Öffentlicher Verkehr von

Wien baut U5

Derzeitige Strecke von Altem AKH zum Karlsplatz - U2 zum Matzleinsdorfer Platz

U3 in Wien © Bild: APA/Hochmuth

Die numerische Lücke zwischen den Wiener U-Bahn-Linien U4 und U6 wird geschlossen: Die U-Bahn-Linie U5 kommt. Das hat die für die Wiener Linien zuständige Stadträtin Renate Brauner am Freitag bei der Klubtagung der Wiener SPÖ im burgenländischen Rust angekündigt. Zwar sind noch Details offen, die Finanzierung dürfte aber auf Schiene sein.

Schon in den vergangenen Monaten hatten sich die Anzeichen verdichtet, dass es die Stadt mit der "Geisterlinie" U5 dieses Mal ernst meint. In Rust haben die Rathaus-Roten nun klargestellt, dass sie tatsächlich gebaut wird. Wobei der Eingriff ins Netz sogar noch komplexer ist.

U5 in Wien
© APA

Route der U5

Der tatsächlich neu errichtete Teil der U5 wird - vorerst - jener vom Alten AKH zum Rathaus sein. Dann führt die Neo-Linie zum Karlsplatz, auf jenen Gleisen, welche die U2 derzeit befährt. Diese wird im Gegenzug vom Rathaus Richtung Süden verlängert. Wahrscheinlich ist, dass sie die U3 bei der Neubaugasse und die U4 bei der Pilgramgasse quert, was unter anderem eine Entlastung des 13A-Busses, der auf diesem Abschnitt fährt, bringen soll.

Endstation der neuen U2 im Süden soll der Matzleinsdorfer Platz werden. In einer möglichen weiteren Ausbaustufe könnte sie bis zum Wienerberg führen. Die U5 könnte nach Norden über den Gürtel - und damit über die U6 - Richtung Elterleinplatz in Hernals verlängert werden. Eine spätere Erweiterung nach Süden in Richtung Hauptbahnhofgelände ist auch nicht ausgeschlossen. Dafür wären aber tatsächlich neue Mittel vom Bund nötig, der den Wiener U-Bahn-Ausbau bisher immer zur Hälfte finanziert hat.

Neues Geld nicht nötig

Für die heute präsentierte Variante sieht die Sache anders aus: Es gibt zwar noch Gespräche mit dem Bund, der steht dem Projekt laut Brauner aber freundlich gegenüber. Denn neues Geld ist nicht wirklich nötig, das Budget wird durch die Änderung bisheriger Pläne, die bereits ausverhandelt waren, frei. So wurden der U1-Ausbau nach Rothneusiedl und auch die U2-Südverlängerung Richtung Favoriten nicht umgesetzt.

Insgesamt dürfte die neue U5/U2-Variante laut Stadt 950 Mio. Euro kosten. Wann das Vorhaben umgesetzt wird, ist noch offen. Eine Fertigstellung wird aber nicht vor Mitte der 2020er-Jahre erfolgen. Die Farb-Kennzeichnung der U5 ist auf den am Freitag präsentierten Grafiken übrigens türkis.

Vassilakou erfreut

Der Koalitionspartner - konkret Verkehrs- und Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) - zeigte sich erfreut. Sie betonte jedoch zugleich, dass in einem Öffi-Paket, das derzeit verhandelt wird, auch der Ausbau von Straßenbahn- und Busverbindungen vorgesehen ist. Außerdem verriet sie, dass die Stadtplanung derzeit prüft, ob die Südverlängerung nicht auch zum Bahnhof Meidling führen könnte.

Bei der Opposition hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Der ÖVP war die Ankündigung zu nebulös, und die FPÖ erinnerte daran, dass die U5 schon "x-mal" angekündigt, bisher aber nie umgesetzt worden sei.

Kommentare

simm1111

Woher das Geld nehmen wenn es in der Mariahilferstrasse liegt????

strizzi49 melden

Bevor man eine neue Linie baut, sollte man die anderen Linien bis an den Stadtrand führen! Alle bidherigen Linien haben zumindestens eine Endstelle mitten im Stadtgebiet! Alle Pendler müssen in diesen Fällen schon weit ins Stadtgebiet fahren, um in eine U-Bahn umsteigen zu können! Und da sind dann auch nicht genügend Parkplätze vorhanden! Das wäre am Stadtrand anders!

freud0815 melden

also ich weiss nicht wo der stadtrand sein soll-bei der u4 zb gibt es park&rides an beiden endstationen und mit der u4 gibt es in der stadtmitte jede möglichkeit umzusteigen-die u6 erscheint mir als die längste ubahn und in floridsdorf kommt man mit bus und stasenbahn eigentlich überall schnell hin. wien hat schon jetzt eines der besten und auch vergleichweise günstige anbindung, dass die ubahn nicht jeden vor der tür abholen kann ist ja klar und eine ubahn in die pampa find ich nicht zweckmässig

Und wieder einmal bleibt Floridsdorf auf der Strecke. Einer der größten Bezirke Wiens hat nur eine einzige U-Bahn-Station. Dicht verbautes Gebiet bis an den Stadtrand von Stammersdorf sind extrem unterversorgt. Gestern musste man wieder auf den dritten 31-er warten, bis man Platz fand. Es ist ein Skandal, dass "Geisterbahnen" zwar errichtet werden, alt eingesessene Bevölkerung aber wird vergessen.

christian95 melden

Hätte das die SPÖ in Wien nicht billiger verkünden können?
Dazu brauchen sie wirklich nicht alle nach Rust pilgern.

christian95 melden

(Wien baut eine U5 aber sie wissen noch nicht wohin. So etwas nennt man Planung)

waldelfe melden

Die Planung der Verlängerung der U6 bis Stadtrand liegt in der Lade und verrottet dort. Die Floridsdorfer sind der Stadtregierung wurscht. Hauptsache wir verdichten den Verkehr zusätzlich durch das Krankenhaus Nord. Danke,... ich weiss, was ich nicht wähle!!!!

christian95 melden

Es hält sich hartnäckig das Gerücht: "Weil nördlich von Wien hauptsächlich ÖVP Gemeinden liegen (zum Unterschied von Straßhof, Gänserndorf & Co) wird dort keine U-Bahn gebaut. Somit sollen die (ÖVP) Pendler keine Vorteile haben".

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