Wien-Donaustadt von

Begehung nach Explosion

Alle Nachbarhäuser nicht mehr bewohnbar. Manipulation durch Hausbesitzer vermutet.

Wien-Donaustadt - Begehung nach Explosion © Bild: APA

Alle drei Nachbarhäuser des am Silvesterabend explodierten Gebäudes in der Wulzendorfstraße in Wien-Donaustadt sind nicht mehr bewohnbar. Alle Häuser sind für die Mieter gesperrt. Nun obliegt es dem Eigentümer, der Genossenschaft Siedlungsunion, ob und wie die Gebäude abgetragen bzw. wieder aufgebaut werden.

Das explodierte Haus befand sich in der Mitte einer Zeile mit drei weiteren Reihenhäusern. Die beiden unmittelbaren Nachbargebäude wurden durch das Unglück arg in Mitleidenschaft gezogen und sind einsturzgefährdet, teilte die Baupolizei mit. Das dritte Haus rechts außen könnte zwar betreten werden, ist aber durch das Fehlen der Infrastruktur - Strom, Gas und Wasser sind abgeschaltet - unbewohnbar. Unter Aufsicht konnten sich die Mieter der drei Häuser ihre Habseligkeiten holen. Laut Angaben der Baupolizei hatten die Mieter der Häuser, die zum Zeitpunkt des Unglücks zu Hause waren, ein Riesenglück, weil es zwischen den Häusern eine einfache Feuermauer gegeben hat. Dadurch sei der Kollateralschaden sehr gering geblieben, hieß es.

Nach ersten Angaben der Siedlungsunion wird damit gerechnet, dass die unmittelbaren Nachbarhäuser und auch das explodierte Haus neu errichtet werden müssen. Nur das vierte, ganz äußere Gebäude in der Zeile aus den 1930er Jahren wird man wohl retten können. Der Schaden sei von der Versicherung gedeckt. Nun müssen die Einschätzungen von Gutachtern und Sachverständigern abgewartet werden. Alle anderen Bewohner der Wulzendorfstraße sind durch die Explosion nicht beeinträchtigt. Insgesamt müssen drei Familien aus den betroffenen Gebäuden neue Quartiere beziehen, ihnen werden Ersatzquartiere angeboten.

Die bisher gefundenen Leichenteile - die Polizei geht davon aus, dass es sich um den Hausbesitzer Peter K. handelt - wurden zur Identifizierung in die Gerichtsmedizin gebracht. Der Tote ist so stark verkohlt, dass eine Klärung der Identität noch nicht möglich war. Bisherige Ermittlungen ergaben, dass der 44-jährige Hausbesitzer die Gasleitung manipuliert hat, so die Polizei. Der Haupthahn im Keller war aufgedreht, die Manschette entfernt. Die Polizei geht davon aus, dass der 44-Jährige durch Aufdrehen des Gashahnes Selbstmord begangen hat. Laut Anrainern äußerte er einige Tage vor dem Unglück Suizidabsichten.