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Wie zuverlässig sind Wetterprognosen?

Warum Langzeit-Vorhersagen "Unfug" sind und worauf man sich verlassen kann

WEtter © Bild: APA/ZAMG Wien

Wie wird das Wetter diesen Sommer oder Winter? Wann soll man den Urlaub, eine Hochzeit oder sonstige Großereignisse planen? Das fragen sich viele Menschen und greifen auf Langzeit-Wetter-Prognosen zurück. Doch sind diese überhaupt zuverlässig? Eher kaum, wie nun berichtet wird.

Einen „Weltmeister-Sommer“ versprach der deutsche Meteorologe Dominik Jung dem deutschen Volk schon im April. Eingetreten ist zwar der Weltmeister-Titel der deutschen Nationalelf, das Wetter jedoch war nur teils weltmeisterlich bis dato. Vor allem der Juli brachte in Süddeutschland viel Regen.

Was hat es also auf sich mit solchen Langzeitprognosen, wie jene von Jung auf wetter.net und davon ausgehend in vielen Medien zitiert? „Unfug“ lautet das Urteil des Meteorologen Frank Böttcher vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation in Hamburg, wie „zeit.de“ berichtet. Es seien schlicht Fehlinformationen, so der Experte, den „detaillierte Langfristprognosen“ seien „schlichtweg Quatsch“.

"Nur Trends"

Der Wetter-Hellseher selbst jedoch schwächt seine Vorhersagen ab: Es handle sich nur um „Trends“ und keine „Prognosen“, so der wetter.net-Redaktionsleiter. Was Medien daraus machen und dass den Konsumenten der Unterschied nicht ganz klar sei, darauf habe er keinen Einfluss, so Jung zu „zeit.de“.

Das Problem an der Wettervorhersage sind nicht die Prognosen selbst, sondern der Zeitrahmen, was auch schon die „Hamburger Erklärung“ vor drei Jahren besagte: Wetterexperten unterzeichneten ein Dokument, das besagt, dass langfristige Prognosen wissenschaftlich unhaltbar seien und nur dem Ruf aller seriösen Meteorologen schaden würden.

Über zwei Wochen kaum möglich

Denn auch wenn sich dinge wie der Luftdruck für die kommende Woche heute konkreter vorhersagen lässt, als noch vor 45 Jahren, so ist das beispielsweise mit Regen oder Schnee schon schwierige und bei manchen Gewitterlagen sowieso fast unmöglich, da diese oft auf kleinstem Raum entstehen und höchsten Stunden davor vorhersagbar sind. Überhaupt müssen 20 ähnliche Vorhersage-Resultate erzielt werden, um als zuverlässig zu gelten, was über zwei Wochen im Voraus schon unmöglich ist, wie „zeit.de“ weiter berichtet.

Smartphone-Apps unzuverlässig

Ein weiterer Grund für die unzuverlässige Vorhersage vor allem auch auf Smartphone-Apps ist die Regionalität. Die meisten vorinstallierten Wetterdienste stammen aus den USA und geben die Bedingungen hierzulande nur unzureichend wieder. Tester befanden keine App für richtig gut. Nur für die nächsten Stunden sind diese Vorhersagen zutreffend.

Gute alte Bauernregeln

Somit gilt wie auch schon in „guten alten Zeiten“: Das Wetter im nächsten Sommer kann man nicht voraussagen, mit einer kleinen, in der heutigen Zeit meist belächelten Ausnahme: Der Bauernregeln. So kann beispielsweise die Siebenschläferregel eine Trefferquote von bis zu 80 Prozent aufweisen – was mehr ist als jede „Trendprognose“.

Kommentare

Aber bitte wie das Wetter in 100 Jahren aussieht, das weiss man doch schon ganz genau, wenn die Überschrift "Klimawandel" drüber steht. An wievielen Schräubchen des "Klimamodells" da gedreht werden musste, damit das Gewollte herauskommt, steht nur im "wissenschaftlich" Kleingedruckten.

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