Wieder Streit um Klimt-Bild "Zuckerkandl":
2 Erben fechten Schiedsgericht-Spruch an

Mit 'Grundwertungen der Rechtsordnung unvereinbar'

Zwei der fünf Erben nach Ferdinand Bloch-Bauer fechten den Spruch des dreiköpfigen Schiedsgericht das Klimt-Bild "Amalie Zuckerkandl" betreffend an. George Bentley und Trevor Mantle, Neffen von Maria Altmann, brachten unlängst Klage auf Aufhebung des Schiedsspruches ein. Bei Einberufung des Schiedsgerichts hatten die Streitparteien allerdings dessen Erkenntnis als "endgültig und ohne Recht auf Berufung" vereinbart.

Das Schiedsgericht hatte im Jänner die Restitution von fünf Gemälden von Gustav Klimt mit einem Wert von rund 200 Millionen Euro, darunter die "Goldene Adele", an die Bloch-Bauer-Erben empfohlen. Dagegen sah das Gremium im gesondert behandelten Fall Zuckerkandl keinen Grund für eine Restitution.

Der Schiedspruch ist nach Ansicht der beiden Erben mit den "Grundwertungen der österreichischen Rechtsordnung unvereinbar", da "eine gänzlich unvertretbare Rechtsansicht" hinsichtlich des Nichtigkeitsgesetzes eingenommen worden sei. Eine entsprechende Klage sei von Anwalt Stefan Gulner formuliert worden, wie die Tageszeitung "Der Standard" berichtet.

Gottfried Toman von der die Republik Österreich vertretenden Finanzprokuratur glaubt laut "Standard", dass dem Begehren auf Aufhebung auf Grund der Verpflichtung, das Urteil anzuerkennen, nicht stattgegeben werden könne. Außerdem haben sich die anderen Bloch-Bauer-Erben Maria Altmann, Nelly Auersperg und Francis Gutman nicht an der Klage beteiligt.
(apa)