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Wien-Wahl: Privatsender verweigern
Ausstrahlung von FPÖ-Spots

Mehrere TV-Sender nahmen Werbung nicht an - Freiheitliche kritisieren Zensur

Kickl und Strache © Bild: APA/Georg Hochmuth

Die FPÖ ist bei mehreren privaten TV-Sendern mit Werbespots zur Wien-Wahl abgeblitzt. Vier 30-sekündige Werbe-Clips wurden von der ProSieben.Sat1-Puls 4-Gruppe sowie vom RTL-Werbezeitenvermarkter IP Österreich mit Verweis auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen abgelehnt. Der Privatsender ATV will hingegen alle Parteien gleich behandeln und sendet die FPÖ-Werbespots.

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Im Gegensatz zum öffentlich-rechtlichen ORF, dem Parteienwerbung laut ORF-Gesetz untersagt ist, dürfen Österreichs Privatsender in ihren Werbeblöcken auch Spots und Botschaften politischer Parteien verbreiten. Das Gros der Privatsender macht davon auch immer wieder Gebrauch. Im Vorfeld der Wiener Landtagswahl ist das erstmals anders: Verschiedene Spots der FPÖ wurden nicht angenommen, die Freiheitlichen werfen den Sendern "Zensur" vor.

Die ProSiebenSat.1-Puls 4-Gruppe wies unter anderem ein Werbevideo mit FPÖ-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache und der von der ÖVP übergelaufenen FP-Kandidatin Ursula Stenzel zurück, in dem ein "Asylrecht als Schutz auf Zeit statt Türen auf für alle" propagiert wird. Eine Forderung, die so ähnlich auch schon von der ÖVP erhoben wurde. Eine Begründung gab der Sender nicht an. In einem Schreiben an die FPÖ wurde lediglich auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der TV-Gruppe verwiesen. Beanstandet wurden auch Werbespots zu den Themen Wohnen, Senioren und Wirtschaft. Diese müssten adaptiert und um einige der Inhalte gekürzt werden. Das tat die FPÖ laut eigenen Angaben auch. Allerdings zu spät, denn plötzlich waren die Werbezeiten anderweitig vergeben.

Keine konkrete Erklärung für Vorgehen

"Wir können die Aussagen in etwa bestätigen", hieß es dazu auf APA-Anfrage bei ProSieben.Sat1-Puls 4. "In unseren AGBs ist festgehalten, dass wir uns vorbehalten, Spots abzulehnen. Jetzt so kurz vor dem Termin sind unsere Werbezeiten aufgrund der guten TV-Nachfrage tatsächlich ausgebucht, sodass wir vermutlich nicht mehr alle Spot-Wünsche zur Gänze erfüllen können. Aber Restwerbezeiten werden genützt." Warum die FPÖ-Spots abgelehnt wurden, erklärte der Sender nicht. Puls 4 sorgte zuletzt bereits mit einer Werbevereinbarung mit den NEOS für Diskussionen. Der Sender trat im Gegensatz zu anderen Medien einem NEOS-Angebot für gestaffelte Werbehonorare näher, die sich nach Abschneiden und Erfolg der Partei bei der Wiener Landtagswahl richten. Und im Superwahljahr 2013 brachte Puls 4 eine Hauptabend-Doku über Frank Stronach, bei der es offenbar eine enge Zusammenarbeit mit dem Team Stronach gab. Wirtschaftlicher oder redaktioneller Einfluss wurde jedoch von beiden Seiten dementiert.

Ablehnung für die aktuellen FPÖ-Werbespots gab es aber auch vom RTL-Werbezeitenvermarkter IP Österreich, an dem die deutsche RTL-Gruppe und die "Kronen Zeitung" jeweils zur Hälfte beteiligt sind. "Mit Bezug auf unsere AGB werden wir Ihre Spots 'Unternehmen', 'Senioren', 'Wohnen' und 'Schutzzeit' nicht ausstrahlen. Alle von uns an Ihr geschätztes Unternehmen gestellten Angebote sind hinfällig", teilte IP-Geschäftsführer Walter Zinggl den Freiheitlichen in einem der APA vorliegenden Schreiben mit. "Entsprechend unseren AGBs kann die IP jeden Spot ohne Angabe von Gründen ablehnen. Das haben wir in diesem Fall getan. Ich kenne momentan nur einen Fall im Bereich der Wirtschaftswerbung, wo wir das ebenfalls getan haben", erklärte Zinggl dazu auf Nachfrage.

