Wien bekommt neue Verkehrsdrehscheibe: Spatenstich für neuen Hauptbahnhof erfolgt

ÖBB starten Großprojekt am Wiener Südtirolerplatz Ab 2012/13 fahren erste Züge neue Station an

Wien bekommt neue Verkehrsdrehscheibe: Spatenstich für neuen Hauptbahnhof erfolgt

In Wien ist per Presslufthammer der Spatenstich für den neuen Hauptbahnhof der ÖBB erfolgt. Der Bau, der den Bahnverkehr von Norden, Süden, Westen und Osten an einem Punkt der Bundeshauptstadt verknüpfen und Süd- bzw. Ostbahnhof ersetzen wird, soll 2013 fertig werden. Allein die Bahnhofsinfrastruktur kostet 886 Mio. Euro. In das gesamte Stadtentwicklungsgebiet werden mehr als zwei Mrd. Euro investiert.

In Wirklichkeit wird der Bahnhof erst ab 2009 gebaut. Was Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S), Infrastrukturminister Werner Faymann (S) und ÖBB-Chef Martin Huber starteten, war der 44 Mio. Euro teure Umbau der angrenzenden Nahverkehrsstation Südtiroler Platz. An dieser wird zwei Jahre lang gebaut, während für das restliche Projekt die Umweltverträglichkeitsprüfung läuft.

Den Hauptbahnhof wollen die ÖBB 2011/12 teilweise in Betrieb nehmen und 2013 offiziell eröffnen. Auch die "BahnhofCity" samt Einkaufszentrum und Garage will man dann fertig haben. Zuvor muss der alte Südbahnhof abgerissen werden, ebenso das angrenzende Parkhaus. Den Vollbetrieb samt Abschluss des gesamten Gleisprojekts streben die ÖBB für 2015 an. Künftig sollen täglich mehr als 1.000 Züge samt 145.000 Fahrgästen den Bahnhof frequentieren.

Neben dem Bahnhofsbau wird auf dem Gelände zwischen Gürtel, Arsenalstraße, Gudrunstraße und Sonnwendgasse ein neues, 59 Hektar großes Stadtviertel entstehen. Geplant sind Büros im Ausmaß von 550.000 Quadratmetern Bruttogeschoßfläche und 20.000 Arbeitsplätzen, wobei ein Büroturm direkt beim Bahnhof rund 100 Meter hoch werden soll. Geplant sind zudem 5.500 neue Wohnungen für 13.000 Menschen. Erste Einheiten sollen 2012 fertig sein.

Die ÖBB konzentrieren zudem um 109 Mio. Euro ihre Standorte für Wartung und Pflege der Züge am Matzleinsdorferplatz. Bisher waren diese auf sieben Standorte in Wien verteilt.

In die Errichtung der Bahninfrastruktur einschließlich des Gebäudes fließen 886 Mio. Euro, wobei darin laut ÖBB bereits die Inflationsanpassung der kommenden Jahre berücksichtigt ist. Der Betrag wird großteils aus dem ÖBB-Rahmenplan aufgebracht. Weitere Beiträge kommen von der Gemeinde Wien, aus TEN-Förderungen und den Erlösen der Immobilienentwicklung. Wien übernimmt auch die Kosten für die Erschließung des neuen Stadtviertels. Gerechnet wird mit mehr als 100 Mio. Euro.

(APA/red)