Viruserkrankung von

WHO meldete alarmierenden
Trend bei Masern-Infektionen

30 Prozent mehr Fälle - Große Impflücken auch in Österreich

Die rasant steigende Zahl der Maserninfektionen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) alarmiert. 2017 seien weltweit um 30 Prozent mehr Fälle gemeldet worden als im Jahr davor, berichtete die UNO-Organisation am Donnerstag in Genf. In diesem Jahr wiederum seien es schon bis November um zehn Prozent mehr Fälle gewesen als 2017.

2017 seien weltweit 110.000 Menschen an Masern gestorben, die meisten davon Kinder, berichtet die WHO. Weltweit dürften im vergangenen Jahr mindestens rund 6,7 Millionen Menschen an Masern erkrankt sein.

Masern bis 2020 ausrotten?

Ursprüngliches Ziel war es, die Masern bis zum Jahr 2020 auszurotten. "Kein Zweifel, es gab seit dem Jahr 2000 riesige Fortschritte", sagte Martin Friede von der WHO-Fachabteilung für Impfungen. Die Zahl der Ansteckungen sei seitdem um 85 Prozent zurückgegangen. 21 Millionen Menschenleben seien so gerettet worden, geht aus einer neuen Analyse aller Daten der WHO und der US-Gesundheitsbehörde CDC hervor.

Masernproblematik in Österreich

Auch in Österreich und Europa wird regelmäßig vor der Masernproblematik gewarnt. Laut dem Gesundheitsministerium wurden 2017 insgesamt 95 Erkrankungen registriert. Auch das war ein Anstieg im Vergleich zu 2016. Zwischen Anfang Oktober 2017 und Ende September 2018 erkrankten in den EU-Mitgliedsländern und in den Staaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EAA) gemäß dem Europäischen Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC) insgesamt 13.453 Menschen an Masern. Griechenland, Rumänien, die Slowakei, Italien und Frankreich waren besonders betroffen. In Österreich gab es in diesem Zeitraum 83 Fälle. Das entsprach 9,5 Erkrankungen pro einer Million Einwohner. Am höchsten war diese Rate in Griechenland (283,1 je einer Million Einwohner), am niedrigsten in Dänemark mit nur einer Masern-Erkrankung je Million Einwohner.

Durchimpfungsrate von 95 Prozent erforderlich

Auch in Österreich gibt es noch massive Impflücken bei der Immunisierung gegen Masern, Mumps und Röteln. Für eine ausreichende Immunität der Bevölkerung hinsichtlich Masern wäre eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent mit zwei Dosen erforderlich. Die Masern-Durchimpfungsraten 2017 zeigen jedoch, dass für die Zwei- bis Fünfjährigen die Durchimpfungsrate mit der zweiten Dosis nur bei etwa 81 Prozent liegt. Konkret heißt das, dass 48.000 Kinder in dieser Altersgruppe eine zweite Impfung gegen Masern-Mumps-Röteln erhalten sollten und nicht ausreichend geschützt sind.

Kompletter Impfschutz fehlt oft

In der Altersgruppe der Sechs- bis Neunjährigen liegt dieser Wert für die zweite Dosis bei 89 Prozent in dieser Altersgruppe sollten fast 27.000 Kinder eine zweite MMR-Impfung erhalten. Bei den 15- bis 30-Jährigen verfügen nur knappe 70 Prozent über einen kompletten Impfschutz. Das bedeutet, dass fast eine halbe Million Personen zwischen 15 und 30 Jahren die zweite Dosis der Vakzine gegen Masern (in Kombination mit Mumps und Röteln) benötigen. Die Impfung wird an öffentlichen Impfstellen für alle Personen ohne Altersbeschränkung kostenfrei angeboten.

»Masern sind eine höchst ansteckende, manchmal tödliche Krankheit«

"Masern sind eine höchst ansteckende, manchmal tödliche Krankheit mit vielen Komplikationen", warnte WHO-Impfexpertin Ann Lindstrand. Von den 53 Staaten der europäischen WHO-Region haben nach Angaben der deutschen Nationalen Verifizierungskommission Masern/Röteln (NAVKO) 37 die Masern eliminiert.

Kommentare