Wettskandal im ehrwürdigen Wimbledon: Manipulierte Matches am "Heiligen Rasen"

Acht verfälschte Spiele in den letzten sechs Jahren Skandal vor Beginn der All England Championships

Wettskandal im ehrwürdigen Wimbledon: Manipulierte Matches am "Heiligen Rasen" © Bild: Reuters/Lemarque

Der Wett-Betrug im Welt-Tennis hat auch Wimbledon erreicht. Wie die Londoner "Times" und weitere seriöse britische Zeitungen am Tag vor Beginn der All England Championships berichteten, sollen in den vergangenen sechs Jahren insgesamt acht Matches auf dem "Heiligen Rasen" verschoben worden sein.

Im vergangenen Jahr seien vier Partien im Herren-Einzel nicht korrekt verlaufen. Fünf der verdächtigten Spieler seien auch in diesem Jahr am Start. Das gehe aus einem Report hervor, den die Spielerorganisationen ATP und WTA sowie der Tennis-Weltverband ITF und die vier Grand-Slam-Turniere im Kampf gegen Wett-Manipulationen in Auftrag gegeben haben. Namen von verdächtigten Spielern wurden nicht bekannt.

Unklar ist auch, ob und wie Wimbledon die Sicherheitsvorkehrungen gegen Wett-Betrug und die in Osteuropa und angeblich auch in Österreich tätige Wett-Mafia verschärfen will. Bekannte Praxis ist derzeit neben den Maßnahmen der Wett-Anbieter, die ungewöhnliche Wett-Verläufe beobachten und Wetten gegebenenfalls stoppen, dass auf der Anlage jedwedes Wetten verboten ist. Außerdem ist der Zugang zu den Spielerbereichen stärker reglementiert worden. Mögliche weitere Angaben wollen die Organisatoren am Montag geben.

Konkrete Hinweise auf Manipulation im großen Stil gibt es im Welt-Tennis nicht. Das hat das britische Expertenteam, das nach Bekanntwerden der Vorwürfe im vergangenen Jahr seine Arbeit aufgenommen hat und vor gut einem Monat einen Report abgeliefert hat, in seiner Expertise betont. Klar festgehalten wird darin auch, dass es keinen Anlass zu der Annahme gibt, im Tennis werde systematisch betrogen oder dass der Sport sogar korrupt sei.

(apa/red)