Wie wichtig ist die Grippeimpfung wirklich? Networld hat das Pro & Contra recherchiert

Wichtiger Unterschied: Influenza und grippaler Infekt Sind Grippeimpfungen nur für Risikogruppen sinnvoll?

Wie wichtig ist die Grippeimpfung wirklich? Networld hat das Pro & Contra recherchiert

Am Montag startet die große Grippe-Impfaktion der MA 15 in Wien. Die echte Grippe, die Influenza ist auf keinen Fall mit einem grippalen Infekt zu vergleichen, und darum wird vielerorts zur Grippeimpfung aufgerufen. Wie sinnvoll ist diese aber wirklich? Networld hat für das Pro und Contra Grippeimpfung nachgefragt!

Die Meinungen zur Grippeimpfung gehen auseinander. Wir haben bei den beiden Ärztinnen, Univ.-Prof. Dr. Ursula Kunze vom Institut für Sozialmedizin in Wien und bei Dr. Gloria Kozel von der Österreichischen Gesellschaft für Homoöpathie nachgefragt.

Influenza ist nicht gleich grippaler Infekt!
Beide Ärztinnen sind sich einig, dass die Influenza dringend von einem grippalen Infekt zu unterscheiden ist. Univ.-Prof. Dr. Kunze : „Den meisten Patienten muss jedes Jahr aufs neue klargemacht werden, dass die Influenza nicht mit einem grippalen Infekt gleichgesetzt werden darf – und dass die Impfung nur vor der gefährlichen Virusgrippe, nicht aber vor harmlosen Erkältungskrankheiten, Husten oder Schnupfen schützt. Sonst wird es unweigerlich heißen: ‚Ich hab mich impfen lassen und war trotzdem dauernd krank.“
Allerdings weist Dr. Kozel darauf hin:"Für den einzelnen Menschen ist weder vorhersehbar, ob er in diesem Winter an Influenza A/B erkranken wird, noch ist es vorhersehbar, wie er auf eine Grippeimpfung reagiert, wenn er diese vorher noch nie erhalten hat. Wir (die Österreichische Gesellschaft für Homöopathie, Anm.d. Red.) halten es einerseits für falsch, Impfungen unreflektiert abzulehnen, andererseits auch Impfungen ohne entsprechende ärztliche Aufklärung zu verabreichen. Es muss von ärztlicher Seite sowohl über die möglichen Gefahren und Komplikationen der Krankheit, der Influenza, als auch über die möglichen Risiken und Komplikationen der Impfung informiert werden."

Wer soll sich impfen lassen?
Bei dieser Frage gehen die Meinungen der Ärztinnen auseinander. Dr. Kunze empfiehlt für jeden Menschen die Grippeimpfung: "Besonders für Menschen ab 50+ kann Influenza zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung werden. Aber auch jüngere Erwachsene und Kinder können schwer erkranken insbesonders wenn bereits eine Grunderkrankung vorliegt (Erkrankungen der Atemwege, Asthma, Diabetes, Nierenerkrankungen). Empfehlungen, nur Risikogruppen zu impfen, stammen aus Zeiten der Impfstoffknappheit. Heute gilt: Ältere und Personen mit erhöhter Gefährdung müssen, alle anderen sollen geimpft werden."
Dr. Kozel hingegen weist vermehrt auf die Impfung für Risikogruppen hin und gibt zu bedenken: "Die Durchführung von Massenimpfungen in Schulen oder öffentlichen Impfstellen ist unter Berücksichtigung der Aufklärungs- und Untersuchungspflicht gründlich zu überdenken. Die Zielgruppen für die Influenza Impfung sind alle Personen ab 60 Jahren, alle chronisch Kranken, alle Personen in Gesundheitsberufen, sowie alle, die sich schützen möchten. Was die Risikogruppe der älteren Mitbürger betrifft, kann ich mich der angeführten Meinung anschließen, allerdings könnte die Altersgrenze auf noch jenseits der 65 Jahre ausgedehnt werden."

Wer darf nicht geimpft werden?
Wie Prof. Kunze ausführt muss - entgegen der weit verbreiteten Ansicht - lediglich bei hohem Fieber und einer akuten Infektion von einer Impfung Abstand genommen werden. Sowohl bei Husten, Schnupfen, einer Schwangerschaft kann geimpft werden, auch bei Allergien, Asthma oder Heuschnupfen, jedoch nur nach Rücksprache mit dem Arzt. Dr. Kozel gibt ebenfalls zu bedenken: "Zum Impfzeitpunkt zu beachten sind bestehende Infekte mit und ohne Fieber, eine bekannte Allergie oder Unverträglichkeit gegen einen Inhaltsstoff des Impfstoffes sowie bekannte pathologische Reaktionen auf vorherige Impfungen."

Fazit
Mittels Homoöpathie kann bis zu einem gewissen Grad sämtlichen Infektionskrankheiten vorgebeugt werden, ebenso mit richtiger Ernährung und Sport. Schnupfen oder Husten haben zwar noch nicht viel mit gefährlicher Influenza zu tun, dürfen jedoch nicht verharmlost werden. Achten Sie auf die Signale ihres Körpers und vernachlässigen Sie auf keinen Fall hohes und langwährendes Fieber! Ob Sie für sich persönlich einer Grippeimpfung zustimmen, sollten Sie individuell mit Ihrem Arzt besprechen. (red)

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