Wieder zittern ein Star um WM-Teilnahme: Christian Vieri mit Menikusverletzung out

Viele Fußball-Stars zittern um ihre WM-Teilnahme U.a. Cafu, Totti, Owen, Santa Cruz und Xavi verletzt

Italiens Teamspieler Christian Vieri bangt um seine Teilnahme bei der Fußball-WM in Deutschland. Der Stürmer zog sich am Sonntag im Heimspiel des AS Monaco gegen Paris St. Germain (1:1) eine Meniskusverletzung im linken Knie zu und muss voraussichtlich einige Wochen pausieren. Etwas mehr als zwei Monate vor Beginn der Endrunde haben die WM-Hoffnungen des 32-Jährigen damit einen herben Rückschlag erlitten. Doch Vieri ist nicht der einzige Fußball-Star, der um seine WM-Teilnahme bangt. Neben dem Ex-Milan-Spieler zittern Italien auch noch um Francesco Totti, Brasilien um Cafu, Tschechien um Jan Koller, Spanien um Xavi, Paraguay um Roque Santa Cruz, die Niederlande um Wesley Sneijder.

Gut zehn Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland läuft so manchem verletzten Star die Zeit davon. Statt sich auf dem Rasen in Topform zu bringen, plagen sich die Rekonvaleszenten bei Krankengymnastik, Lymphdrainagen und ähnlichem.

Aber die Hoffnung auf das Spektakel vom 9. Juni bis 9. Juli stirbt zuletzt. Erst Ende Mai will Italiens Nationalheld Totti nach Wadenbeinbruch wieder ins Training einsteigen. Nationaltrainer Marcello Lippi hält ihm einen Platz frei: "Wir werden auf Totti warten und alles tun, damit er bis zur WM fit wird."

Optimismus fördert den Heilungsprozess: Bayern-Profi Santa Cruz ist zwar seit Ende Oktober wegen eines Kreuzbandrisses außer Gefecht, hat aber die WM noch nicht abgeschrieben: "Gleich nachdem es passiert ist, habe ich gerechnet, wie lange es dauern wird, bis ich wieder spielen kann. Es ist eng, aber ich bin auf einem guten Weg", sagte der Paraguayer. Auch sein Münchner Kollege und Irans Ass Ali Karimi (Syndesmoseriss) kämpft darum, rechtzeitig wieder fit zu sein.

Tschechien zittert um Koller und Lokvenc
Dass einige Nationaltrainer - darunter Jürgen Klinsmann - vergeblich versucht hatten, bei der FIFA den Meldeschluss vom 15. Mai weiter nach hinten zu schieben, hat auch einige prominente Patienten interessiert. Vor allem die gefürchtetste Verletzung könnte so manchem hoch dotierten Ballkünstler einen Strich durch die Rechnung machen: Nach einem Kreuzbandriss kämpfen neben Santa Cruz auch die tschechischen Angreifer Vratislav Lokvenc (Red Bull Salzburg) und Jan Koller (Borussia Dortmund) um ihre Rückkehr.

"Läuft alles nach Plan, bin ich im Mai wieder dabei", kündigte Koller an. Der erfolgreichste Goalgetter seines Landes (40 Tore in 66 Länderspielen) war am 24. September im Spiel des BVB in Mainz (1:1) ausgefallen. Die WM sei aber nach wie vor sein "großes Ziel".

Raul verzichtet auf OP am Kreuzband
Spaniens Mittelfeld-Ass Xavi vom FC Barcelona erholt sich schneller als erwartet von der gleichen Verletzung. Teamchef Luis Aragones zählt weiter auf den Katalanen, hat aber noch ein anderes Sorgenkind: Raul, der Kapitän von Real Madrid, hatte sich nach einem Anriss des Kreuzbands gegen eine Operation entschlossen. Nach drei Monaten Pause spielt er zwar wieder, läuft aber seiner Form hinterher. Zu den Wackelkandidaten gehört auch Ajax- Talent Sneijder: Der Niederländer leidet seit Jänner unter einen Kniesehnen-Verletzung.

Brasiliens Kapitän Cafu (142 Länderspiele), der am 7. Juni bereits 36 wird, will als erster Spieler überhaupt vier Mal hintereinander in einem WM-Endspiel stehen und zum dritten Mal die begehrteste Trophäe der Fußball-Welt erobern. Doch der Abwehrspieler vom AC Milan wurde am 15. Februar am Meniskus operiert. Ursprünglich wollte er bereits sein Comeback feiern, doch daraus wurde nichts. "Ich bin sicher, dass ich in ausgezeichneter Form zur WM fahre", sagte Cafu und relativiert in einem Atemzug: "Das ist mein Traum." Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira hat bereits angekündigt, die Erfahrung, die ein Cafu mitbringe, könne man "nicht einfach aus dem Fenster schmeißen". (apa/red)