Wiederaufbau in Haiti beginnt: Ban Ki Moon ruft erneut zu Hilfe für Erdbebenopfer auf

Fehlt nach wie vor an Wasser, Essen & Unterkünften Zahl der Todesopfer auf über 200.000 angestiegen

Wiederaufbau in Haiti beginnt: Ban Ki Moon ruft erneut zu Hilfe für Erdbebenopfer auf © Bild: APA/EPA/Christodoulou

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Weltgemeinschaft erneut zur Hilfe für die Opfer des verheerenden Erdbebens in Haiti aufgerufen. In einer Videobotschaft sagte Ban: "Der Wiederaufbau Haitis beginnt damit, den Menschen Arbeit zu geben."

Zuvor war der UNO-Sondergesandte Clinton wieder in Haiti eingetroffen. Der frühere US-Präsident sprach nach UNO-Angaben mit Vertretern der Vereinten Nationen und wollte später auch mit haitianischen Regierungsvertretern zusammentreffen. Außerdem sollte Clinton ein Lager mit Überlebenden besuchen.

Über 200.000 Todesopfer
Nach jüngsten Schätzungen der haitianischen Regierung sind mehr als 200.000 Menschen bei dem Erdbeben vor dreieinhalb Wochen ums Leben gekommen. 300.000 Menschen wurden verletzt. Viele verloren ihr Obdach. Besonders in der Hauptstadt Port-au-Prince liegen zahlreiche Einrichtungen des öffentlichen Lebens in Trümmern.

Nach Wasser, Essen und Unterkünften werde das Fehlen von Toiletten ein Problem für die Stadt, erklärten die Vereinten Nationen in New York. "Wir brauchen 7.000 Latrinen und 25.000 Campingtoiletten", sagte ein Sprecher. Nach wie vor fehlen außerdem Zehntausende Zelte und Notunterkünfte.

Nach Angaben des Sprechers haben viele Schulen in Port-au-Prince zwar wieder mit dem Unterricht begonnen. Oft fehlten aber die Schüler. "Die Eltern haben Angst, ihre Kinder zur Schule zu schicken, weil sie neue Erdbeben befürchten." Die Vereinten Nationen würden jetzt dafür werben, die Kinder doch in die Schule zu schicken, damit der Aufbau des Karibikstaats vorankomme.

US-Bürger wegen Kindesentführung angeklagt
Zehn US-Bürger wurden in Haiti wegen Kindesentführung angeklagt. Sie müssen vorerst im Gefängnis bleiben. Ein Richter lehnte einen Antrag auf Haftverschonung der fünf Männer und fünf Frauen ab, wie deren Anwalt sagte. Den Mitgliedern der Gruppe wird vorgeworfen, dass sie 33 haitianische Kinder im Alter zwischen zwei Monaten und 14 Jahren ohne Genehmigung außer Landes bringen wollten. Sie wurden an der Grenze zur Dominikanischen Republik festgenommen.

(apa/red)