Wie geht es Castro wirklich? Staatschef laut Botschafter auf dem Weg der Besserung

Politische Lage sei von "vollkommener Normalität" Symbolfigur der kubanischen Opposition gestorben

Der erkrankte kubanische Staatschef Fidel Castro ist nach Angaben seines Botschafters in Venezuela auf dem Weg der Besserung. Castro erhole sich nach und nach, sagte Botschafter German Sanchez Otero laut offizieller venezolanischer Agentur ABN. Die politische Lage in Kuba sei geprägt von "vollkommener Normalität". Unterdessen starb die Symbolfigur der kubanischen Opposition, Gustavo Arcos Bergnes, im ALter von 79 Jahren in Havanna.

Es habe keine Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung gegeben, die Kubaner setzten ihre täglichen Aktivitäten ohne Zwischenfälle fort. Der Botschafter betonte zudem, die Institutionen funktionierten weiterhin und die Bevölkerung vertraue auf die schnellstmögliche Genesung Castros.

Der bald 80-jährige einstige Revolutionsführer hatte vor einer Woche die Amtsgeschäfte vorübergehend an seinen Bruder übergeben. Offiziell hieß es, er müsse sich einer Darmoperation unterziehen. Dass seit der Machtübertragung keiner der beiden Brüder mehr in Erscheinung getreten war, hatte Spekulationen angeheizt, Castros Zustand könnte sehr viel ernster und hinter den Kulissen bereits ein Machtkampf über seine Nachfolge entbrannt sein.

Symbolfigur der kubanischen Opposition gestorben
Der frühere Weggefährte von Fidel Castro und spätere Dissident Gustavo Arcos Bergnes ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Oppositionelle teilten mit, Arcos sei an einem Herzschlag gestorben. Der 79-Jährige sei ein Symbol der Opposition gewesen, sagte die Oppositionelle Marta Beatriz Roque, die von Arcos Frau über den Tod informiert worden war.

Zu Beginn der kubanischen Revolution war Arcos Jusstudent gewesen. Er habe gegen Diktator Fulgencio Batista und zuletzt gegen die Tyrannei von Fidel Castro gekämpft, sagte Roque.

Nach dem Triumph der Revolution war er jedoch zunächst Botschafter in Belgien geworden, stand der Führung jedoch zunehmend kritisch gegenüber und trat 1964 zurück. Nach seiner Rückkehr nach Kuba saß er von 1966 bis 1969 und nochmals von 1982 bis 1988 im Gefängnis. Seine Frau Teresita Rodriguez hatte kürzlich gesagt, ihr Mann sei in den vergangenen Wochen zusehends schwächer geworden. Arcos hatte 1988 zusammen mit seinem Bruder Sebastian und zwei weiteren Dissidenten das kubanische Menschenrechtskomitee gegründet.
(apa/red)