Unwetter von

Sturm fegte über Österreich

Feuerwehr im Großeinsatz - Verletzte in Niederösterreich

Unwetter - Sturm fegte über Österreich © Bild: APA/Zoom.Tirol

Der Sturm sorgte in der Nacht auf Montag für zahlreiche Feuerwehreinsätze in weiten Teilen Österrichs. Bäume stürzten auf Straßen, Häuser und Autos. In Niederösterreich forderte der Sturm drei Verletzte.

Niederösterreich: Drei Leichtverletzte

Der Sturm hat in der Nacht auf Montag in fast jedem Bezirk Niederösterreichs für Feuerwehreinsätze gesorgt. Letztlich waren es 145, berichtet Franz Resperger vom Landeskommando in der Früh. Insbesondere betroffen waren die Bezirke Amstetten und Melk im Westen des Landes, aber auch das Waldviertel mit den Bezirken Zwettl, Gmünd, Waidhofen a.d. Thaya und Horn.

Laut Resperger waren 138 Feuerwehren mit 1.500 Mitgliedern aufgeboten. Die Helfer mussten u.a. mehr als 100 Bäume beseitigen, die in Strom- oder Telefonleitungen gestürzt waren oder Straßen blockierten. Zudem wurden Gerüstteile und Plakatwände aus ihren Verankerungen gerissen.

Drei Leichtverletzte wurden dem Feuerwehrsprecher zufolge bei einem Unfall in Windigsteig (Bezirk Waidhofen a.d. Thaya) gemeldet. Die Personen waren demnach in einem Auto unterwegs, das gegen einen auf die Landesstraße gestürzten Baum krachte.

Gefordert waren Feuerwehren in der Nacht auf Montag auch bei zwei Bränden. In Schönbeck (Bezirk Zwettl) ging der Dachstuhl eines Wohnhauses in Flammen auf. Ein Übergreifen der Flammen auf den Wohnbereich wurde verhindert. Fünf Feuerwehren standen im Einsatz.

Sogar 13 waren es in Zeillern (Bezirk Amstetten), wo ein Brand auf einem Bauernhof ausgebrochen war. Beim Eintreffen der Helfer stand der Wirtschaftstrakt bereits in hellen Flammen. Auch in diesem Fall wurde der Wohnbereich gerettet. Ein Übergreifen des Feuers auf einen Stall mit Kälbern wurde ebenfalls verhindert. Nachlöscharbeiten dauerten in der Früh noch an, teilte Resperger mit.

Mehrere Straßen waren gesperrt: Blockiert waren im Bezirk St. Pölten-Land die L5040 von der L7120 bis zur L162 sowie die L5122 von Enikelberg in Neidling bis Lauterbach in Karlstetten und von Lauterbach bis Weyersdorf. Betroffen waren auch Straßen in den Bezirken Melk und Krems-Land. Im Bezirk Melk waren die L5309 von der L5246 bis Graben bei Haag in Kilb und die L5329 von Harlanden bis Knocking in Erlauf gesperrt, teilte das Amt der niederösterreichischen Landesregierung in einer Aussendung mit. Im Bezirk Krems-Land waren im Dunkelsteinerwald die L7110 von der B33 bis zur L7111 und die L7118 von Geyersberg bis Mitterarnsdorf nicht passierbar.

Wien: 40 Feuerwehr-Einsätze

Die Berufsfeuerwehr Wien hat von Sonntagnachmittag bis Montagvormittag rund 40 Einsätze zur Beseitigung von Sturmschäden absolviert, sagte Feuerwehrsprecher Jürgen Figerl. Es ging vor allem um lose Dachziegel, abgebrochene Äste, umsturzgefährdete Bäume oder umgefallene Baustellengitter, die den Verkehr behinderten und rasch weggeräumt werden mussten.

© APA/Georg Hochmuth Samstragmorgen stand das Donauzentrum in Flammen

Sonntagabend führte der starke Wind außerdem zu einem neuerlichen Einsatz beim Donauzentrum, das am Tag zuvor gebrannt hatte. Diesmal machten die Feuerwehrleute Fassaden- sowie Blechteile am Dach des Einkaufszentrums sturmsicher. Die Dachkonstruktion hatte zuvor für die Löscharbeiten geöffnet werden müssen.

Salzburg: Rund 60 Einsätze

Eine Sturmfront, die in der Nacht auf Montag über den Norden des Bundeslandes Salzburg gefegt ist, hat die Feuerwehren des Flachgaus und der Landeshauptstadt auf Trab gehalten. Bäume stürzten auf Straßen, Häuser oder Autos und mussten entfernt werden. Im Flachgau rückten die Helfer von 21 Feuerwehren zu rund 40 Einsätzen aus, berichtete das Landesfeuerwehrkommando.

"Hauptproblem waren sehr starke Windböen mit weit über 80 Stundenkilometer, die zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen führten", berichtete Landesfeuerwehrkommandant Leo Winter. Die erste Alarmierung ging bereits am Sonntag um etwa 16.00 Uhr ein. Die Einsatzkräfte entfernten hauptsächlich umgestürzte Bäume, die auf Straßen, Häuser und Autos gestürzt waren. Außerdem machten sie Straßen frei, beseitigten brennende Bäume, die in Stromleitungen gestürzt waren oder sicherten umgestürzte Baugerüste und Bauzäune.

Zu Schäden kam es in 21 Gemeinden des Flachgaus, das sind fast zwei Drittel aller Kommunen im Bezirk. Auch in der Stadt Salzburg wurde die Berufsfeuerwehr zu rund 20 Einsätzen gerufen, unter anderem fiel ein Baum auf eine Obus-Oberleitung.

