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Welt ohne Atomwaffen?

Konferenz zu humanitären Auswirkungen von Atomwaffen in Wien mit Kurz eröffnet

Explosion einer Atombombe © Bild: Thinkstock

In der Wiener Hofburg ist am Montagvormittag die zweitägige Wiener Konferenz zu humanitären Auswirkungen von Nuklearwaffen von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) eröffnet worden. Ziel der Konferenz ist ein Richtungswechsel in der Nukleardebatte hin zu einer nuklearwaffenfreien Welt.

"Die Tatsache, dass aus mehr als 160 Ländern hochrangige Repräsentanten und zivilgesellschaftliche Organisationen hier sind, zeigt, wie wichtig das Thema ist. Nukleare Katastrophen haben verheerende Auswirkungen, niemand würde gewinnen, alle würden verlieren", erklärte Kurz. Als besonderen Erfolg wertete der Außenminister, dass auch die UN-Vetomächte USA und Großbritannien zu den Teilnehmern zählten. Die Vorgängerkonferenzen in Norwegen und Mexiko hatten beide Länder noch gemieden. "Jetzt ist die Zeit zu agieren, von den Worten müssen wir jetzt zu den Taten schreiten", forderte Kurz.

Grußbotschaft von Ban Ki-moon

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon erinnerte in einer verlesenen Grußbotschaft an die horrenden Konsequenzen von Nuklearwaffen und unterstrich, dass diese Konflikte noch gefährlicher machen würden. Wären noch mehr Staaten in Besitz von Nuklearwaffen, wäre die Welt nicht sicherer, gab der UN-Chef zu bedenken.

Ähnlich äußerte sich auch Papst Franziskus in einer vom apostolischem Nuntius Erzbischof Silvano Maria Tomasi vorgetragenen Botschaft: "Das unnötige Leid, das Nuklearwaffen mit sich bringen, ist besorgniserregend. Kernwaffen können nicht die Basis für ein friedliches Zusammenleben zwischen Menschen und Staaten sein. Daher ermutige ich die Teilnehmer, gerade jetzt ein Zeichen zu setzen."

Hiroshima-Überlebende warnt

Die Hiroshima-Überlebende und Friedensbotschafterin, Setsuko Thurlow, hielt in ihrer Rede fest, dass "es ihre Mission sei, die Welt davor zu warnen, welch' Hölle auf Erden sie durch die Nuklearwaffen erlebt habe. (...) Als 13- jähriges Schulmädchen hatte ich gemeinsam mit zwei anderen Mitschülern das Glück, Hiroshima zu überleben, doch der Rest meiner Klasse wurde lebend verbrannt. Ich höre noch immer ihre Stimmen, die nach ihrer Mutter und nach Hilfe schreien", schilderte Thurlow. Ihre wunderschöne Heimat Hiroshima sei durch den Einsatz von Nuklearwaffen über Nacht zum Albtraum geworden.

Die Konferenz wird am morgigen Dienstag fortgesetzt und soll mit einer gemeinsamen Abschlusserklärung beendet werden.

Kommentare

christian95 melden

Ist es nicht völlig "wurscht" ob man mit einer Kanone, Gewehrkugel oder Atomwaffe getötet wird?

Oberon
Oberon melden

Theoretisch schon, nur ist ein Gewehr oder auch eine Kanone nicht so gefährlich, wie eine Atomwaffe. Erstere setzen einen
Krieg voraus, eine Atombombe könnte jederzeit jemand fallen lassen...

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