MWC 2015 von

Trends zum Mobile World Congress

Von Smartwatch bis hin zu Virtual Reality: Was die Mobilfunkmesse heuer bewegte

SPAIN-TELECOM-MOBILE-SHOW-MWC-SAMSUNG © Bild: Thinkstock

Hallenweise neue Technik: An allen Ecken und Enden des Mobile World Congress in Barcelona gab es Neuheiten zu bestaunen. Zu den etablierten Smartphones gesellte sich vor allem Smartphone-Zubehör, das den Nutzer-Alltag aufwerten soll. Aber auch mobile Dienstleistungen stehen vor dem Durchbruch. Alte und neue Rivalen buhlen unterdessen um die immer wählerischer werdende Kundschaft.

Doch nicht so 4K. Wie schon 2014 übt sich die Branche auch heuer in Zurückhaltung, wenn es um mobiles 4K bzw. Ultra HD geht. Displays mit höherer Auflösung als Full-HD haben eben ihre Nachteile. Erstens gibt es nach wie vor kaum Content, zweitens sind dermaßen hochauflösende Bildschirme ungeliebte Akku-Leersauger.

Die Chinesen kommen. Schon mal was von Huawei, Xiaomi und ZTE gehört? Von Jahr zu Jahr wird die Präsenz chinesischer Hersteller immer größer. Anfangs noch von vielen Messebesuchern belächelt, dürften die drei größten Hersteller Chinas auch in Europa bald richtig ins Rollen kommen.

Smart? Aber bitte mit Watch. Der Konkurrenzkampf bei Computer-Uhren ist voll ausgebrochen. Smartphone-Anbieter LG und Huawei zeigen etwa Modelle mit rundem Display, die optisch an hochwertige klassische Uhren erinnern. Die Apple Watch, die Anfang März vorgestellt und im April erscheinen wird, verursacht bei vielen Herstellern "Muffensausen". Eine berechtigte Angst lässt sich durchaus bezweifeln.

Samsung vs Apple bleibt ein profitabler "Streit". Samsung meint sich die Smartphone-Oberklasse nicht von Apples iPhone 6 wegnehmen lassen zu wollen. Das neue Flaggschiff Galaxy S6 soll dies unter anderem mit hochwertigen Materialien wie Aluminium und Glas verhindern. Was viele nicht wissen: Samsung verdient auch bei jedem iPhone ordentlich mit, weil das Apple-Wunderwerk nicht ohne koreanische Bauteile auskommt. Auch wenn es Apple-Fans nicht gerne hören: Sie verwenden zu einem gewissen Anteil Samsung-Hardware.

Wireless Charging. Zu Deutsch "drahtloses Aufladen" von Smartphones könnte vor dem Durchbruch stehen. Ikea liefert einen Grund, warum es praktisch sein kann: Man braucht nur sein Telefon auf einige Tische und Lampen zu legen - und schon lädt es sich auf. Ikea und Samsung bei seinem neuen Galaxy-Modell setzen beide auf den drahtlosen Ladestandard Qi, was diesem eine gute Position bescheren könnte.

Virtual Reality auch am Smartphone. Bei 3D-Brillen für die Darstellung virtueller Realität formiert sich allmählich ein Markt. HTC steigt nach Absatzproblemen bei seinen Smartphones als nächster Player in das Geschäft ein. Die Brille HTC Vive soll bis Jahresende in den Handel kommen. Bei Samsung gab es ein neues Modell der Gear VR, bei der Samsung-Smartphones als Display dienen.

Smartphone statt Kreditkarte. Das Bezahlen per Smartphone kommt in Gang. Für iPhone-Nutzer gibt es Apple Pay. Samsung stellte jetzt mit den Galaxy-Modellen sein Samsung Pay vor. Die Lücke auf Android-Geräten anderer Hersteller dürfte Google mit seinem Dienst füllen.

Fitness um jeden Preis. Spezialisten für Fitness-Zubehör suchen im Angesicht der Smartwatch-Zukunft den Schulterschluss mit großen Geräte-Herstellern. So kooperiert etwa Jawbone mit Huawei und Under Armour macht bei einem Fitness-Band von HTC mit. Weitere Kooperationen sind eine Frage der Zeit, jeder will mitnaschen, wenn es soweit sein sollte

Microsoft versucht es mit der Brechstange. Trotz Zukauf von Nokia bleiben Marktanteile und Erfolg für Microsoft überschaubar. Anstatt mit Klasse versucht man es nun mit Masse: Die neuen Mittelklasse-Lumias 640 und 640XL sollen zu Kampfpreisen über den Ladentisch gehen, ein neues Flaggschiff muss sich zumindest bis zum Start von Windows 10 gedulden. Ob das Rezept aufgeht, wird sich erst weisen.

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