Oberösterreich: 250 Feuerwehreinsätze

Sturmtief "Eberhard" hat in Oberösterreich von Sonntagabend bis Montagfrüh rund 250 Feuerwehreinsätze ausgelöst. In Münzkirchen (Bezirk Schärding) warfen starke Windböen einen mit einem etwa 18 Quadratmeter großen Swimmingpool beladenen Anhänger um.

Gegen 16.00 Uhr erreichten am Sonntag die ersten starken Windböen das Innviertel, danach zog das Zentrum des Sturms weiter über den Donauraum ins Mühlviertel. Windspitzen von bis zu 100 km/h entwurzelten zahlreiche Bäume, die Verkehrswege blockierten. Insgesamt standen seit Sonntagabend 2.500 Feuerwehrleute im Bundesland im Einsatz. Ihr Hauptaugenmerk lag darauf, die Straßen wieder für den Verkehr freizumachen.

© APA/Fotokerschi.at/Jodts Auch in Oberösterreich hinterließ der Sturm seine Spuren

In Münzkirchen erfasste Sonntagabend eine Windböe einen Anhänger, der einen Swimmingpool geladen hatte. Das Schwimmbecken war zuvor auf einer Messe ausgestellt worden und sollte zum Händler zurückgebracht werden. Wegen des starken Windes kippte das Gespann aber seitlich um. Die Feuerwehr war vier Stunden lang damit beschäftigt, es wieder aufzurichten um es abzutransportieren.

© APA/Fotokerschi.at/Privat

Kärnten: Mehrere Bäume entwurzelt

Mehrere Feuerwehreinsätze hat es am Montag in Kärnten wegen starker Sturmböen gegeben. Wie die Polizei in einer Aussendung mitteilte, wurden im Gemeindegebiet von Seeboden (Bezirk Spittal an der Drau) mehrere Bäume entwurzelt. Sie blieben teilweise auf Straßen liegen und beschädigten Stromleitungen, weshalb es zu Verkehrsbehinderungen und Stromausfällen kam.

Am frühen Nachmittag deckte eine Sturmböe ein Gebäude neben einem Wohnhaus in St. Veit an der Glan ab: Das Blechdach stürzte auf ein Nachbargrundstück. Die Freiwillige Feuerwehr St. Veit und ein Dachdeckerunternehmen entsorgten das Dach. Verletzt wurde in beiden Fällen niemand.

Tirol: Wohnhaus beschädigt

In Söll in Tirol (Bezirk Kufstein) hat am späten Sonntagabend ein Sturm schweren Schaden an einem Wohnhaus angerichtet. Eine rund 32 Quadratmeter große Wellblechabdeckung eines Holzstapels wurde gegen das Dach geschleudert, berichtete die Polizei. Dabei wurden der Balkon, die Vordachkonstruktion und die Dacheindeckung des Hauses schwer beschädigt.

© APA/Zoom.Tirol Ein Föhnsturm deckte das Blechdach eines landwirtschaftlichen Gebäudes ab

Vorarlberger: Absagen der Funkenfeuer

Sturmwind hat am Sonntagnachmittag und -abend in Vorarlberg zu Absagen der traditionellen Funkenfeuer geführt. 17 der rund 100 über das ganze Land verteilten Funken wurden aus Sicherheitsgründen nicht angezündet und sollen erst diese Woche in Brand gesteckt werden. Die Feuerwehren verzeichneten 19 Einsätze, um umgestürzte Bäume oder Bauzäune aus dem Weg zu räumen. Verletzt wurde niemand.

Die Funkenfeuer bilden den traditionellen Abschluss der Vorarlberger Fasnacht, mit denen der Winter ausgetrieben wird. Am Sonntag aber demonstrierte das Wetter seine Macht und verhinderte vielerorts das Abbrennen der Funken. In 17 Fällen fassten die jeweiligen Funkenzünfte aus Sicherheitsgründen der Entschluss, auf das Anzünden der geschlichteten Holzhaufen zu verzichten. Diese Funken sollen aber in den kommenden Tagen bzw. spätestens am nächsten Wochenende lodern, wie die Zünfte bekannt gaben. Das gilt auf für Bartholomäberg (Bez. Bludenz), wo der Funken am Sonntagnachmittag umgestürzt war.

Wie gefährlich das Hantieren mit Feuer am Sonntag war, zeigte sich in Vandans (Bez. Bludenz), wo laut ORF Radio Vorarlberg eine Thujenhecke aufgrund von Funkenflug in Brand geriet. Die Funken stammten von einem etwa 40 Meter entfernten, bereits abgelöschten Lagerfeuer auf dem Funkenplatz.

Ausblick: Wind legt sich erst am Dienstag

Die stärksten Sturmböen sollten zwar vorbei sein, aber der Wind bleibt am Montag und in der Nacht auf Dienstag im Großteil Österreichs noch stark bis stürmisch. Das teilte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Montagvormittag mit. Erst am Dienstag selbst soll der Wind dann deutlich schwächer werden.

Mit bis zu 163,1 km/h tobte der Sturm an der Messstation Semmering/Sonnwendstein in Niederösterreich (1.500 Meter Seehöhe) in den vergangenen 24 Stunden am stärksten. Windspitzen bis zu 151,9 km/h wurden auf dem Feuerkogel (1.618 Meter) in Oberösterreich gemessen, auf Platz drei war der Buchberg in Niederösterreich (460 Meter) mit bis zu 139 km/h. Über die Jubiläumswarte in Wien fegte der Sturm immerhin noch mit bis zu 124,2 km/h. Im Westen des Landes war es auf dem Tiroler Galzig in 2.079 Metern Seehöhe am windigsten - mit Spitzen von bis zu 125,3 km/h. In Vorarlberg erreichte der Sturm auf dem Valluga auf 2.805 Metern bis zu 112,7 km/h.

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