Wieder schepperte es am Schluss: Wacker nach "Last-Minute-Niederlage" Schlusslicht

Söndergaard: "Im Moment kommt alles zusammen" Tore in Schlussminuten kosteten insgesamt 8 Punkte

Egal welchen Spielern am Montag nun von der Fußball-Bundesliga endgültig die LASK-Tore beim 2:1-Sieg der Linzer in Innsbruck zugesprochen werden, Tatsache ist, dass die Wacker-Elf aus Tirol auch im siebenten Saisonspiel erfolglos blieb und damit ans Tabellenende rutschte. "Im Moment kommt alles zusammen", meinte Innsbruck-Träner Lars Söndergaard. "Da ist die lange Serie mit nur einem Sieg in den jüngsten 26 Bundesliga-Spielen, dann die späten Tore und dazu sind wir jetzt auch noch Letzter. Es ist verdammt schwierig, das alles aus den Köpfen der Spieler rauszubringen."

Lediglich am 9. Mai beim 5:1-Heimsieg über den aufgrund der Finanzmisere zum Abstieg verurteilten Söndergaard-Ex-Club GAK erhielten die Innsbrucker bisher im Jahr 2007 eine Bundesliga-Siegprämie. Seither sind sie nun schon wieder zehn Spiele en suite erfolglos. "Uns fehlt derzeit das Selbstvertrauen", betonte Söndergaard, der weiß, dass nun seine psychologischen Qualitäten gefragt sind.

Schon wieder Last-Minute-Niederlage
Denn zum bereits vierten Mal in dieser Saison schlug es im Finish im Gehäuse der Tiroler ein: Beim 1:3 in der Auftaktrunde in Wien gegen Rapid fielen die siegbringenden Tore der Hütteldorfer in Minute 87 und 94. Beim 2:2 im Heimspiel der dritten Runde gegen Mattersburg kassierte die Wacker-Elf in Minute 89 den Ausgleich, beim 1:1 gegen Kärnten in Runde fünf ebenfalls vor eigenem Publikum in Minute 88. Und am Samstagabend besiegelte ein kurioser Kopf-Pressball zwischen Verteidiger Schreter und LASK-Stürmer Vastic (Söndergaard: "Ein blödes Zufallstor!") in der 92. Minute die Niederlage der Hausherren auf dem Tivoli-Neu.

Die Innsbrucker kosteten diese Finish-Treffer also in Summe acht wertvolle Punkte, mit denen sie nun nicht unten, sondern zumindest im vorderen Mittelfeld stehen würden. "Das zeigt ja, dass wir mitspielen können", weiß Söndergaard. Das Schwierige sei nur, das auch seinen total verunsicherten Spielern klarzumachen. "Ich habe den Spielern schon so oft gesagt: 'Vergesst einfach das Frühjahr und die Negativserie.' Aber das ist leichter gesagt als getan", betonte Däne. "Ein Sieg wäre da sicher hilfreich."

Salzburger Bullen als nächste Probe
In Runde acht wird dieser aber schwierig zu erreichen sein, gastieren die Tiroler doch am kommenden Samstag beim Meister und Champions-League-Aspiranten Red Bull Salzburg. "Das ist natürlich ein ganz schwieriges Spiel", konstatierte Söndergaard, der bei der Niederlage gegen den LASK im Gegensatz zum 1:6-Debakel in der Vorwoche gegen Austria Wien durchaus positive Ansätze erkannte. "In der zweiten Hälfte war ich mit einigen Sachen zufrieden. Wir haben das 0:1 wettgemacht und dann sogar Chancen auf das 2:1 gehabt. Wir haben also versucht, die Partie zu entscheiden, und im Vergleich zum Mattersburg-Match nicht Angst gehabt, das Spiel zu gewinnen. Darauf müssen wir aufbauen."

Während sich Wacker Innsbruck im Tabellenkeller befindet, durfte sich der Aufsteiger aus Linz nach dem ersten Bundesliga-Sieg über die Tiroler seit dem 3:0 am 6. Oktober 1999 in Linz bis Sonntagnachmittag über die Tabellenführung freuen. Die vor Samstag letzte Heimniederlage der Innsbrucker gegen die Linzer datierte vom 11. November 1998, als die Oberösterreicher unter Trainer Otto Baric einen 4:1-Triumph auf dem Tivoli feierten.

Wer nun diesen Erfolg sicherstellte, wird nach Analyse der Fernsehbilder entschieden. Zunächst fühlten sich sowohl Wisio als auch Mayrleb als Schützen des ersten LASK-Tores, ebenso umstritten war der Siegtreffer, für den Schreter als Eigentor-Schütze und Routinier Vastic infrage kommen.

Die Klärung dieser Fragen ist nicht unerheblich für die ewige Bundesliga-Torschützenliste. Diese führt Hans Krankl mit 269 Treffern vor Vastic (173 mit Tor gegen Wacker) sowie Alfred Drabits (155) an. Und dahinter lauert Mayrleb mit 153 Toren auf Platz vier. Deshalb will der LASK-Stürmer unbedingt das erste Tor vom Samstag zugesprochen bekommen, weil er sich damit bis auf einen Treffer an Drabits heranrücken würde.
(APA/red)