Wetter spielt derzeit total verrückt: Mehr als 100 Tote bei Unwettern in ganz Asien!

Zahl der Opfer durch Sturm "Prapiroon" steigt auf 57 Fast 130 Tote durch Überschwemmungen in Äthiopien

Sintflutartige Regenfälle haben am Wochenende in Indien, Pakistan und China mehr als 100 Menschen das Leben gekostet. Im Nordwesten Pakistans stürzte während eines Unwetters eine Brücke ein und riss mindestens 40 Menschen in den Tod. Mit weiteren Todesopern wurde gerechnet. In China stieg die Zahl der Opfer durch den Tropensturm "Prapiroon" auf 57. In Westindien kenterte ein Boot mit 30 Menschen an Bord auf einem reißenden Fluss. Nur acht Menschen konnten ans Ufer schwimmen, mindestens sechs kamen ums Leben.

Auf der Brücke im pakistanischen Mardan, rund 50 Kilometer westlich von Peshawar, befanden sich nach Angaben von Augenzeugen zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 200 Menschen. Fußgänger und Autos stürzten in die Tiefe. Rettungskräfte bargen 40 Leichen, bevor die Suche am Samstagabend mit Einbruch der Dunkelheit eingestellt wurde. Sie wurde am Sonntag wieder aufgenommen. Angehörige von Vermissten verbrachten die Nacht in der Nähe des Unglücksortes und halfen bei der Suche. Die genaue Zahl der Vermissten war nicht bekannt.

In China riss der Tropensturm "Prapiroon" Häuser ein und löste Springfluten und Erdrutsche aus. Am schwersten betroffen war die Provinz Guangdong, wo 38 Menschen getötet wurden, seit der Sturm am Donnerstag die Küste erreichte. In der benachbarten Region Guangxi kamen 19 Menschen ums Leben, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die Opfer wurden von Erdrutschen begraben, erlitten Stromschläge oder wurden von herabstürzenden Trümmerteilen erschlagen. Insgesamt wurden 46.000 Häuser zerstört.

Der Schaden wurde auf 2,4 Milliarden Yuan (240 Millionen Euro) geschätzt. Die betroffenen Gebiete waren zum Teil erst im Juli von Tropensturm "Bilis" heimgesucht worden, der mehr als 600 Chinesen in den Tod riss. Der nach dem thailändischen Regengott benannte "Prapiroon" hatte auf den Philippinen bereits sechs Menschen das Leben gekostet.

In Indien kam wegen der heftigen Regenfälle der Schienen- und Bahnverkehr in der Umgebung der Metropole Bombay zeitweise zum Erliegen. Im Bezirk Nanded wurden 25 Dörfer überflutet, wie ein Fernsehsender berichtete. Im Süden des Landes, wo den Unwettern in der vergangenen Woche 43 Menschen zum Opfer fielen, entspannte sich die Lage dagegen. Die Pegel in mehreren Flüssen gingen zurück, erklärten die Behörden. Mehr als 130.000 Menschen lebten allerdings immer noch in Notunterkünften.

Auch in Afghanistan führten heftige Regenfälle zu Überschwemmungen. In der Provinz Ghasni im Süden des Landes kamen mindestens drei Menschen ums Leben, 1.600 Häuser wurden zerstört, wie ein Sprecher des Gouverneurs erklärte. Außerdem seien 250 Geschäfte und viele Hektar Ackerland vernichtet worden. Man habe die Regierung und Hilfsorganisationen um Hilfe gebeten.

Fast 130 Tote durch Überschwemmungen in Äthiopien
Bei Überschwemmungen in Äthiopien sind mindestens 129 Menschen ums Leben gekommen. Nach heftigen Regenfällen wurden mehrere Dörfer in der Region Dire Dawa im Osten des Landes überflutet, wie Ärzte und Rettungskräfte am Sonntag mitteilten. Bisher seien 129 Leichen geborgen worden, sagte der Polizeisprecher Beniam Fikru.

Rund 50 Menschen wurden verletzt, wie ein Arzt im Krankenhaus von Dilchora der Nachrichtenagentur AFP sagte. Mitarbeiter des Roten Kreuzes warnten, die Opferzahl könne noch erheblich steigen; rund 200 Menschen wurden vermisst. Polizei und Helfer durchsuchten die überschwemmten Dörfer. "Das Unglück ist riesig", sagte ein Rotkreuz-Vertreter. Mehrere tausend Menschen wurden obdachlos.

Einem Augenzeugen zufolge wurden die meisten Opfer im Schlaf von den Fluten überrascht und weggerissen. Nachdem es mehr als anderthalb Stunden heftig geregnet hatte, war der Fluss Dire Dawa in der Nacht über die Ufer getreten. Er habe sich auf das Dach seines Hauses retten können, sagte der Augenzeuge Abaye Baheru. "Von dort aus sah ich, wie Männer, Frauen und Kinder vom Wasser weggetragen wurden, während sie um Hilfe schrien." Mehr als 100 Häuser und Geschäfte wurden laut Augenzeugen zerstört, Viehherden und Fahrzeuge weggeschwemmt.

Im vergangenen Jahr waren in derselben Region mindestens 200 Menschen durch Überschwemmungen nach Regenfällen ums Leben gekommen. Mehr als 260.000 Menschen wurden obdachlos. (apa/red)