Volksbefragung von

Wien fragt wieder

Diesmal fragt die Stadtregierung die Zufriedenheit mit der Wohnsituation ab

Wiener Volksbefragung, Bürgermeister Michael Häupl © Bild: APA/Neubauer

Die Stadt Wien befragt einmal mehr ihre Bürger - dieses Mal zum Thema Wohnen. 1,2 Mio. Fragebögen samt Informationsbroschüre werden in Form einer Amtlichen Mitteilung in den kommenden Tagen versandt. Ziel ist, die soziale Situation der Menschen sowie die Wünsche im Wohn- und Mietbereich zu erheben, erklärte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig vor Journalisten. Erste Ergebnisse sollen noch im Sommer präsentiert werden.

"Wir haben hier in Wien ein äußerst dichtes Netz, haben Möglichkeiten. Aber wir stellen immer wieder fest, dass viele Wiener von diesen Möglichkeiten nicht Gebrauch machen, weil sie zu wenig Information haben", erklärte der Ressortchef den Sinn der Aktion. Zudem seien viele Städter durch die öffentliche Debatte um Wohnkosten und Mietrecht verunsichert.

Die Mitteilung - mit einem Vorwort und den Konterfeis von Ludwig und Bürgermeister Michael Häupl - soll daher über das städtische Angebot in Sachen Wohnen informiert werden - von der Mieterhilfe bis zum Betriebskostenrechner. Im Zuge dessen führt die Stadt auch eine Wohnbefragung - laut eigenen Angaben die größte Österreichs - unter allen wahlberechtigten Wienern durch.

Zufriedenheit mit Wohnsituation wird abgefragt

Dabei wird u.a. abgefragt, wie zufrieden die Städter mit der derzeitigen Wohnsituation sind, ob man vor hat, demnächst umzuziehen, was die Gründe für Wohnungswechsel waren. Auch will man wissen, wie die Befragten die Mietkosten beurteilen bzw. wie leicht sie sich die Miete leisten können.

Die Befragung läuft bis Ende Juli, noch im Sommer sollen erste Ergebnisse präsentiert werden. Die Resultate würden in die städtische Wohnbauforschung einfließen und in weiterer Folge für die konkrete Umsetzung genutzt werden, so Ludwig. Was das Feedback anbelangt: "Ich bin sehr optimistisch, dass wir eine hohe Rücklaufquote haben.“ Für die gesamte Informationskampagne, inklusive der Befragung, gaben SPÖ und Grüne im Wohnbauausschuss bis zu 600.000 Euro frei.

Keine Wahlwerbung

Als Wahlwerbung, findet doch im Herbst die Nationalratwahl statt, will Ludwig die Wohnkampagne nicht verstanden wissen: "Da müsste man die politische Arbeit generell einstellen." Auch an der Form der Broschüre, nämlich als Amtliche Mitteilung, stößt er sich nicht: "Viel amtlicher geht's gar nicht", verwies er auf den Inhalt.

Wohnen gehört zu jenen Themen, um das sich die politische Diskussion im Vorfeld der Nationalratswahl dreht. Außerdem hat die Regierung eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um das Mietrecht zu novellieren. Ludwig glaubt aber, dass dies aber nicht mehr vor dem Urnengang geschehen wird: "Ich bin soweit realistisch." Er würde es aber positiv bewerten, wenn die Grundpfeiler vor der Wahl gelegt würden.

"Mietpreis-Deckelung nicht sinnvoll"

Dabei wiederholte er seine Forderungen, was die Novellierung des Mietrechtsgesetzes betrifft. Er plädierte für transparentere Regelungen beim Zuschlagssystem, wobei er betonte, nicht prinzipiell gegen Zuschläge zu sein. Es sei klar, dass Wohnungen in unterschiedlicher Lage und mit unterschiedlicher Ausstattung auch unterschiedliche Miethöhen hätten.

Eine Absage erteilte er unterdessen einem Vorschlag der Grünen: "Ich bin im Unterschied zu anderen politischen Gruppierungen so realistisch, dass ich sage, es wird in irgendeiner Form eine Differenzierung im Wohnungsangebot geben müssen. Dass heißt, eine Deckelung bei einem bestimmten Betrag erscheint nicht sinnvoll."

