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Atomgespräche bleiben ergebnislos

Frist nicht eingehalten - Fortsetzung der Gespräche im Dezember geplant

Wien - Atomgespräche bleiben ergebnislos © Bild: APA/EPA/Roland Schlager

Die Verhandlungen der internationalen Gemeinschaft über das umstrittene Atomprogramm des Iran gehen in die nächste Runde: Eine selbst gesetzte Frist zur Lösung des Streits am Montag platzte bei den Gesprächen in Wien. US-Außenminister John Kerry kündigte jedoch an, dass bereits im Dezember weiter verhandelt werde.

Die USA zeigten sich nach den einwöchigen Gesprächen in Wien zufrieden mit dem Fortschritt. Die Iraner hätten seit einem Übergangsabkommen vor einem Jahr "ihre Seite der Vereinbarung" eingehalten und ihre Nuklearaktivitäten eingeschränkt, sagte Kerry. Es habe "Fortschritte" gegeben. Auch westliche Partner hatten sich zuvor ähnlich geäußert, Russlands Außenminister Sergei Lawrow sprach von "substanziellen Fortschritten" bei der Gesprächsrunde in Wien.

Sanktionserleichterungen bis Ende Juni 2015

Die im November 2013 in Genf getroffene Übereinkunft brachte dem Iran Sanktionserleichterungen im Gegenzug für ein Moratorium beim der weiteren höhergradigen Urananreicherung und Zugang internationaler Inspektoren zu seinen Atomanlagen. Dieses Abkommen gilt nun bis Ende Juni 2015 weiter, bis Ende März soll allerdings bereits ein Rahmenabkommen für eine endgültige Einigung erreicht werden.

Bereits im Juli war eine Frist für das Erreichen einer Lösung geplatzt. Der Weg zu einem endgültigen Abkommen werde "sehr hart", betonte Kerry.


Der Westen will bei den Verhandlungen aller UNO-Vetomächte und Deutschland mit dem Iran erreichen, dass die Islamische Republik seine Nuklearaktivitäten einschränkt. Damit soll verhindert werden, dass die Regierung in Teheran die Voraussetzungen zum Bau einer Atombombe erlangt. Der Iran will im Gegenzug ein Ende der internationalen Sanktionen, die insbesondere die Wirtschaft des öl-und gasreichen Landes empfindlich treffen.

Kritisches Auge auf Verhandlungen

Staaten in der Region beäugten die Verhandlungen in Wien mit einem kritischen Auge. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu betonte am Sonntag, kein Deal mit dem Iran sei besser als ein schlechter. Auch in den Golfstaaten fürchtet man die Möglichkeit eines atomar bewaffneten Iran. Der saudische Außenminister Faisal al-Saud war darum am Sonntag eigens für ein Gespräch mit Kerry nach Wien gereist.

Kerry versuchte vor Journalisten in Wien die Befürchtungen zu zerstreuen. "Die Welt ist heute sicherer als vor einem Jahr", sagte er im Bezug auf das Übergangsabkommen. Ein endgültiges Abkommen werde die Lage "besonders unsere Partner am Golf und in Israel" verbessern. Für den Abend wurde eine Erklärung des iranischen Präsidenten Hassan Rohani erwartet.

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