Wieder Watsch'n für Österreich auf den Färöer: Unentschieden in WM-Quali Blamage

18 Jahre nach 0:1-Pleite von Landskrona nur 1:1 Stranzl verhindert mit Ausgleich sogar Niederlage

Wieder Watsch'n für Österreich auf den Färöer: Unentschieden in WM-Quali Blamage © Bild: APA/Jäger

Das Färöer-Trauma des österreichischen Fußball-Nationalteams bleibt bestehen. Die ÖFB-Auswahl kam in der WM-Qualifikation auswärts gegen die Insel-Kicker nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus und leistete sich damit gegen die Färinger nach dem 0:1 von 1990 eine neuerliche Blamage. Nach der Färöer-Führung durch Lökin (47.) roch es schon nach einer neuerlichen Top-Sensation wie in Landskrona, Stranzl gelang für die drückend überlegenen Österreicher, die vor allem in der ersten Hälfte gute Möglichkeiten vergaben, in Torshavn aber wenigstens noch der Ausgleich (49.).

Das Nationalteam hat dadurch schon vor den beiden weiteren Gruppenspielen in Gruppe 7 an Boden verloren und steht nun am Mittwoch im Wiener Happel-Stadion gegen Serbien unter Siegeszwang. Ein Punkteverlust gegen die Balkan-Truppe würde die Hoffnungen auf einen Trip zur WM 2010 in Südafrika wohl schon nach vier Partien beenden. Die Färöer wiederum durften sich nach zuletzt 21 Niederlagen wieder über einen Zähler freuen.

Dabei hätten die Österreicher, die von Teamchef Karel Brückner in einem offensiv ausgerichteten 4-4-2 mit Ivanschitz an der Spitze der Raute sowie Hoffer und Janko als Spitzen aufs Feld geschickt wurden, schon bald nach Anpfiff alles entscheiden können. Von Beginn an waren die Rot-Weiß-Roten deutlich überlegen und erarbeiteten sich gute Einschussmöglichkeiten. Einen Schuss von Scharner in der 4. Minute bändigte der Färöer-Goalie Mikkelsen noch problemlos, fünf Minuten später wäre der Schlussmann bei einem Hoffer-Schuss allerdings geschlagen gewesen, doch Bö lenkte den Ball an die eigene Stange.

Harnik verletzt raus
Mit dem böigen Wind im Rücken setzten die Gäste die Insel-Kicker weiter unter Druck. Zunächst köpfelte Janko zu zentral aufs Tor (16.), dann kam Harnik nach Kopfball-Verlängerung von Janko knapp zu spät (18.). In der 22. Minute versenkte der Werder-Legionär den Ball im Tor, der slowenische Schiedsrichter Ceferin entschied jedoch auf Abseits. Zu allem Überdruss erlitt Harnik bei dieser Aktion eine Knöchelverletzung, laut erster Diagnose von Teamarzt Ernst Schopp handelte es sich dabei aber "nur" um eine Dehnung des Außenbandes.

Durch die Blessur des Flügelspielers kam Hölzl zu seinem Debüt, und der Mittelfeldspieler von Sturm Graz hatte in der 32. Minute die Führung auf dem Fuß: Nach einem kurz abgespielten Freistoß konnte Mikkelsen den Schuss von Hoffer nur kurz abwehren, Hölzl brachte den Ball allerdings aus kurzer Distanz nicht im Tor unter (30.). Davor war der einschussbereite Janko in letzter Sekunde am Schuss gehindert und einem ÖFB-Treffer von Scharner wegen angeblich vorangegangenen Handspiels neuerlich die Anerkennung versagt worden (jeweils 26.). Außerdem zielte Fuchs nach Garics-Vorlage knapp daneben (27.).

Die Färinger standen zwar äußerst tief in der eigenen Hälfte, verlegten sich aber nicht nur aufs Verbarrikadieren, sondern wurden phasenweise auch selbst aktiv, so etwa in der 30. Minute, als Manninger unmotiviert aus dem Tor eilte und Stranzl gerade noch vor Hansen klärte. Wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff marschierte Hansen alleine Richtung ÖFB-Tor, doch Scharner rettete in extremis im eigenen Strafraum.

In des Vaters Fußstapfen
Unmittelbar nach dem Seitenwechsel überschlugen sich zunächst die Ereignisse. In der 47. Minute wehte ein Hauch von Landskrona durch das luftige "Torsvöllur"-Stadion, als der eingewechselte Lökin nach Doppelpass mit Christian Högni Jacobsen aus rund zwölf Metern Manninger bezwang. Der 19-jährige Torschütze ist der Sohn eines Mitglieds jener Mannschaft, die Österreich im September 1990 besiegte und in der Pause dafür geehrt wurde.

Die Antwort der Österreicher ließ aber nicht lange auf sich warten. Schon in der 48. Minute hatten die Färöer bei einem von Mikkelsen gerade noch abgewehrten Hoffer-Schuss Glück, beim darauffolgenden Eckball hatten dann endlich einmal auch die Gäste Fortuna auf ihrer Seite. Der Ball wurde von Hansen per Kopf verlängert und fiel vor die Beine von Stranzl, der aus kurzer Distanz einschoss.

Auch Janko angeschlagen
Danach gab es für die ÖFB-Elf bei Gegenwind nicht mehr allzu viele hochkarätige Chancen. Die beste vergab Janko, der nach Querpass von Fuchs in Mikkelsen seinen Meister fand (62.). Brückner brachte in der Schlussphase noch Kienast für Garics und Arnautovic (Debütant) für Janko (Oberschenkelprobleme), taugliche Mittel wurden aber keine mehr gefunden - zum Teil aus Unvermögen, zum Teil auch, weil ein geordneter Spielaufbau aufgrund des starken Windes praktisch unmöglich war.

Färöer - Österreich 1:1 (0:0)
Torshavn, Torsvöllur, 1.900, SR Darko Ceferin/SLO

Torfolge:
1:0 (47.) Lökin
1:1 (49.) Stranzl

Färöer: Mikkelsen - Naes, Bö, Jon Roi Jacobsen, Davidsen - Borg (33. Lökin/74. Flötum), Danielsen, Thomassen (37. Benjaminsen), Christian Högni Jacobsen - Holst, Hansen

Österreich: Manninger - Garics (67. Kienast), Prödl, Stranzl, Pogatetz - Harnik (25. Hölzl), Scharner, Ivanschitz, Fuchs - Hoffer, Janko (81. Arnautovic)

Gelbe Karten: Borg, Holst

(apa/red)