Wieder heftige Kämpfe im Libanon: Sieben Menschen wurden bei Luftangriffen getötet

Israel flog neue Angriffe auf Vororte von Beirut Hisbollah-Miliz verkündet ihren "Sieg" per Video

Während die Vereinten Nationen um eine Libanon-Resolution ringen, gehen die Kämpfe im Kriegsgebiet unvermindert weiter. Bei einem Angriff Israels auf den Norden des Libanon sind Sanitätern zufolge sieben Menschen getötet worden. Israelische Flugzeuge hätten die Gegend um Balenat al-Hissa attackiert. Das Gebiet liegt nahe der Grenze zu Syrien. Ein weiterer Mensch wurde verletzt.

Israelische Kampfflugzeuge flogen neue Angriffe auf die südlichen Vororte von Beirut und auf Ziele im Nordlibanon. Mindestens zehn schwere Explosionen waren in der libanesischen Hauptstadt zu hören. Nahe der Ortschaft Akkar im Norden des Landes wurde nach Angaben der Polizei eine Brücke getroffen. Dabei seien fünf Menschen getötet und mehrere andere verletzt worden, hieß es. Zudem sei die Straße nach Arida an der nördlichen Grenze zu Syrien attackiert worden, sowie die Ortschaft Masnaa an der östlichen Landesgrenze.

Über einigen Gebieten in den Beiruter Vororten sei dichter Rauch zu sehen, teilte die libanesische Polizei weiter mit. Was bei diesen Angriffen genau getroffen wurde, ist unklar. Zuvor hatte die israelische Luftwaffe die Einwohner mehrerer südlicher Vororte in Flugblättern vor neuen Angriffen gewarnt. Daraufhin waren die Menschen in Massen geflüchtet.

Olmert stimmt Ausweitung von Bodenoffensive zu
Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat einer Ausweitung der Bodenoffensive zugestimmt. Regierungskreise erklärten zur Begründung, Israel halte eine Ausweitung der Offensive angesichts mangelnder Fortschritte bei den Verhandlungen über eine Resolution des UN-Sicherheitsrats zu einem Waffenstillstand für erforderlich.

Das Sicherheitskabinett hatte die Ausweitung bereits am Mittwoch beschlossen. Die Bemühungen in New York, einen Text zu verabschieden, liefen unterdessen auf Hochtouren. Die Kämpfe zwischen israelischen Truppen und der radikal-schiitischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon gingen dennoch unvermindert weiter.

Soldat getötet
Die israelische Armee hat den Tod eines ihrer Soldaten bekannt gegeben. Nach Angaben des Onlinedienstes "Ynet" starb der 26-jährige Reserveoffizier Yasmou Yalau bereits am Dienstag bei Kämpfen gegen die Hisbollah im südlibanesischen Dorf Labouna. Der Tod eines weiteren Offiziers in Labouna war schon früher mitgeteilt worden.

12 Tote bei Angriff auf Brücke
Bei israelischen Luftangriffen auf eine Brücke im Norden des Libanon sind nach Angaben des Zivilschutzes zwölf Menschen getötet worden. Bei einer ersten Attacke auf die Al-Hissa-Brücke in Akkar seien zunächst fünf Libanesen getötet worden. Als Dorfbewohner dann zu der Brücke eilten, um Verletzten zu helfen, griff die Luftwaffe erneut an.

Raketen auf Nordisrael
Die Hisbollah hat mindestens vierzehn Raketen auf den Norden Israels gefeuert. Dabei seien die Stadt Haifa und mehrere Ortschaften angegriffen worden, berichteten israelische Medien. In Haifa seien zwei Gebäude direkt getroffen worden. Es habe mehrere Verletzte gegeben.

Hisbollah verkündet ihren Sieg
Bereits vor einer möglichen Feuerpause im Libanon hat die radikalislamische schiitische Hamas ihren "Sieg" über Israel verkündet. Über ihren Sender "Al-Manar" ("Leuchtturm") strahlte sie ein Video aus in dem es hieß, man habe die angeblich "unbesiegbare Armee besiegt", berichtete "Ynet", die Internetausgabe der israelischen Tageszeitung "Yedioth Ahronot".

Laut Ynet beinhalten die jüngsten Vorschläge für eine Waffenruhe keine Entwaffnung der Hisbollah-Miliz als Vorbedingung. Stattdessen solle sich die israelische Armee schrittweise aus dem Libanon zurückziehen und von einer internationalen Friedenstruppe, einschließlich 10.000 französischen Soldaten, ersetzt werden.

Unterdessen bereitete sich die libanesische Regierung auf ein Ende des Krieges vor. Ministerpräsident Fouad Siniora erörtertet mit Parlamentspräsident Nabih Berri die geplante Entsendung von 15.000 Soldaten in den Südlibanon.

Bodenoffensive nicht ausgeweitet
Trotz der Entscheidung des Sicherheitskabinetts weitet Israel die Bodenoffensive im Südlibanon vorerst nicht aus. Ein Mitglied des israelischen Kabinetts sagte, damit sollten die bisher vergeblichen diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Krieges unterstützt werden.

Israelische Soldaten hatten sich mit der Hisbollah- Miliz heftige Kämpfe um die südlibanesische Ortschaft Marjayoun geliefert. Die Hisbollah feuerte derweil nach israelischen Angaben wieder mindestens 110 Raketen auf den Norden Israels ab. Eine Frau und ihr Kind seien dort getötet worden, hieß es in israelischen Berichten.

(apa/red)