchen System schon vor über 20 Jahren getrennt. So weit ist Österreich noch lange nicht.

Baguio melden

Strache's Existenz sind die Protestwähler, die Volkspartei überlässt die Arbeiter der rote Mafia . . . damit bleibt's beim Alten.

eintiroler melden

und das ist auch gut so!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Kritiker melden

Und dann kommt wieder die Rot-Grüne Katastrophe !!! Armes Wien

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