ATV spielt alle Spots

Anders die Haltung beim heimischen Privatsender ATV: "Wir behandeln alle Parteien gleich, und wir spielen alle Spots zu den gleichen Konditionen", sagte ATV-Sprecherin Lisa Fuchs der APA. Die FPÖ-Spots hält sie für "harmlos". Ein "Asylrecht mit Schutz auf Zeit", wie es in einem der Spots heißt, fordere ja auch die ÖVP. "Wir haben die Spots aller Parteien gesichtet und überprüft, ob sie im Einklang mit unseren AGBs stehen. Diskriminierende Werbung würden wir nicht bringen, das gilt aber generell für jede Werbung", so die ATV-Sprecherin.

Bei der FPÖ gehen ob der Ablehnung ihrer Werbeaktivitäten im Fernsehen die Wogen hoch. "Diese Vorgangsweise zeigt allzu deutlich, dass die österreichischen Privatsender mit Ausnahme von ATV in Wahrheit längst über den redaktionellen Bereich von Nachrichtensendungen und Reportagen Zensur gegenüber der Freiheitlichen Partei üben", kritisierte FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl im parteieigenen YouTube-Kanal FPÖ-TV. "Aus diversen Sendungen ist man das gewöhnt, dass Information schon längst mit Kommentaren, die alle gegen die FPÖ gerichtet sind, vermischt werden. Im Bereich von Werbeeinschaltungen ist das allerdings neu", so Kickl.

Kommentare

Privatsender wollen, und das ist ihr Recht, nicht ihren Ruf gefährden, indem sie jeden Blödsinn senden. Ich kenne z.B. Leute, die den Ton des Fernsehers abdrehen, wenn der Schreihals Strache oder sein Parolen- Kicker (Kickericki, oder so ähnlich) am Bildschirm erscheinen.

Privatsender oder private Wirtshäuser entscheiden über das was sie bieten oder über Gäste, die Sie einlassen oder ausgrenzen. Wie auch jeder Hausbesitzer entscheidet, wen er einlässt - und wie jedes Land seine Bürger fragen sollte, wen man einlassen soll. Man nennt das Demokratie. Das für alle folgenden Komentatoren, die das nicht verstanden haben.

larifari melden

Genau diese Ausgrenzungen der Gutmenschen Medien sind es, die mich (langjähriger SPÖ Wähler) dazu vertablassen, dieses Mal die FPÖ zu wählen. Wann endlich kapieren es die Anderen, dass auch die FPÖ eine demokratisch legitimierte Partei ist.
Mit den Ausgrenzungen, oder nicht wollen mit der Partei, machen all jene das, was sie der FPÖ vorwerfen.

Denksport melden

Sie sollten mal das Wort "Gutmensch" googeln. Das sagt viel über den Menschen aus, der es benützt.

giuseppeverdi melden

Macht nur weiter so vereinigte Medien. Genau das sind die Dinge, die den "Jetzt erst recht-Reiz" auslösen (siehe Waldheim-Wahl zum HBP)

Nudlsupp melden

Und selbst die Waldheim-Zeit ist vorbei gegangen ohne diesem wunderschönen Land einen nachhaltigen Schaden zuzufügen. Genau dieselbe Fußnote in der Geschichte Österreichs, wird mal der aktuellen menschenfeindlichen FPÖ zuteil werden. Also allseits kein Grund zur Panik.

giuseppeverdi melden

Weil diese Zeiten alle ohne Schaden für die Republik vorbeigegangen sind frage ich mich ja, warum gerade Sie einer sind, der so Angst vor dem Strache hat? Schauen Sie doch NEWS an. Da stand vor nicht langer Zeit, man solle ihn doch in die Pflicht nehmen um ihn zu entzaubern. Ja nehmt ihn doch in die Pflicht! Warum habt ihr so eine Angst? Vielleicht weil er es doch gut machen könnte?

