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Protest gegen "Fest der Freiheit"

"Offensive gegen Rechts" demonstrierte friedlich gegen Burschenschafter-Veranstaltung

Burschenschafter-Demo in Wien © Bild: APA/HERBERT P. OCZERET

Das Burschenschafter-nahe "Fest der Freiheit" sowie die Demonstrationen dagegen sind am Mittwoch ohne gröbere Zwischenfälle verlaufen. Mehr als 1.000 Demonstranten nahmen laut Polizei an der Kundgebung der "Offensive gegen Rechts" teil, der Veranstalter sprach von rund 2.500 Protestierenden. Am Rande der Kundgebungen gab es laut Polizei zwei vorläufige Festnahmen.

Sowohl die Protestveranstaltung des NOWKR-Bündnisses am Vormittag vor der Universität Wien als auch die Demonstration der "Offensive gegen Rechts" am Nachmittag bzw. Abend verliefen laut Polizei friedlich. Lediglich bei dem Demonstrationszug am Nachmittag kam es laut Polizeisprecher Johann Golob am Rande zu zwei vorläufigen Festnahmen. Grund dafür war Widerstand gegen die Staatsgewalt. Laut Golob standen diese beiden Festnahmen aber nicht in direktem Zusammenhang mit der Kundgebung vom Mittwoch. Vielmehr wurden zwei Personen wiedererkannt, die in dringendem Verdacht stehen, bei den Protesten gegen den Akademikerball im Jänner eine Polizeibeamtin verletzt zu haben. Am Mittwoch widersetzten sie sich laut Polizei massiv der Identitätsfeststellung, woraufhin sie festgenommen wurden.

Teilnehmer an der Kundgebung Offensive gegen Rechts "Burschenschafter umzingeln - Raus auf die Straße gegen Rechts!"
© APA/HERBERT P. OCZERET Teilnehmer an der Kundgebung Offensive gegen Rechts "Burschenschafter umzingeln - Raus auf die Straße gegen Rechts!"

Ansonsten kam es zu keinen Zwischenfällen. Am Vormittag hatten rund 150 Personen vor der Universität Wien gegen das traditionelle Treffen der Burschenschaften, die jeden Mittwoch auf der Rampe zur Aula zusammenkommen, demonstriert.

Teilnehmer an der Veranstaltung zum "Fest der Freiheit"
© APA/HANS PUNZ Teilnehmer der Veranstaltung "Fest der Freiheit" der "Forschungsgesellschaft Revulotionsjahr 1848" im Palais Palffy

Ruhiges Ende

Der Demonstrationszug am Nachmittag bewegte sich unter Parolen wie "No pasaran" oder "Alerta, Alerta, Antifascista" über den gesperrten Ring bis zum Schwarzenbergplatz sowie durch die Innenstadt über den Stephansplatz zurück zur Universität. Um etwa 20.30 Uhr endete die Kundgebung, zahlreiche Demonstranten versammelten sich danach allerdings noch beim Schottentor, die meisten verließen am Abend dann aber den Ort des Geschehens.

Burschenschafter am Mittwoch, 4. Juni 2014, während einer Kundgebung "Kein Mal und nie wieder" des Bündnis NOWKR gegen das "Fest der Freiheit" vor der Universität in Wien.
© APA/HELMUT FOHRINGER Burschenschafter während einer Kundgebung "Kein Mal und nie wieder" des Bündnis NOWKR gegen das "Fest der Freiheit" vor der Universität in Wien

Großeinsatz der Polizei

Die Polizei war mit insgesamt mehr als 1.000 Beamten sowie einem Polizeihubschrauber im Einsatz. Polizeisprecher Golob sagte gegenüber der APA, das Ziel, die Versammlung friedlich über die Bühne zu bringen, sei erreicht worden. Ein wesentlicher Kernpunkt dafür sei, dass der Appell der Polizei, auf Gewalt zu verzichten, durch die Demonstrationsteilnehmer "in großartiger Art und Weise" gewürdigt worden sei. "Die Wiener Polizei weiß ein solches demokratisches Verhalten zu würdigen."

Teilnehmer an der Kundgebung "Kein Mal und nie wieder" des Bündnis NOWKR
© APA/HELMUT FOHRINGER Kundgebung "Kein Mal und nie wieder" des Bündnis NOWKR gegen das "Fest der Freiheit" vor der Universität in Wien.

Anlass des Unmuts war ein Geschichtsvortrag im Wiener Innenstadtpalais Palffy. Die eben erst gegründete "Forschungsgesellschaft Revolutionsjahr 1848" hatte den ehemaligen Dritten Nationalratspräsidenten Wilhelm Brauneder (FPÖ) geladen, um vor rund 200 Gästen über den Vormärz zu referieren. Aus einer zuvor angekündigten Kundgebung der Burschenschafter war nichts geworden. Vermutet wird, dass diese nur angemeldet worden war, um in Ruhe das Palais erreichen zu können.

Burschenschafter beobachten am Mittwoch, 4. Juni 2014, die Kundgebung "Kein Mal und nie wieder" des Bündnis NOWKR gegen das "Fest der Freiheit" in Wien
© APA/HELMUT FOHRINGER Burschenschafter vor der Universität

Nach der rund eineinhalbstündigen Veranstaltung kam es aber doch zum Umzug der Teilnehmer. Dieser führte vom Josefsplatz in ein Wiener Innenstadtlokal. Von einem großen Polizeiaufgebot begleitet zogen die Teilnehmer auch an historische Plätze, die dort gehaltenen Vorträge wurden jeweils von einer Handvoll Demonstranten gestört, unter denen sich auch die grüne Nationalratsabgeordnete Sigrid Maurer befand. Der "gemütliche Ausklang" wurde nach und nach von den Burschenschaftern verlassen.

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