Wien verdoppelt Suchthilfe-Einsätze am Karlsplatz: 2 Teams gleichzeitig unterwegs

Weiterhin keine Konsumräume für Drogenkranke Derzeit täglich 50-80 Leute aus der Szene unterwegs

Am Wiener Karlsplatz werden ab Mai die Einsätze der "Help U"-Mediatorenteams verdoppelt. Die orange gekleideten Mitarbeiter der Wiener Linien und der Sucht- und Drogenkoordination sollen künftig täglich bis 22.00 Uhr im Einsatz sein, gab Gesundheits - und Sozialstadträtin Wehsely bekannt. Konsumräume für Drogenkranke wird es weiterhin nicht geben.

Der Verkehrsknotenpunkt Karlsplatz wird täglich von mehr als 200.000 Personen frequentiert und ist seit langem ein Anziehungspunkt für die offene Drogenszene. Die Lage habe sich aber bereits deutlich gebessert, betonte Wehsely. Derzeit seien dort täglich rund 50 bis 80 Personen aus der Szene unterwegs, während es 2003 noch rund 200 gewesen seien. Es gehe aber auch um das subjektive Sicherheitsgefühl und das friedliche Nebeneinander aller Beteiligten, so die Stadträtin.

Die "Help U"-Teams gibt es seit September 2005. Allein von Oktober bis Dezember 2006 wurde in 7.500 Fällen interveniert, wobei in 70 Prozent der Fälle die Teams selbst aktiv wurden. In Zukunft werden immer zwei oder sogar drei Teams gleichzeitig unterwegs sein. Das Personal wird von derzeit sieben auf zehn Personen aufgestockt, das jährliche Budget von 450.000 auf 600.000 Euro erhöht. Die Einsatzzeit endet um 22.00 statt um 21.00 Uhr.

Ablehnend äußerte sich Wehsely erneut zu den von den Grünen und ÖVP geforderten und von der FPÖ vehement abgelehnten Konsumräumen für Drogensüchtige. Einerseits bräuchte es dazu bundesgesetzliche Änderungen, so die Stadträtin. Andererseits sei dafür in Wien die offene Szene bei harten Drogen mit rund 200 Personen viel zu klein. Im Übrigen sei es ein Trugschluss zu glauben, dass mit solchen Räumen die Süchtigen aus der Öffentlichkeit verschwinden würden.

(apa/red)