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Die Wiener ÖVP sucht einen Nachfolger für Manfred Juraczka

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    Rücktritt von Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka

    Wiener ÖVP Chef Manfred Juraczka tief betroffen am Wahlabend

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    Rücktritt von Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka

    Beate Meinl-Reisinger (NEOS), Maria Vassilakou (Grüne), Michael Häupl (SPÖ), Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Manfred Juraczka (ÖVP) am Sonntag, 11. Oktober 2015, anl. einer TV-Diskussion im Rahmen der Gemeinderats- und Landtagswahl in Wien

"Der Juraczka muss sofort weg" und "Wenn er die ÖVP in die Stadtregierung bringt und Vizebürgermeister wird, ist alles verziehen" - diese zwei Meinungen dominierten in der Zentrale der Wiener ÖVP, bevor Manfred Juraczka die Bühne betrat. Der stellte das bei den Stadtschwarzen so beliebte Obmann-Absageln gleich von vorherein ab, indem er seinen Rücktritt ankündigte. Was etliche Funktionäre im Raum dann doch wieder ratlos machte. "Ausgemacht war eigentlich, dass er noch bis zu Regierungsverhandlungen wartet", sagt ein Wirtschaftsbündler verdutzt. So konnte man sich also gleich den Spekulationen um die Nachfolge von Manfred Juraczka widmen.

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An erster Stelle der Wunschnachfolger: Wieder einmal JVP-Obmann und Außenminister Sebastian Kurz. Dieser hatte sich in der Nachfolgedebatte nach dem Wahldebakel 2010 rasch weggeduckt. „Er muss es machen“, sagt ein junger Schwarzer. „Das wird er nie tun. Warum sollte er sich Wien antun, wenn er in der Außenpolitik gute Figur machen kann“, sagt ein ÖVP-Mitarbeiter. „Das macht er nur, wenn er einen völligen Sprung in der Schüssel hat“, sagt ein JVP-Mann. Kurz selbst sagt, auf solche Spekulationen angesprochen, zumindest nicht gleich Nein: „Erst möchte einmal mit dem Parteichef reden“, meint er von der Dynamik des Abends doch etwas überrumpelt. Kurz würde freilich am besten in jenes Anforderungsprofil passen, das etwa der ehemalige Wiener ÖVP-Chef Bernhard Görg so definiert: „Es muss jemand aus der Bundesregierung sein, der auf Augenhöhe mit dem Bürgermeister reden kann.“

Das trifft mit Abstrichen auch auf Harald Mahrer zu. Der ist freilich „nur“ Staatssekretär. Gerüchteweise ist aber schon von seiner „Aufwertung“ zum Wissenschaftsminister die Rede. Immerhin: Er kam schon gemeinsam mit ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner in die Wiener ÖVP-Zentrale.

Sollte ein Bundespolitiker den Wiener Landesparteichef geben, braucht er einen „Statthalter“, der die Arbeit im Wiener Rathaus macht, während der Parteichef „nur“ als Spitzenkandidat bei den nächsten Wahlen in Wiener Gefilden auftauchen soll. Das „Strache-Gudenus-Modell“ nennt Görg diese Arbeitsaufteilung. Hier wurde vor der Wahl der Wiener Wirtschaftsbunddirektor Alexander Biach genannt. Er gilt als guter Taktiker und hat sich im Wirtschaftskammerwahlkampf hervorgetan. Allerdings: Durch das deplorable Wahlergebnis könnte es sein, dass er den Sprung ins Wiener Rathaus gar nicht schafft. Weiters genannt: Die Bezirksvorsteherin der Josefstadt, Veronika Mickel. Sie hat bei der Bezirksvorsteherwahl im 8. Bezirk 3,5 Prozent zugelegt, was sie parteiintern stärkt.

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