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Die Hitzewelle kommt

Meteorologen prognostizieren bis zu 36 Grad am Donnerstag

Hitze © Bild: Istockphoto.com/Milovan Knezevic

In den nächsten Tagen ist Schwitzen angesagt: Von Dienstag bis Freitag ist in Teilen Österreichs laut Meteorologen eine Hitzewelle zu erwarten. Am Donnerstag sind laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sogar bis zu 36 Grad möglich.

"Wir sind am Beginn einer für Juni doch sehr ungewöhnlich langen und intensiven Hitzewelle", sagt Klimatologe Alexander Orlik von der ZAMG in einer Aussendung. Ob es für einen Rekord reicht, lässt sich allerdings jetzt noch nicht sagen. Die bisher längste Hitzewelle mit Start im Juni war im Jahr 2012 mit 14 Tagen in Serie von mindestens 30 Grad.

Prognose für die nächsten Tage

Am Mittwoch wird es heiß mit Tagehöchsttemperaturen zwischen 27 bis 34 Grad. Im Berg- und Hügelland steigt laut ZAMG die Schauer- und Gewitterneigung an. Der Wind weht schwach bis mäßig, meist aus Nordwest bis Nord.

Am Donnerstag klettern die Temperaturen dann schon auf bis zu 36 Grad. Im Bergland ist die Gefahr von Wärmegewittern erneut hoch. In der Früh hat es 15 bis 22 Grad, tagsüber bewegen sich die Temperaturen zwischen 30 und 36 Grad. Am Freitag überwiegt ebenfalls noch der Sonnenschein, auch wenn es vermehrt zu örtlichen Regenschauern oder Gewittern kommen kann. Abkühlung bringen diese allerdings nicht: Es bleibt heiß bei Tageshöchsttemperaturen zwischen 29 und 35 Grad. Ähnliche Temperaturwerte werden auch für den Samstag erwartet.

Ein Ende der Hitzewelle ist noch nicht in Sicht. Zumindest bis Mitte nächster Woche bleibt uns das hochsommerliche Wetter mit Hitze, Sonne und Gewittern auf jeden Fall erhalten, wie Orlik mitteilt. Die Höchsttemperaturen liegen in den nächsten Tagen verbreitet um 30 Grad, mit Spitzenwerten um 36 Grad.

Ein neuer Hitzerekord?

Die Temperaturen könnten in den nächsten Tagen vereinzelt auch Österreichs Juni-Hitzerekord nahe kommen. Dieser liegt bei 38,6 Grad, gemessen am 20. Juni 2013 an der ZAMG-Wetterstation in Waidhofen/Ybbs. Auf dem zweiten Platz liegen Bad Deutsch-Altenburg und Wien-Innenstadt mit 37,7 °C, gemessen am 30. Juni 2012.

Die derzeitige Hitzewelle könnte auch dafür sorgen, dass sich der Juni 2017 unter die wärmsten Junimonaten der 250-jährigen Temperatur-Messgeschichte in Österreich einreiht. "Ein Platz unter den drei wärmsten Junimonaten ist sehr realistisch", sagt Klimatologe Orlik.

Vor allem Wien ist von der Hitze betroffen: Die ZAMG hat bereits die Magistratsabteilung 15 Landessanitätsdirektion gewarnt, dass ab dem 21. Juni 2017 mit hoher Hitzebelastung (ab 35 °C) zu rechnen ist. Betagte, pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen sind besonders gefährdet.

Tipps zum Schutz gegen die Hitze

Ab 35 Grad ist mit einer hohen Hitzebelastung für den menschlichen Körper zu rechnen. "Bei hohen Temperaturen kommt es nicht selten zu gesundheitlichen Problemen, insbesondere bei älteren Menschen, Säuglingen, Kleinkindern, chronisch kranken Patienten und Personen, die im Freien arbeiten", teilt Elisabeth Zwingraf vom Samariterbund Wien in einer Aussendung mit. Aber auch junge Menschen sind gefährdet. Sie würden bei Hitze oft ihre Leistungsfähigkeit überschätzen und viel zu wenig trinken.

1. Nur leichte Mahlzeiten

Besonders wichtig sei es, sich bei Sport im Freien oder Open-Air-Events wie etwa beim kommenden Donauinselfest vor der Hitze zu schützen: "Es ist ratsam, anstrengende körperliche Tätigkeiten am besten in die frühen Morgen- oder Abendstunden zu verlegen und leichte Mahlzeiten zu essen", sagt Zwingraf.

2. Genügend trinken

Zu den typischen Notfällen im Sommer zählen laut Samariterbund der Sonnenbrand, der Sonnenstich und durch Flüssigkeitsverlust ausgelöste Hitzekrämpfe, Hitzestau bis hin zum Kreislaufkollaps. "Durch das Schwitzen verliert der Körper viel Flüssigkeit, aber auch Elektrolyte; deswegen sollte man bei Hitze viel trinken, am besten Leitungswasser, Mineralwasser oder verdünnte Fruchtsäfte", rät Zwingraf. Besonders ältere Menschen würden oft weniger Durst verspüren und dadurch auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr vergessen. Getränke, die Alkohol, Zucker oder Koffein beinhalten, dehydrieren den Körper nur noch weiter.

3. Geeigneter Sonnenschutz

Tagsüber sollte man sich im Schatten oder in abgedunkelten Räumen aufhalten, wie die Experten raten. Bei dringend notwendigen Tätigkeiten im Freien ist auf Sonnenschutz, Kopfbedeckung und luftige Kleidung, am besten aus Baumwolle, zu achten. Besonders Kinder sollten auch im Wasser eine Kopfbedeckung tragen, um die Gefahr eines Sonnenstichs zu vermindern. "Kühlen Sie den Körper durch Duschen oder kalte Wickel regelmäßig ab, um Hitzeschäden zu vermeiden", sagt Zwingraf.

»Lassen Sie Säuglinge, Kleinkinder und Tiere bei Hitze niemals allein im Auto zurück!«

Treten dennoch Symptome wie Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Krämpfe oder Benommenheit auf, ist ärztliche Hilfe einzuholen. Patienten mit Hitzesymptomen geht es bereits meist während des Transportes ins Krankenhaus besser, da die Einsatzfahrzeuge des Samariterbundes mit Klimaanlagen ausgestattet sind. "Achten Sie bitte nicht nur auf sich selbst, sondern ganz besonders auch auf Kinder und ältere Menschen in Ihrem Umfeld und zögern Sie nicht, bei kritischen Anzeichen unter der Nummer 144 einen Notruf abzusetzen. Und ganz wichtig: Lassen Sie Säuglinge, Kleinkinder und Tiere bei Hitze niemals allein im Auto zurück! Auch wenn Sie nur für wenige Minuten unterwegs sind", sagt die Expertin abschließend.

Im Video:
Unterschätzte Gefahr Hitzetod: So schnell steigt die Temperatur in einem geschlossenen Auto

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