Wien von

Mehrere Protestveranstaltungen
gegen Akademikerball geplant

KZ-Überlebende rufen dazu auf, Hofburg als Veranstaltungsort nicht zuzulassen

Proteste gegen den Akademikerball 2013. © Bild: APA/Herbert P. Oczeret

Das Bündnis "Jetzt Zeichen setzen!" plant im Vorfeld des von der FPÖ ausgerichteten Akademikerballes in der Wiener Hofburg - dem Nachfolger des umstrittenen WKR-Balls - mehrere Protestveranstaltungen. Am Donnerstag veröffentlichte die Plattform einen offenen Brief von KZ-Überlebenden, der die Verantwortlichen dazu auffordert, die Räumlichkeiten für den Ball nicht zur Verfügung zu stellen.

Das von sechs Betroffenen unterzeichneten Schreiben ist an die Wiener Kongresszentrum Hofburg Betriebsges.m.b.H. und ihre Gesellschafter sowie an Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), Vizekanzler Michael Spindelegger sowie Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (beide ÖVP) gerichtet. Darin wird ein Entzug der Nutzungsrechte der Hofburg für den für den 24. Jänner angesetzten Ball gefordert.

Vorbild Innsbruck

Die Unterzeichner wünschen einen Schritt wie in der Stadt Innsbruck, wo der Vertrag für ein in der Innsbrucker Messe geplantes Treffen des Dachverbands "Deutsche Burschenschaft" seitens der Stadt aufgelöst worden war. "Die Stadt Innsbruck hat vorgemacht, dass eine klare Grenzlinie gesetzt werden kann, ja gesetzt werden muss: Die im Mehrheitseigentum der Stadt stehenden Räume wurden den Korporierten entzogen. (...) den selben Schritt erwarten wir uns auch von Ihnen, als Verantwortungsträgerinnen und -träger für die Vergabe der Prunksäle der Republik", heißt es im Schreiben.

"Wann werden Sie endlich klar sagen: Die Räumlichkeiten unserer Republik stehen für Veranstaltungen und Vernetzungsaktivitäten rechtsextremer Verbände nicht zur Verfügung!", so die Unterzeichner weiter. Der Brief wurde unter anderem vom KZ-Überlebenden (KZ Lackenbach) und heutigen Obmann des Kulturvereins Österreichischer Roma, Rudolf Sarközi, mitunterzeichnet.

Proteste im Vorfeld vor Hofburg-Gesellschaftern

"Jetzt Zeichen setzen!"-Koordinator Nikolaus Kunrath von den Wiener Grünen sagte, Wien habe "keinen Platz für die Vernetzung Rechtsextremer verdient". Die Initiative plant eine Reihe von Protest-Veranstaltungen im Vorfeld des Balles. Sowohl am heutigen wie auch kommenden Donnerstag ist ein "Walk of shame" vor Hotels, die im Besitz der Hofburg-Gesellschafter stehen, geplant. Am Tag des Balles ist bereits eine Kundgebung (19 Uhr) auf dem Heldenplatz angemeldet, so Kunrath, wobei hier die SPÖ dezidiert nicht mitmachen wird. Am 27. Jänner ist dann am Heldenplatz ein Gedenken anlässlich des internationalen Holocaust-Tages geplant.

Veranstalter-Kritik an Protestform

Der Veranstalter des von der FPÖ ausgetragenen "Akademikerballs" in der Wiener Hofburg übt Kritik an den Protesten der Plattform "Jetzt Zeichen setzen!" gegen den Ball. Diese würden die Betreibergesellschaft unter Druck setzen und damit auch wirtschaftlich schädigen, sagte Ballorganisator Udo Guggenbichler. Gleichzeitig betonte er, die Demonstrationsfreiheit sei ihm "äußerst wichtig".

"Ich halte es für bedenklich, dass man versucht - über den 'Walk of Shame' - , die Betreibergesellschaft unter Druck zu setzen. Das schadet ja wirtschaftlich. Der Protest muss ja nicht auf Schaden abzielen", sagte Guggenbichler mit Verweis darauf, dass die Protest-Plattform auf Kundgebungen vor Einrichtungen der Betreibergesellschaft setzt.

