Gibt's gar nicht von

Warum Wetterfühligkeit
(doch) völliger Unsinn ist

Und weshalb wir dennoch mit aller Kraft an das (nicht existente) Phänomen glauben

Mann im Regen © Bild: iStockphoto.com

Die einen beharren auf ihrer Existenz, die anderen ziehen sie seit jeher in Zweifel: die Wetterfühligkeit. Einer aktuellen australischen Studie zufolge ist Wetterfühligkeit aber vor allem eines: schiere Einbildung. Warum dieses Phänomen wohl doch nur in unseren Köpfen existiert und weshalb wir dennoch mit aller Kraft an seine Existenz glauben.

Australische Forscher werteten die Daten von knapp 1.000 Personen mit Rückenschmerzen und etwa 350 mit einer Kniearthrose, also einer frühzeitigen Abnützung des Kniegelenks, aus. Da die Daten der Rückenschmerzpatienten laut "spiegel.de" aus einer Medikamentenstudie stammten, war für die Teilnehmer nicht ersichtlich, dass sie auch im Zusammenhang mit dem Phänomen der Wetterfühligkeit ausgewertet werden könnten.

Die Betroffenen hatten notiert, zu welchem Zeitpunkt sich ihre Schmerzen verschlimmerten. Die Forscher wiederum griffen auf die Wind- und Regendaten des australischen Wetterdienstes zurück und untersuchten, ob ein Zusammenhang zwischen der Wetterlage und dem Schmerzempfinden bestand. Im Speziellen gingen sie auf die Temperatur, die Windrichtung und -stärke, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck ein.

Darum glauben wir dennoch an die Wetterfühligkeit

Dabei zeigte sich, dass keiner der Faktoren das Schmerzempfinden signifikant beeinflusst. Was aber noch lang nicht heißt, dass man nicht trotzdem an einen Zusammenhang zwischen Schlechtwetter und Schmerz glauben kann. Das hat den Forschern zufolge zweierlei Gründe: Einerseits tendiert der Mensch dazu, die Welt in Muster einzuteilen. Was zur Folge hat, dass wir mitunter auch dort Muster finden, wo real gar keine existieren.

Anderseits erinnern wir uns besonders gut an jene Ereignisse, die in unser Weltbild passen. Wenn wir nun an die Wetterfühligkeit glauben, es regnet und wir Schmerzen haben, wird dieser vermeintliche Zusammenhang als Bestätigung unserer These in unserem Gehirn abgespeichert. Dagegen rücken wir die Tatsache, dass der Schmerz gelegentlich auch bei strahlendem Sonnenschein auftaucht, dezent in den Hintergrund.

Und wie sieht es mit Migräne aus?

So viel zum vermeintlichen Zusammenhang zwischen Rücken- sowie Knieschmerzen und dem Wetter. Was die Wissenschafter dagegen nicht untersucht haben, ist ein etwaiger Zusammenhang zwischen dem Wetter und dem Auftreten von Migräne, Schwindel und Schmerzen von vernarbtem Gewebe. Bleibt also noch einiges an Spielraum für Spekulationen.

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