Wieder Medaille für Österreich bei EM: Fabienne Nadarajah schwimmt zu Bronze

Mit österreichischem Rekord über 50 m Rücken Jovanovic bei Weltrekord um eine Sekunde schneller

Wieder Medaille für Österreich bei EM: Fabienne Nadarajah schwimmt zu Bronze

Fabienne Nadarajah hat für den täglichen Medaillengewinn des österreichischen Teams bei den Kurzbahn-Schwimm-Europameisterschaften in Debrecen gesorgt. Dabei schlug die 22-Jährige nicht wie schon vier Mal im Delfinsprint zu, sondern über 50 m Rücken. In 27,50 Sekunden verbesserte sie ihren zwei Wochen alten nationalen Rekord um 1/100 und ließ Gold von Markus Rogan und Silber von Mirna Jukic eine Bronze-Medaille folgen.

Es ist der insgesamt fünfte Medaillengewinn von Nadarajah, durchwegs auf der Kurzbahn. 2003 in Dublin, 2004 in Wien und 2005 in Triest hatte sie jeweils EM-Bronze über 50 m Delfin geholt, 2006 in Shanghai über diese Strecke sogar WM-Silber. Dass es die diesmalige Vierte im Delfinsprint nun auf der von ihr kaum trainierten Rückenstrecke geschafft hat, ist eine Überraschung. Die Möglichkeit dafür hatte sich aber schon in Vorlauf und Semifinale angekündigt.

Am Vormittag war sie in 27,74 Sekunden Schnellste gewesen, in der Vorschlussrunde rund eineinhalb Stunden vor den Endlauf in 27,66 Dritte. Durch die nochmalige Steigerung um 16/100 hielt die Athletin von SVS Niederösterreich den Bronze-Rang, die viertplatzierte Israelin Anna Gostomelsky schlug nur 4/100 und die fünftplatzierte Weißrussin Aleksandra Herasimenia bloß 6/100 nach dem österreichischen Sprint-Ass an.

"Freue mich über diese Medaille"
Dabei kamen Nadarajah ihre 1,84 m zugute, beim Anschlag machte sie sich zudem dementsprechend lang. "Bei der Wende war ich schon Zweite", sagte sie nachher, "aber die Tauchphase danach war schlecht." Der Schützling von Coach Robert Michlmayr machte aber danach noch den auf das Podest fehlenden Platz gut: "Schwimmerisch bin ich derzeit eben sehr gut. Ich freue mich über diese Medaille, aber vielleicht in einer Woche sogar noch mehr."

Der Sieg ging in der fantastischen Weltrekordzeit von 26,50 Sekunden an die schon bisherige kroatische Europarekordlerin Sanja Jovanovic, womit sie die bisherige, mehr als sechs Jahre alte Weltbestzeit der Chinesin Li Hui um gleich 33/100 und ihre Bestleistung um 41/100 verbesserte. Bei einem 50-m-Rennen ist das eine halbe Welt. Silber sicherte sich in 27,11 Sekunden mit dem respektablen Rückstand von 27,11 die Deutsche Janine Pietsch.

Dinko Jukic toller Final-Fünfter
Die dritte Final-Session der Titelkämpfe in der zweitgrößten ungarischen Stadt hatte es aus österreichischer Sicht aber auch sonst in sich. Dinko Jukic wurde in seinem ersten großen Finale toller Fünfter, Jördis Steinegger bei ihrer Endlauf-Premiere Achte. Zudem zogen Markus Rogan über 100 m Rücken und Mirna Jukic über 100 m Brust jeweils als Zweite in den Endlauf ein, womit die OSV-Equipe bei dieser EM schon zwölf Finalplatzierungen sicher hat.

Dinko Jukic machte an diesem Tag größere Schlagzeilen als seine Schwester. In 1:55,47 Minuten verfehlte der 18-Jährige auf seinen favorisierten 200 m Delfin seinen drei Wochen alten österreichischen Rekord nur um 4/100. "Ich habe mich am Griechen Drymonakos orientiert, den habe ich vor drei Wochen in Zagreb geschlagen", rekapitulierte der zweifache Junioren-Weltmeister seine Taktik. Drymonakos holte dann Bronze, 1,19 Sekunden vor Jukic.

Der Abstand zu einem für den Wiener diesmal ohnehin noch nicht für möglich gehaltenen Medaillengewinn war also recht groß, doch in einem Jahr bei der Kurzbahn-EM in Rijeka kann es schon anders aussehen. "Dieses Rennen hat mich auf jeden Fall weitergebracht", erklärte der zweifache Jugend-Europameister. "Hinten heraus bin ich ja schnell. Jetzt muss ich noch an meinem Anfangstempo arbeiten."

Steinegger blieb in der Medaillen-Entscheidung über 400 m Kraul in 4:05,78 um 98/100 über ihrem im Vorlauf fixierten österreichischen Rekord, war aber keineswegs enttäuscht. "Ich kann mich nicht aufregen", sagte die ASV-Linz-Athletin. "Ich bin sogar regelmäßiger als am Vormittag geschwommen. Es war zwar nicht mein Rennen, aber ich kann darauf aufbauen."

Zitterpartie für Rogan
Eine Zitterpartie war der Semifinallauf für Rogan. "Ich habe geglaubt, dass ich einen Fehlstart gemacht habe", meinte der 25-Jährige danach. "Ich habe beim Start etwas gezuckt, bin dadurch zu spät weggesprungen." Bange 51,62 Sekunden durchlebte der 200-m-Europarekordler dann im Wasser, ehe er nur den Deutschen Helge Meeuw um 36/100 ziehen lassen musste.

(apa/red)