Zurückhaltend gab er sich, was die mutmaßlichen Betrugsfällen im Zusammenhang mit Sanierungsarbeiten bei Wiener Wohnen betrifft. "Wir werden schauen, ob sich die Verdachtsmomente erhärten", so der Stadtrat, der betonte, dass er sehr an einer lückenlosen Aufklärung interessiert sei. Dabei verwies er darauf, dass sich in einem anderen Fall vor einigen Jahren - wo Preisabsprachen bei Wiener Wohnen vermutet wurden - die Verdachtsmomente erhärtet nicht hätten. Hier habe die Staatsanwaltschaft die Ergebungen vor einigen Tagen beendet.

Für Freiheitliche SPÖ-Wahlwerbung

In Wien startet eine groß angelegte Befragung zum Thema Wohnen. Für diese Aktion hagelt es scharfe Kritik vonseiten der FPÖ und der ÖVP. Die Freiheitlichen ärgern sich vor allem über die Konterfeis von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig und Bürgermeister Michael Häupl (beide S) auf der dazugehörigen Info-Broschüre. Dies sei "nicht ganz einsichtig", so Klubchef Johann Gudenus am Donnerstag in einer Aussendung: "So wunderhübsch sind die beiden Herren nun auch wieder nicht." Er vermutet, dass es sich bei der Aktion um eine SPÖ-Wahlwerbung in Hinblick auf die Nationalratswahl handelt.


Erzürnt ist auch die ÖVP: "Statt sich um die Skandale im Wohnbauressort zu kümmern, für die einzig und allein die SPÖ die politische Verantwortung trägt, versucht man, in recht plumper und wenig kreativer Art von eigenen Verfehlungen abzulenken", ärgerte sich Landesparteiobmann Manfred Juraczka in einer Aussendung.

Und dies "mit dem nur für die SPÖ angenehmen Nebeneffekt, dass man einmal mehr eine parteipolitisch motivierte Wahlkampfaktion aus dem Budget der Stadt finanziert". Wieder würden Millionen Euro ohne erkennbaren Mehrwert verschwendet, ist sich Juraczka sicher: "Man hätte dieses Geld besser in die Wohnbauförderung investiert oder möglicherweise sogar in rasche und unbürokratische Hilfe für Hochwasserschäden stecken können."

Kommentare

giuseppeverdi melden

Schgaut euch doch den da oben an. Muss ich da noch etwas zu seinem Alkoholkonsum sagen? Warum der Mann hinter ihm wohl lacht?

mfp7764 melden

Der typ is ein schwerer alki aber leider gibts noch genug vollkoffer(alkis worte) die in noch immer wählen.aber ehrenwort meine stimme hat der nie bekommen.aber solange seine leber noch mitspielt wird er noch länger weitersaufen können auf staatskosten.

sendet doch eh keiner zurück
ausser die Gemeindehackler, die Zwangsverpflichtet sind
Aber Hr Häupl irgendwann wirds bitter mit so einem Sche.ß
das ist Bürgerverarsche und ich persönlich habe diese Spompernadln echt satt

tja, die wähler wollen es so und dann blöd reden dass alles schei.... ist. aber wichtig ist dass wir diese brut wählen, deppen!!!!!!!!!!

Wird wohl wieder so eine Pseudobefragung werden. Interessant, dass Klubobmann Cap erst kürzlich eine Volksbefragung über eine Reichensteuer propagiert hat, die VBMin Vassilaku mir jedoch ausrichten hat lassen, dass in Wien eine Befragung über Parkgebührenausweitung und Steuern nicht verfassungsmäßig sei. Sie richten sich die Argumente, wie sie es gerade brauchen.

lagi62 melden

na rot/grüne geldvernichter, sind wir wieder reich genug um kohle zu verschwenden? bitte wählt diese a........ doch endlich ab, oder wollt ihr weiter zu allem ja und amen sagen. dann dürft ihr nie mehr raunzen wenn es nicht passt

brauser49
brauser49 melden

ok. wir wählen nicht rot, gruen, blau, gelb... aber worueber raunzen wir dann !

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