Wie langsam noch? Gemeinde Ansfelden fordert nun gar Tempo 80 auf Westautobahn

Allparteienresolution des Gemeinderates abgesegnet Land beschloss Tempo 100, Gorbach kündigt Veto an

In der Diskussion um Tempo 100 auf der Westautobahn zwischen Linz und Enns meldete sich der Bürgermeister der Stadt Ansfelden im Bezirk Linz-Land, Walter Ernhard, zu Wort. Er forderte sogar Tempo 80 zum Schutz der Anrainer, wie in Salzburg und in Wien am Gießhügel.

Der Bürgermeister begrüßte das geplante Tempolimit auf der Westautobahn von Linz in Richtung Osten bis zur niederösterreichischen Landesgrenze. Im Großraum Linz, wo die Autobahn auch quer durch das Stadtgebiet von Ansfelden führt, ist ohnehin schon seit Jahren Tempo 100 verordnet. Es wird auch mit einer fix installierten Radar-Anlage überwacht.

Ernhard will aber darüber hinaus Tempo 80 in seinem Gemeindegebiet und von dort bis nach Sattledt - ein rund 20 Kilometer langer, ebenfalls dreispuriger Autobahnabschnitt: "Für mich ist Tempo 80 im Bereich Haid-Sattledt unabdingbar und von höchster Priorität". Auch eine Einhausung dieses Teilstücks hat er zuvor schon gefordert. Er verweist in diesem Zusammenhang auf eine Allparteien-Resolution des Gemeinderates (ÖVP/SPÖ/FPÖ/Grüne) im Vorjahr. 100.000 Fahrzeuge und 18.000 Brummis würden jeden Tag an diesem neuralgischen Punkt vorbeidonnern. Das sei die höchste Lkw-Dichte Österreichs. Vor allem die Bewohner in den Stadtteilen Haid und Freindorf sowie in der Reder- und Napoleonsiedlung würden eines besonderen Schutzes bedürfen.

Für den Bürgermeister ist auch die dreispurige Fahrbahn in diesem Bereich kein Widerspruch zu Tempo 80. Diese Anzahl von Fahrbahnen sei aufgrund der hohen Verkehrsdichte absolut notwendig, um den Verkehrsfluss nicht zu gefährden. Außerdem habe man im Stadtgebiet von Salzburg auf der A1 beste Erfahrungen mit Tempo 80 gemacht, die Lärm- und Staubbelastung habe sich wesentlich verringert. Des weiteren gebe es eine solche Beschränkung auch am Gießhügel bei Wien, wo viele Politiker wohnen - "offenbar sind manche gleicher als gleich", vermutet Ernhard.
(apa/red)