Wien von

Schuss-Attentat aus Zorn

Der Mann, der am Donnerstag seinen Ex-Chef niedergeschossen hat, zeigt keine Reue

Tatort in Wien-Alsergrund © Bild: APA/Fohringer

Starke Worte, die der Mann, der Donnerstag früh seinen Ex-Chef in Wien angeschossen haben soll, bei der Einvernahme spricht: "Ich hasse meinen Chef. Er behandelt mich wie einen Sklaven. Da bin ich meinem Zorn erlegen", sagte er beim Verhör durch die Polizei. Am Tag vor der Tat war der 43-Jährige wegen des Streits um ein Fahrzeug fristlos entlassen worden, am Donnerstag kam der Blitzableitermonteur zur Aussprache mit einem Winchester Unterhebelrepetier-Gewehr in seine ehemalige Firma in Alsergrund. Die Polizei fand in der Wohnung des Verdächtigen ein ganzes Waffenarsenal.

Der 43-jährige Iraner, der sich selbst als "Waffenliebhaber" bezeichnet, besaß neben der Winchester ein weiteres Gewehr, eine Gaspistole und einen Taser. Letzteren nahm der Mann ebenso zur Aussprache mit wie die Langwaffe und ein Messer. Die Polizei fand bei der Hausdurchsuchung in der Wohnung des Monteurs in Ottakring zudem reichlich Munition. Ein Freund hat dem 43-Jährigen, der sich seit 1996 in Österreich befindet, die Schießeisen vor einigen Jahren besorgt. Die Waffen wurden jedoch auf dem Namen des Bekannten registriert, weil der Iraner wegen seines laufenden Asylverfahrens keine Probleme haben wollte. Da der Freund jedoch ein Waffenverbot verhängt bekam, hatte der Iraner die Gewehre und die Pistole auf sich umschreiben lassen.

Vor dreieinhalb Jahren hat der 43-Jährige zum ersten Mal bei der Blitzableiterfirma gearbeitet. Nach eineinhalb Jahren wurde der Mann jedoch gekündigt. Weil das Unternehmen aufgrund des hohen Arbeitsaufwandes einen weiteren Monteur brauchte, wurde der Iraner im Februar wieder angeheuert. Doch damit begannen auch die Streitigkeiten mit dem 51-jährigen Chef, einem gebürtigen Kärntner. Die Auseinandersetzungen gingen um die schlechte Bezahlung und um Vereinbarungen, die der Firmeninhaber angeblich nicht einhielt. Als der Arbeiter dann einen Firmenwagen, den er privat nutzen durfte, am Abend nach Dienstende nicht hergeben wollte, wurde er von dem 51-Jährigen fristlos entlassen.

Auseinandersetzung um Dienstwagen

Als der Firmenchef mit einem Kollegen das Auto bei dem 43-Jährigen zu Hause abholte, soll es zu einer Auseinandersetzung gekommen sein, wobei ihn der 51-Jährige in den Schwitzkasten genommen haben soll. Mit aufgestauter Wut präparierte der Iraner in der Nacht eine Gitarrentasche, in dem er den Hals des Musikinstrumentes absägte und dort das Gewehr verstaute, berichtete Polizeisprecher Thomas Keiblinger.

Donnerstag früh fuhr er in seine ehemalige Firma und lehnte die Gitarrentasche mit der Waffe an die Eingangstür. Wie der Verdächtige in der Einvernahme aussagte, wollte er eine Aussprache mit seinem ehemaligen Vorgesetzten. Doch dieser soll ihn ausgelacht und gemeint haben: "Du kannst dich beim Salzamt beschweren." Daraufhin ging er zur Gitarrentasche, entnahm daraus die Waffe, die er zuvor mit fünf Schuss geladen hatte, und ging wieder ins Büro des 51-Jährigen. Schon beim ersten Schuss traf er den Ex-Chef in den rechten Oberkörper, dieser stürzte zu Boden und versuchte auf allen Vieren aus dem Büro zu robben. Beim Nachladen ging ein weiterer Schuss los, der in die Wand ging.

Mit Schraubenschlüssel niedergeschlagen

Dann kam der 27-jährige Kollege aus Tschetschenien in den Raum, der von draußen die Schüsse gehört hatte. Er attackierte den 43-Jährigen mit einem Schraubenschlüssel. Der Iraner gab in der Einvernahme an, er habe sein Ziel erreicht und deshalb habe er nicht mehr geschossen, sagte Keiblinger. Die Polizei ermittelt wegen Mordversuchs, der Verdächtige soll im Lauf des Freitags in U-Haft genommen werden. Das Opfer der Attacke konnte noch nicht einvernommen werden. Es erlitt einen Streifschuss. Laut Krankenhaus wurde die Wunde versorgt, eine Operation war nicht notwendig. Der 51-Jährige kann nach ein bis zwei Tage bereits aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Kommentare

was der iraner tat kann von niemanden als *gut* bezeichnet werden, aber ich hoffe dass sich einige scheffs mal im spiegel ansehen und sich fragen ob sie net in gefahr laufen ihre mitarbeiter über die grenze des verstandes zu schubbsen. hier wird sicher einiges ans licht kommen was sich lange zeit anstaute-traurig wie sich die menschheit entwickelt....

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