Wien von

Pratersaison ist eröffnet

Riesenradplatz-Umbau umstritten, aber rentabel. Betreiber klagen jedoch über Mängel.

  • Bild 1 von 17 © Bild: APA/Pfarrhofer

    Herrreinspaziert! Der Prater eröffnet am 15. März. Vier Jahre nach dem Umbau des Riesenradplatzes ziehen die Unternehmer eine Bilanz.

  • Bild 2 von 17 © Bild: APA/Barbara Gindl

    Die Luftaufnahme vom 11. April 2001 zeigt das Riesenrad mit seinem Umfeld vor der Neugestaltung.

Im Wiener Prater kommen die steigenden Frühlingstemperaturen gerade recht zur heutigen Eröffnung. Dann strömen wieder tausende Menschen über den Riesenradplatz in das weitläufige Areal mit den Prater Top-Attraktionen. Allerdings hängt trotz der guten Laune, die der Prater und das hoffentlich schöne Wetter verströmen, eine kleine, dunkle Wolke über dem Haupteingang.

Die hohen Kosten bei der Errichtung des neuen Riesenradplatzes hinterlassen nach wie vor einen fahlen Beigeschmack. Das umstrittene Prestigeprojekt verschlang statt 32 Mio. Euro letztendlich knapp das Doppelte. Das Kontrollamt kritisierte zudem Mängel rund um die Vergabe des Bauauftrags und Architekten bewerteten das Erscheinungsbild schlicht als Kitsch. Dennoch erfreut sich der Bereich am Haupteingang größter Beliebtheit - nicht zuletzt auch bei Unternehmern vor Ort.

Als ein "angenehmes Eintreten in den Prater" beschreibt etwa Herbert Schmid, Patron des Restaurants Eisvogel, den umstrittenen Platz. "Vorher war hier nur ein Busparkplatz mit einer WC-Anlage", betonte Schmid im APA-Gespräch. Nun sei der Platz und das Riesenrad beleuchtet. Zudem würde das angrenzende Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds - das im April des Vorjahres seine Pforten öffnete - noch mehr Leute anlocken.

Mit dem Geschäft am bunten Platz ist der Eisvogel-Chef jedenfalls höchst zufrieden: "Wir sind sehr oft ausgebucht", berichtete Schmid.

Madame Tussauds: gute Besucherzahlen
Dass die "Location" dem Erfolg nicht schadet, bestätigte auch Tussauds-Geschäftsführerin Arabella Kruschinski: "Die Neubespielung des Platzes bringt viele Leute, vor allem aber liegt es gerade an den Sonderaktionen, die den Riesenradplatz beleben, wie etwa der Wintermarkt vor Weihnachten." Insgesamt würde die Zusammenarbeit zwischen der Prater Service GmbH, die den Platz betreibt, und den dort angesiedelten Unternehmen bestens funktionieren. Bei Tussauds ist man über die Besucherfrequenz im ersten Jahr jedenfalls erfreut.

Praterkitsch kommt an
Die Gestaltung des Pratervorplatzes stößt auch bei Madame Tussauds auf Zustimmung - man könnte sagen: dort erst recht. Denn von den Kritikern waren Schlagwörter wie "Veramerikanisierung des Praters" oder "Wiener Disneyland" verwendet worden. "Zu Madame Tussauds passt das Aussehen vom Vorplatz, wir haben Celebrities und brauchen ein bisschen Glamour", betonte Kruschinski.

"Alles schön" im Praterdome
Als ein wenig "verträumt, aber passend zu Wien" bezeichnete hingegen Thomas Züchner, Betriebsleiter der dahinterliegenden Diskothek Praterdome den Platz: "Er ist einfach schön, im Stile des 19. Jahrhunderts und weder kitschig noch amerikanisch." Auch Züchner ist mit dem Andrang in seine Großdisco zufrieden.

Mehr Winterbeleuchtung
Veränderungswünsche würde es daher so gut wie keine geben, hieß es gegenüber der APA. Alle Unternehmen bezeichneten den Wintermarkt als gelungene Idee. Lediglich sei die Beleuchtung in den Wintermonaten Jänner und Februar sehr spärlich - besonders während der jährlichen Sperre des Wiener Riesenrads aufgrund von Revisionsarbeiten. Prater-Service-Geschäftsführer Christian Rötzer versicherte auf APA-Anfrage, dass an diesem Problem bereits gearbeitet werde.

Baumängel in Disco
Probleme könnte es auch noch rechtlicher Natur geben: Laut Rötzer läuft eine Zivilklage, eingebracht von einem für die Kulissenbauten zuständigen Unternehmen. Konkret geht es um eine nicht beglichene Rechnung in Höhe von 50.000 Euro. "Wir zahlen die Schlussrechnung nicht, weil die eingebauten Fenster und Türen schon bei der Übernahme extrem mangelhaft waren", betonte der Geschäftsführer. Bereits nach zwei Jahren hätten diese schon ausgetauscht werden müssen, weil es durchgezogen hätte.

Auch laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft - laut Rötzer gegen einen Mitarbeiter der Gesellschaft. Ob es zu einem Strafantrag oder einer Anklage kommt, ist noch nicht entschieden, wie auf APA-Anfrage bei der Staatsanwaltschaft betont wurde.

Kommentare

melden

Wieselburger + Eisener Mann weg... ...denn vom Praterdome bis zum Präuscherplatz, also am Grundstück des ehemaligen Wieselburgers ist eine Monstergarage mit mehr als 460 Stellplätzen geplant und wo mal der "zum Eisernen Mann war ist ein weiteres Monstercasino geplant.

Ein Erbe von Laska, Schicker und Co.

mundl66 melden

Re: Wieselburger Eisener Mann weg... Lieber Radler !
Die Novomatic hat alles bis zum Tobogan bereits vor Jahren angekauft.
Die Idee war dahin ein riesengrosses Casino zu erbauen, da ja schon klar war das sie alle Casinos Austria Konzessionen bekommen.
Das Laska Gretchen hat sich nur mit dem Vorplatzerl die Finger verbrannt, sonst würd schon alles stehen......

Wohin ist nur das Laska Gretchen entschwunden =)

wenn ich das Vorplatzerl sehe und an Kosten von 60. Mille denke, muß ich gschwind ins Schweizerhaus zischen um mich homäopatisch zu beruhigen.

Seite 1 von 1