Wieder neuer Terroranschlag: Explosion erschüttert türkische Touristenstadt Antalya

Detonation fordert drei Todesopfer und 18 Verletzte PLUS: Über 20 Verletzte bei Anschlag auf Urlauber

Wieder neuer Terroranschlag: Explosion erschüttert türkische Touristenstadt Antalya

In der Türkei sind bei Bombenanschlägen in zwei Urlaubsorten und in Istanbul innerhalb von 24 Stunden mindestens drei Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Die folgenschwerste Explosion ereignete sich am Montag in dem beliebten Badeort Antalya, wo es drei Todesopfer und mehr als 20 Verletzte gab. Zu vorangegangen Anschlägen in Marmaris und in Istanbul bekannte sich eine kurdische Extremistengruppe, die der verbotenen PKK nahe steht.

Zu der Explosion in Antalya lag zunächst noch kein Bekenntnis vor. Die Behörden machten aber klar, dass sie auch hier von einem Anschlag ausgehen; es werde nach zwei Verdächtigen gesucht. Die Explosion ereignete sich vor einem Geschäftszentrum in der Innenstadt. Mehrere Motorräder wurden zerstört, es brach ein Feuer aus. Die Feuerwehr fand bei den Löscharbeiten zwei Tote, ein Verletzter starb im Krankenhaus. Unter den weiteren Verletzten sollen vier israelische Touristen sein, wie die Nachrichtenagentur Dogan meldete.

Explosionsserie begann in Istanbul
Begonnen hatte die Explosionsserie am Sonntagabend in Istanbul, wo sechs Menschen verletzt wurden. Der Sprengsatz detonierte in der Nähe des Gouverneursbüros im Bezirk Bagcilar, wie die türkische Polizei mitteilte. Einer der Verletzten befand sich in kritischem Zustand.

Später detonierte im Badeort Marmaris ein Sprengsatz in einem mit britischen Touristen besetzten Bus. Zehn Urlauber und elf Türken wurden dabei verletzt. Der Sprengsatz war den Ermittlungen zufolge unter einem Sitz des Kleinbusses befestigt. "Unser einziger Trost ist, dass niemand getötet wurde," sagte der Bürgermeister von Marmaris, Ali Acar. Gleichzeitig explodierten nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi zwei weitere Bomben, die in Abfalleimern an der Hauptvergnügungsstraße des Ortes versteckt waren. Dabei gab es aber offenbar keine Verletzten.

Die Polizei verschärfte umgehend die Sicherheitsvorkehrungen und ließ die Mülleimer in der Stadt entfernen. Außerhalb von Marmaris wurden mehrere Straßenkontrollen errichtet.

Die Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi berichtete weiter, neun Verletzte seien nach einer kurzen Behandlung wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Zwei Verletzte seien operiert worden und befänden sich nun auf der Intensivstation, hieß es weiter. Unter den Verletzten seien auch drei Kinder oder Jugendliche.

Warnung vor Terrorgefahr
Das Londoner Außenministerium warnte vor einer erhöhten Terrorgefahr in der Türkei. "Wir glauben, dass internationale und inländische Terrorgruppen derzeit in der Türkei aktiv sind", hieß es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung. "Weitere Angriffe, auch in Touristengebieten, könnten folgen."

Zu den Anschlägen in Istanbul und Marmaris bekannten sich die "Freiheitsfalken Kurdistans". "Die Türkei ist kein sicheres Land, Touristen sollten nicht in die Türkei kommen", hieß es auf der Web-Site der Gruppe. In der Vergangenheit haben kurdische Extremisten immer wieder Anschläge gegen Ziele in türkischen Urlaubsorten verübt. Im vergangenen Jahr sprengten sie Extremisten einen Minibus im Touristenzentrum Kusadasi in die Luft und töteten dabei fünf Menschen; 13 weitere wurden verletzt.

(apa/red)