Damen anspucken "nicht sehr mutig"

Gleichzeitig betonte er, dass ihm das Recht auf Demonstrationsfreiheit äußerst wichtig sei. Allerdings verwehre er sich gegen jede Form von Tätlichkeiten seitens der Demonstranten: "Ich habe auch überhaupt nichts gegen Demonstrationen, aber etwas gegen Gewalt." Und: "Ich finde es nicht besonders mutig, wenn der Schwarze Block, der ja mittlerweile mit Bussen aus ganz Europa anreist, Damen anspuckt."

Zu den zu erwartenden Protesten gab sich Guggenbichler betont zurückhaltend: "Nachdem ich das sechs Jahre miterlebe, sehe ich das aber schon sehr gelassen." Es handle sich um eine "klassische Ballveranstaltung, die von Stil, Eleganz und Tradition getragen wird", sagte er.

"Ball findet statt"

Knapp fiel das Statement der Hofburg Betriebsgesellschaft zum veröffentlichten offenen Brief bzw. den Protesten aus. "Der Ball findet statt", hieß es aus der Presseabteilung zur APA. Inhalt und Gestaltung des Balles würden dem Veranstalter obliegen. Seitens des Kanzleramtes sowie des Wirtschaftsministeriums gab es vorerst keinen Kommentar.

Kommentare

Hobby-Österreicher
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Bei dem abgebildeten Transparent „Kommunismus statt Standardtanz“ fällt mir ein Chanson des guten, alten Qualtinger ein: „Wir tanzen nur den Anti-Formalismus-Rock / Den Dialektischen Materialismus-Rock / Den Parteitag-Rock / Den Karfreitag-Rock“…
Nachdem die Linkschaoten bei uns in Hamburg zuletzt allzu häufig den Kommunismus tanzten (und ganze Straßenzüge verschmutzten, verschandelten und...

Hobby-Österreicher
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P-02: ...besudelten), hoffe ich, dass den Wienern derartige linksradikale Zerstörungsorgien erspart bleiben. Das ist nur ein Ball, der geht vorbei – lasst sie doch in die Knie gehen, in die Hände klatschen und den HC Strache tanzen…
(Ich wüsste, lieber War-Lord, wenn ich als Tanzpartnerin einladen würde… aber, dies ist eine ganz andere Geschichte…)

Ignaz-Kutschnberger
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Nach einem Zerwürfnis mit @gemeindeberg, werde ich die Veranstaltung großräumig umfahren und mein Tanzbein nach einem kleinen Ausrutscher beim Langlaufen vor dem Kamin schonen ;) Apropos aus zuverlässiger Quelle wurde mir mitgeteilt, dass einige Außerirdische den lieben Hobb-Ö neulich in Bremen vom Flugfeld abholen wollten...hoffe, sie haben nächstes Mal mehr Erfolg damit :))

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Ich mag die braune Masse nicht .ABER das geht zu weit auf einmal
KZ einzubeziehen. Schämt euch. Die Hofburg zu sperren ist ja auch so ein Unsinn. Was kann die Hofburg dafür. Lasst die braunen in einem Saal ihren Abschied feiern.

Ignaz-Kutschnberger
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...Abschied??...welchen Abschied?

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Du VOLLKOFFER(Aussage Häupl) Ich mag solche Komiker wie dich nicht leiden. Wer von sich behauptet er wäre Kriegstreiber ist ein wie oben. Die braunen nehmen Abschied und werden IMMER weniger werden. Wer braucht die BRAUNEN. Niemand

Ignaz-Kutschnberger
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DU Textilkopf (Aussage war-lord) ...wennst mir was mitteilen willst, sags mir direkt und nicht über Dritte...oder bist Du der Bärtige...eben! Und obst mich leiden magst oder nicht ist mir auf gut DEITSCH "Blutwurst" oder auf gut Wianerisch "Blunzn"

robertblum melden

Brum@ ! KZ ist die abkürzung für braune "K omische Z wergerl " ! die denn verblichenen nachweinen die in walhalla sind !

und was bitte hat KZ mit einem Ball zu tun????

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