Wichtiger Parteitag vor Nationalratswahl: Gusenbauer mit 95 % als SP-Chef bestätigt

Immerhin besseres Ergebnis als vor zwei Jahren Aber durchwegs schlechter als restliches Präsidium

Die SPÖ geht trotz aller Zwistigkeiten geeint in die Wahl. Parteichef Gusenbauer erhielt beim Parteitag in Linz 95 Prozent der Delegiertenstimmen und wurde somit zum dritten Mal in seiner Funktion wieder gewählt. Damit schnitt er deutlich besser ab als vor zwei Jahren im Wiener Austria Center (88,9 Prozent), blieb jedoch hinter dem Ergebnis vor der letzten Wahl 2002 (99 Prozent) zurück.

Eher enttäuschend für Gusenbauer war wohl, dass er sowohl im 70-köpfigen Vorstand als auch im Präsidium das schlechteste Ergebnis aller Kandidaten erzielte. Vor der neuerlichen Kür Gusenbauers war alles, was die Partei an Rang und Namen hat, aufgeboten worden, um die Delegierten milde zu stimmen. Sämtliche Landeshauptleute der Sozialdemokraten traten ans Rednerpult, um für den beständig als künftigen Bundeskanzler avisierten Gusenbauer zu werben.

Mit einer Performance auf Blechfässern zu dem alten 80-Jahre Yello-Hit "Oh Yeah" war der 39. Parteitag der SPÖ im Linzer Design Center eingetrommelt worden. SPÖ-Chef Gusenbauer erklärte danach, er wolle ein Kanzler werden, der die Träume "unserer Eltern" verwirkliche und der die Zukunft der Kinder sichere. Es sei an der Zeit, sich von der derzeitigen Regierung "mit ihrer abgehobenen und arroganten Art" zu verabschieden.

Offensiv ging Gusenbauer auch die Entscheidung an, den "Freunden vom Liberalen Forum" auf der Bundesliste einen Fixplatz für ein Mandat zukommen zu lassen. Man verstehe dies als wichtiges politisches Signal, "um die gesamte Breite unserer Bewegung" zu zeigen. Koalitionsansagen machte der SPÖ-Chef neuerlich keine, Nein sagte er nur zu FPÖ und BZÖ. Besonders angeschossen wurde die ÖVP und Kanzler Schüssel: "Wolfgang Schüssel hat kein Gewissen, er hat kein Herz und die Sorgen der Menschen interessieren ihn nicht."

Die Ergebnisse im Detail:

Alfred Gusenbauer 95 Prozent
Gaby Schaunig 99 Prozent
Renate Brauner 99 Prozent
Gabriele Burgstaller 98 Prozent
Renate Csörgits 95 Prozent
Hannes Gschwentner 99 Prozent
Michael Häupl 99 Prozent
Erich Haider 99 Prozent
Elke Sader 99 Prozent
Hans Niessl 99 Prozent
Heidemaria Onodi 97 Prozent
Barbara Prammer 98 Prozent
Franz Voves 99 Prozent

(apa/red)