Wieder kein Sieg für ÖSV-Herren: Norweger Svindal holt sich Hinterstoder-Riesentorlauf!

Raich nur Fünfter in Rennen durch Nebelschwaden Kanadier Francois Bourque wird 2., Palander Dritter

Spaß gemacht hat das Nebelrennen von Hinterstoder nur wenigen, am meisten freute sich jedenfalls der Norweger Aksel Lund Svindal, der den Riesentorlauf vor dem Kanadier Francois Bourque (+0,26 Sek.) und dem Finnen Kalle Palander (0,40) gewann und damit vor der Weihnachtspause die Führung im Gesamt- und RTL-Weltcup übernahm. Benjamin Raich wurde hinter Bode Miller (USA) Fünfter.

Österreich wartet damit in dieser Disziplin weiter auf den ersten Stockerlplatz in diesem Winter, die sieglose Serie der ÖSV-Herren verlängerte sich indes auf 13 Rennen. Dies ist jedoch im Vergleich zu den Schweizer Nachbarn ein Klacks, denn die Eidgenossen sind seit Donnerstag exakt 100 Bewerbe ohne vollen Erfolg.

Das 10. Weltcuprennen in Hinterstoder - am Tag genau vor 20 Jahren gab es den Premierenbewerb - geriet ob des dichten Nebels und minimaler bis keiner Sicht beinahe zur Farce. Nebel und Eisregen im obersten Streckenteil hatten in der Früh eine Startverschiebung von einer halben Stunde zur Folge, die Piste präsentierte sich laut Aussage vieler Rennläufer noch in einem guten Zustand, die Zeitabstände waren aber groß, mit 3,68 Sekunden Rückstand schaffte es Michael Walchhofer als 30. noch ins Finale.

"Schwierig, Selbstvertrauen zu tanken"
Im Finale verdeckte aber eine dichte Nebeldecke die Sicht aufs Geschehen, am Ende waren zwar Topathleten vorne, aber so mancher verlor doch die Orientierung. Für die Österreicher, für die momentan ohnehin jedes Rennen ein Kampf gegen die Erfolgsflaute ist, war dies eine zusätzliche Erschwernis: "Heute war es schwierig, Selbstvertrauen zu tanken. Rang fünf ist nicht ganz super, aber ich bin nicht weit weg. Der Rückstand ist im zweiten Durchgang geschrumpft, das ist das Positive", sagte Raich.

Hermann Maier, nach dem ersten Lauf als bester Österreicher noch Vierter, fiel auf den zwölften Rang zurück: "Ich habe nichts gesehen, ich bin fast ausgeschieden. Nachdem was gestern passiert ist und bei den Bedingungen, ist es für mich unmöglich zu attackieren", sagte er. "Ich weiß, ich bin am Leben, weil ich meinen Körper spüre", hatte er nach dem ersten Durchgang noch gescherzt. Die Schmerzen nach dem schweren Sturz beim Einfahren für den Super G , bei dem er sich eine Subluxation in der rechten Schulter zugezogen hatte, waren groß: "Mir tut vom Genick bis zu den Hüften alles weh. Zum Glück ist mir das mit der rechten Schulter passiert, sie ist stabiler, bei der linken hätte es anders ausgesehen. Für mich war es eines meiner schwierigsten Rennen."

Acht ÖSV-Läufer in den Punkterängen
Acht der zehn Österreicher schafften es in die Punkteränge, Rainer Schönfelder fiel im ersten Lauf aus, Hannes Reichelt im zweiten. Drittbester ÖSV-Läufer wurde Matthias Lanzinger als 18. "Ich bin eigentlich sehr zufrieden, mit der Nummer und bei den Bedingungen", sagte der 26-jährige Abtenauer. Patrick Bechter wurde 21. und schüttelte im Zielraum nur den Kopf: "Es war gefährlich, ich habe mich verfahren, ich habe von Tor zu Tor gesucht, das ist natürlich nicht so optimal."

Auch der Sieger hatte mit den Bedingungen zu kämpfen: "Es war hart, aber ich bin glücklich. Man kann nicht immer gewinnen, aber heute war mein Tag", meinte der Norweger, der am 26. Dezember 24 Jahre wird. Für den Gesamtweltcupzweiten der abgelaufenen Saison war es der vierte Weltcupsieg in der vierten Disziplin, ihm fehlt nur noch ein Slalomerfolg. Weltcup-Siege in allen fünf Disziplinen haben bisher Pirmin Zurbriggen (SUI), Marc Girardelli (LUX), Günther Mader (AUT), Kjetil-Andre Aamodt (NOR) und Bode Miller geschafft.

1. Aksel Lund Svindal NOR 2:25,63 1:12,91 1:12,72
2. Francois Bourque CAN 2:25,89 +0,26 1:13,86 1:12,03
3. Kalle Palander FIN 2:26,03 +0,40 1:13,13 1:12,90
4. Bode Miller USA 2:26,16 +0,53 1:13,30 1:12,86
5. Benjamin Raich AUT 2:26,20 +0,57 1:13,95 1:12,25
6. Massimiliano Blardone ITA 2:26,38 +0,75 1:14,19 1:12,19
7. Alberto Schieppati ITA 2:26,75 +1,12 1:14,55 1:12,20
8. Joel Chenal FRA 2:26,95 +1,32 1:14,61 1:12,34
9. Didier Defago SUI 2:26,96 +1,33 1:14,92 1:12,04
10. Ted Ligety USA 2:27,00 +1,37 1:14,87 1:12,13
11. Peter Fill ITA 2:27,01 +1,38 1:14,88 1:12,13
12. Hermann Maier AUT 2:27,09 +1,46 1:13,80 1:13,29
13. Thomas Fanara FRA 2:27,11 +1,48 1:15,29 1:11,82
14. Didier Cuche SUI 2:27,54 +1,91 1:15,21 1:12,33
15. Manfred Mölgg ITA 2:27,79 +2,16 1:15,63 1:12,16
16. Steve Missillier FRA 2:27,97 +2,34 1:15,65 1:12,32
17. Alessandro Roberto ITA 2:28,05 +2,42 1:15,21 1:12,84
18. Matthias Lanzinger AUT 2:28,06 +2,43 1:16,09 1:11,97
19. Marcus Sandell FIN 2:28,16 +2,53 1:16,53 1:11,63
20. Omar Longhi ITA 2:28,35 +2,72 1:16,56 1:11,79
21. Patrick Bechter AUT 2:28,43 +2,80 1:15,21 1:13,22
22. Daniel Albrecht SUI 2:28,54 +2,91 1:15,93 1:12,61
23. Markus Larsson SWE 2:28,67 +3,04 1:16,23 1:12,44
24. Michael Walchhofer AUT 2:28,85 +3,22 1:16,59 1:12,26
25. Mario Scheiber AUT 2:29,23 +3,60 1:16,51 1:12,72
26. Christoph Gruber AUT 2:29,48 +3,85 1:16,20 1:13,28
27. Mario Matt AUT 2:31,13 +5,50 1:16,26 1:14,87
28. Ales Gorza SLO 2:35,60 +9,97 1:16,13 1:19,47

(apa/red)