Wieder Störfall im Atom-Kraftwerk Temelin:
Block II abgeschaltet, Leistung gedrosselt

Techniker auf der Suche nach der Ursache

Das südböhmische Atomkraftwerk Temelin hat erneut einen Störfall gemeldet. Am frühen Mittwoch kurz vor 05.00 Uhr schlossen Techniker die Turbine des zweiten Blocks an das Netz an. Zuvor war eine andere Panne auf Grund einer undichten Ölleitung behoben worden. Nach 20 Minuten schaltete das Kontrollschutzsystem die Turbine aber automatisch ab und senkte die Reaktorleistung auf 36 Prozent, teilte Temelin-Sprecher Milan Nebesar mit.

Das Personal des Kraftwerkes sei dabei, die Ursache der Störung zu suchen, hieß es. Die Turbine werde wieder ans Netz angeschlossen, nachdem das Problem geklärt und behoben sei, fügte Nebesar hinzu.

Bei der undichten Ölleitung am Montag hatte es sich um den 90. Defekt seit der Inbetriebnahme der Anlage im Oktober 2000 gehandelt. Wenige Wochen davor hatte das Kernkraftwerk wegen einer undichten Druckluftleitung im nicht-nuklearen Teil heruntergefahren werden müssen. Temelin-Gegner vor allem in Bayern und Österreich fordern seit längerem die sofortige Stilllegung des grenznahen AKW.

Block I von Temelin ist seit längerem planmäßig abgeschaltet. Der Grund ist der jährlich stattfindende Austausch eines Viertels der Brennstäbe.
(apa/red)