Nudlsupp melden

Nein. Diese Angst habe ich bei Gott nicht. Wenn das meine Meinung wäre, dann wäre ich der erste, der ihn wählt. Ich würde sogar dahin tendieren, ihn wirklich mal in die Pflicht zu nehmen, einmal um den anderen einen Denkzettel zu verpassen, andererseits um ihm wirklich einmal eine Chance zu geben. Was mich allerdings daran hindert, und was ich so verächtlich finde.....

Nudlsupp melden

ist dieser teils offen gelebte Rassismus, (und ja einen Menschen allein auf die Abstammung, Genetik oder Aussehen zu reduzieren, das ist bereits Rassismus) und die Gesellschaft gegeneinander auszuspielen. Ich habe auch Verständnis, daß eine Oppositionspartei pointierter formulieren muss, und auch etwas lauter sein muß, um Gehör zu finden, ich finde auch unterschiedliche Meinungen.....

Nudlsupp melden

und unterschiedliche Lösungsansätze interessant und wichtig, um die Gesellschaft als Ganzes weiter zu entwickeln. Aber ich kann mich "ums Verrecken" nicht mit dieser Gesinnung, diesen Wahlkämpfen und diesem geistigen Sprengstoff anfreunden. Mit Ausnahme vom Häupl, den ich persönlich wirklich gut finde, eint uns vermutlich die Ablehnung gegen Rot-Schwarz, aber die FPÖ, so wie sich heute .....

Nudlsupp melden

darstellt, halte ich für eine noch schlechtere Alternative. Dies wird mir auch jeden Tag hier wieder gezeigt. Wenn ich sehe, wie beleidigend, persönlich diffamierend und verächtlich jede Diskussion hier mit den Anhängern der F ausartet, daß sachliche Diskussionen trotz unterschiedlicher Meinung nicht möglich sind, weiß ich, daß ich diesen Stil nicht auch noch in der Regierung haben möchte.

neusiedlersee melden

Ja wenn Sie den Biermeister Häupl mögen, ist Ihnen nicht zu helfen. Gegen den ist der Erwin Pröll ein väterlicher Freund im Verhältnis zu seinen Untertanen. Im Wahlkampf umschlingt der H. mit seinem Vorstadtcharme die Reporter. Denken Sie an Interviews von früher zurück. Unangenehme Fragen wurden beantwortet, dass man meinte das Kusch! mitzuhören.

immerwieder melden

..und noch dazu kommt, dass rassismus heute anders ist als vor einigen jahren, wir werden immer mehr "eingeengt" in unserer meinung, haltung und aussprache. heute kann ich mir schon eine anzeige einhandeln, wenn ich blos von "regen" rede (verkehrt lesen). das alles ist der PC geschuldet, die die welt aber deswegen auch nicht besser macht. eher umgekehrt..

Die passende Antwort von Privatunternehmen auf das FPÖ-Bashing von Unternehmen, welche sich für die Flüchtlingshilfe engagiert haben!

Wir nähern uns immer mehr einer "Volksdemokratie". Auch in China, Kuba Nordkorea & Co sind nur die gewünschten staatlichen Medien zugelassen.
Bei uns werden Mio sogenannte Presseförderung vergeben. Wer nicht auf der Regierungslinie berichtet fällt raus und bekommt kein Geld mehr.

Seit Jahren geben unsere Gutmenschen den Ton an, nicht gerade erfolgreich wie man sieht. Ein Umbruch ist im Gange....

Oberon


Mich nervt ganz allgemein jede Werbung, also auch Parteiwerbung, aber im Sinne der Fairness sollte man die FPÖ nicht ausschließen. Das ist im höchsten Maß undemokratisch.
Anm.: Wäre eine andere Partei betroffen, würde ich das genau so
sehen!

Bill Rizer

Grundsätzlich bin ich gegen Parteiwerbung im Fernsehen, so auch gegen welche der FPÖ. Solange ich mir Werbung von anderen Parteien ansehen muss, hat allerdings auch die FPÖ ein Recht darauf.
Die Ausgrenzung und Ungleichbehandlung in der Politik muss endlich aufhören.

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