Wien von

Post droht Kündigungswelle

Tausende Briefträger bangen. Billigtochter Feibra stellt auch adressierte Briefe zu.

Österreichische Post © Bild: APA/Schneider

Bei der österreichischen Post drohe eine neue Kündigungswelle, schreibt die "Kronen Zeitung" (Freitagausgabe). Tausende Briefträger bangten um ihren Job, heißt es ohne Angabe von Quellen. Die Post schicke seit Monaten die Tochter Feibra in die Schlacht um Briefzustellungen. Rechnungen, Banksendungen und Co. würden jetzt von Werbematerial-Kolporteuren frei Haus geliefert, um 15 Prozent billiger.

Sparmaßnahmen und Personalabbau bei der Post AG seien längst nicht abgeschlossen, daraus mache der Konzern keinen Hehl. Der Briefversand sei jedes Jahr um 3 bis 5 Prozent rückläufig, wird Postsprecher Sprecher Michael Homola zitiert. "Wenn der Trend so anhält, werden wir wohl nicht wachsen, sondern den Personalstand reduzieren müssen."

9.000 Briefträger sind derzeit täglich in den Ballungszentren und abgeschiedensten Winkeln des Landes unterwegs. "Das ist keine eingefrorene Zahl", so Homola. Man müsse permanent evaluieren und Kapazitäten anpassen. 400 bis 500 Post-Mitarbeiter würden in den kommenden Jahren pro Jahr eingespart.

Früher hätten Großkunden - Handybetreiber, Banken, Versicherungen - dreizehn Mal pro Jahr Rechnungen und die eine oder andere Mahnung ausgeschickt. Heute stiegen alle um auf E-Mail-Versand. "Das ist es, was weh tut", sagt Homola in der Zeitung.

Die Österreichische Post hat am Donnerstagabend eine drohende Kündigungswelle dementiert. Ein Bericht darüber sei "schlichtweg falsch", hieß es in einer Aussendung. "Fakt ist, dass die Post ein gesundes Unternehmen und damit ein zuverlässiger Arbeitgeber ist", ließ Generaldirektor Georg Pölzl wissen.

Die Post stelle jährlich hunderte neue Mitarbeiter in der Briefzustellung ein, da die natürliche Fluktuation wesentlich größer als die erforderliche Anpassung an sinkende Briefmengen sei. Zusätzlich verzeichne die Post ein steigendes Paketgeschäft.

Selbst die Anpassung des gesamten Personalstandes um 250 bis 300 Mitarbeiter jährlich habe die Post in den vergangenen Jahren durch Nutzung der natürlichen Fluktuation geschafft, wurde weiters betont.

Kommentare

jetzt wird noch schnell alles verkauft. Frage: was verkaufen wir dann, wenn alles verkauft wurde? Die Staatschulden belaufen sich auf 100% des BIP. Wieso stellt niemand diese Fragen und verlangt von denen, die das verantwortet haben, Rechenschaft? Wir werden nur warten müssen und schauen dann, was passieren wird.

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