Wien und Bratislava rücken nun zusammen:
Nordostautobahn "Spange Kittsee" eröffnet

Fahrtzeit wird dadurch auf 45 - 50 Minuten reduziert Gusenbauer: Städte als "Kräftepole der Wirtschaft"

In Anwesenheit von Spitzenpolitikern aus Österreich und der Slowakei ist in Kittsee die Nordostautobahn (A6) eröffnet worden. Mit der Fertigstellung des knapp 22 Kilometer langen Verkehrsweges nach einer Bauzeit von drei Jahren sind Wien und Bratislava durch eine Autobahn verbunden. Der "Lückenschluss" im hochrangigen Straßennetz und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten wurden bei der Eröffnung hervorgehoben.

Am Festakt, der in einem Großzelt am Grenzübergang Kittsee stattfand, nahmen Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und der slowakische Regierungschef Robert Fico sowie die beiden Verkehrsminister Werner Faymann und Lubomir Vazny und die Landeshauptleute Hans Niessl und Erwin Pröll teil. Zwischen Wien und Bratislava werde eine neue Wachstumszone entstehen. Die beiden Städte als "echte Kräftepole der Wirtschaft" würden noch enger zusammenwachsen, so Bundeskanzler Gusenbauer.

Kommt auch Straßenbahn wieder?
Der slowakische Regierungschef Fico gratulierte Österreich zur Fertigstellung der A6. Er hoffe, dass es nun auch gelingen werde, die einstige Straßenbahnverbindung zwischen den beiden Städten Wien und Bratislava wiederzubeleben. Im Hinblick auf die Verlegung der Schengengrenze versichere er, dass die künftige slowakische Schengengrenze zur Ukraine "auf jeden Fall" gesichert sei.

Fayman: "Stolzer Tag"
Verkehrsminister Faymann sprach von einem "stolzen Tag". Die Fertigstellung der A6 sei auch ein Beispiel für die Zukunft der Asfinag. Man wolle nun mit Hochdruck daran arbeiten, dass Straße und auch Schiene die beiden Länder verbinden.

Slowakei freut sich über Fertigstellung
Die Nordostautobahn stelle die erste Anbindung der Slowakei an ein hochrangiges europäisches Straßennetz dar und habe deshalb große Bedeutung, so der slowakische Ressortchef Vazny. Sein Land begrüße die Eröffnung der Autobahn, auch wenn sie "etwas später" stattfinde, als man sich dies erhofft habe. Umso erfreulicher sei die Fertigstellung.

"Standortaufwertung" für Niederösterreich
Auch Pröll und Niessl zeigten sich erfreut. Die Verbindung bedeute auch "eine unglaubliche Standortaufwertung für das Bundesland Niederösterreich". Außerdem würden die Gemeinden an der B9 "unglaublich aufatmen". Eine wichtige Forderung der Bundesländer in der Ostregion sei erfüllt, sagte Niessl. Die Verkehrsverbindung bilde auch die Voraussetzung, damit die Region Centrope zu einer Zukunftsregion im Herzen Europas werden könne.

"Alles nach Plan gelaufen"
Bei den dreijährigen Arbeiten zum Bau der A6 sei "alles nach Plan gelaufen", erklärte Asfinag-Vorstand Alois Schedl. Man habe die Gesamtkosten der Nordostautobahn um 36 Millionen Euro von 182 auf 146 Millionen Euro senken können. Insgesamt waren 16 Baufirmen und etwa 30 Ingenieurbüros beauftragt. Die baulich größte Herausforderung sei - im Hinblick auf die Durchquerung eines Natura 2000-Gebietes - die 410 Meter lange Leithabrücke gewesen.

Geringe Zeitersparnis
Die Zeitersparnis fällt laut ARBÖ aber nicht allzu groß aus: Benötigte man früher mit dem Pkw von Wien nach Pressburg etwa 50 bis 60 Minuten, so sind es jetzt 45 bis 50. Allerdings fällt dadurch die Gefahr weg, auf der Pressburger Bundesstraße (B9) hinter einem Lkw "festzusitzen". Deutlicher fällt mit einer halben Stunde die gewonnene Zeit für einen Linienbus aus, der bisher rund zwei Stunden unterwegs war. Gleich bleiben natürlich die Fahrzeiten für den Twin City Liner und den Zug, die laut ARBÖ 1,5 bzw eine Stunde bis Pressburg benötigen.

(apa/red)