"Widerwärtig und letztklassig": Van der Bellen über Vorwürfe von Van Staa empört

Tirol-LH stellt Vater des Grünen-Chefs als Nazi hin Bundessprecher will Belege oder Entschuldigung

Der Grüne Bundessprecher Alexander Van der Bellen hat die Vorwürfe des Tiroler Landeshauptmanns Herwig Van Staa, wonach sein Vater ein "hochrangiger Nazi" gewesen sei, als "widerwärtig und letztklassig" bezeichnet. Gegenüber der APA sagte Van der Bellen, "mir ist davon nichts bekannt. Wenn Van Staa Belege dafür in der Hand hat, werde ich sie mit Interesse studieren, wenn er keine Belege hat, möge er sich öffentlich entschuldigen".

Der Tiroler Landeshauptmann reagiere offenbar mehr als wehleidig auf den Vorwurf, dass er Internierungslager für straffällig gewordene Asylwerber einrichten wolle. "Wenn Van Staa meint, einen politischen Angriff auf seine unseligen Internierungsideen damit beantworten zu müssen, indem er Gerüchte über meinen Vater in die Welt setzt, dann finde ich das zwar letztklassig, aber diese Form der Politik richtet sich wohl selbst", weil das Verhalten von Van Staa dessen eigenes Problem sei.

Der Grünen-Chef verwies darauf, dass er selbst im Alter von einem Jahr mit seinen Eltern auf der Flucht vor der Roten Armee aus Wien nach Tirol ins Kaunertal gewesen sei. "Mein Vater ist vor 41 Jahren verstorben".

Tiroler LH schwächt Aussage über Grünen-Chef ab
Van Staa versuchte offenbar seine Aussage über Van der Bellen abzuschwächen. Van Staa habe nicht den Vorwurf erhoben, dass der Vater von Van der Bellen ein hochrangiger Nazi gewesen sei, erklärte der Pressesprecher des Landeshauptmanns, Markus Giesinger, gegenüber der APA. (apa/red)