ATV-Programm von

Wien wird Berlin

"Wien - Tag & Nacht": Neue Daily-Soap mit Facebook-Anbindung wird gedreht

Die neue ATV Daily-Soap Wien - Tag & Nacht © Bild: ATV/Jeff Mangione

Wien soll Berlin werden: So könnte, zumindest im übertragenen Sinn, das Motto von ATV für das kommende Jahr lauten. Nach dem Vorbild des erfolgreichen RTL-II-Formats "Berlin - Tag & Nacht" startet der österreichische Privatsender im Februar 2014 eine eigene Daily Soap, die 14 Laiendarsteller bei ihrem Leben in Wien begleitet. Auf vorerst 100 Episoden angelegt will man allerdings "keine Eins-zu-Eins-Kopie" vorlegen, wie Senderchef Martin Gastinger bei der Programmpräsentation am Dienstag erklärte. Der Drehstart für die neue Serie ist nächste Woche.

Stattdessen soll es in "Wien - Tag & Nacht" "sehr wienerisch" zugehen, wobei laut Gastinger die Bundesländer keineswegs vernachlässigt werden. Mit einer Mischung aus Realität und Fiktion, Improvisation und Script soll die turbulente Wohngemeinschaft, die auch einen Nachtclub in der Lerchenfelder Straße betreiben wird, speziell die Zielgruppe der 12- bis 29-Jährigen abholen. "So etwas hat es in Österreich noch nie gegeben", urteilte Gastinger über die aufwendige Produktion, deren Kosten er mit fünf bis sechs Millionen Euro bezifferte.

Umgesetzt wird das Projekt mit der Produktionsfirma Filmpool, die auch die Vorlage für RTL II konzipierte. "Wir gehen demütig an diese Aufgabe ran, schließlich können wir in Wien nicht noch einmal dasselbe produzieren", meinte deren Geschäftsführer Vittorio Valente. 5.000 Darsteller wurden im Sommer gecastet, die nun ausgewählten Charaktere seien maßgeblich für die Ausrichtung der Story. "Wir lassen uns da auch von den Biografien der Darsteller inspirieren."

Darsteller bieten Interaktion

Eine Besonderheit des Formats ist die Verknüpfung mit Sozialen Netzwerken. Während werktags immer um 18.20 Uhr eine Episode ansteht, sind die Darsteller auch auf Facebook präsent und bieten somit die Möglichkeit zur Interaktion über den TV-Konsum hinaus. Gedreht wird ab kommenden Montag, die Handlung selbst setzt mit Silvester an, wobei damit der Startschuss für die Onlineaktivitäten fällt, um "im Vorlauf die Geschichte einzuleiten", so Gastinger.

Er erhofft sich eine Verdoppelung des bisherigen Marktanteils auf dem Sendeplatz, "glücklich" sei man, wenn wie bei RTL II eine Vervierfachung erzielt werde. Allerdings gaben Gastinger und Valente auch zu bedenken, dass das Format in Deutschland einige Wochen benötigte, um beim Publikum anzukommen. "Authentische Soaps brauchen eine gewisse Zeit, damit man mit den Charakteren warm wird", erklärte der Filmpool-Geschäftsführer.

Weitere Neuerungen

Aber auch abseits der Daily Soap bietet ATV im kommenden Jahr einige Neuerungen. Bereits am Sonntag gibt es ein Wiedersehen mit "Hi Society", in dem künftig ohne Moderation einmal wöchentlich über die wichtigsten Society-Events des Landes berichtet wird. Die aus "Saturday Night Fever" bekannten Eigi und Pichla treten ab Februar "gegen den Rest der Welt" an und ab April heißt es "Mein Traummann aus dem Internet". Im Servicebereich stehen u.a. "Der ATV-Fernsehdoktor" (ab Herbst 2014) sowie "Mein Recht! Ich geb' nicht auf" (ab März 2014) an. Reportagereihen gibt es zudem zu Babystationen in Landeskrankenhäusern, dem Kampf von "Rasern und Polizisten" oder dem Geschäft von Pfandleihern.

Sportlich wird es in der kommenden TV-Saison bei Übertragungen von Fußballspielen des ÖFB-Cups sowie bei der Eröffnungs- und Schlussfeier der Olympischen Winterspiele in Sotschi. Gastinger musste zugeben, dass man gerne mehr in Sport investieren würde. Allerdings seien derzeit keine Recht am Markt: "Und es muss auch attraktiv sein."

Auf ATV II setzt man auf Film- und Serienhighlights sowie Kulturberichterstattung. Neben dem Kulturmagazin "Highlights" mit Erna Cuesta und Franz Zoglauer gibt es seit Anfang Oktober das Opernmagazin "Bravissimo!". Als Free-TV-Premiere steht am 1. November wiederum eine Aufzeichnung von Verdis "Messa da Requiem" aus dem Wiener Musikverein an, bei der Mariss Jansons das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks leitete.

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