Westbahn von

Pannen und Drohungen

Privatzug fällt wegen Defekt aus. Wehinger drohte User via Facebook mit Anwalt.

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    Ab sofort fährt die Westbahn zwischen Wien und Salzburg. Die Mitarbeiter tragen eine eigene Uniform.

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    Die neue Bahn wirbt mit modernen Zügen.

Lange ist die mehrheitlich private Westbahn noch nicht unterwegs, und schon reiht sie sich nahtlos in beste Eisenbahntraditionen ein: Sie hatte ihre erste Panne. Dienstag früh ist ein Zug zwischen Salzburg und Wien liegengeblieben und fiel in der Folge komplett aus. "Grund für den Ausfall war eine Elektronikstörung in einem Zug, die Steuerung funktionierte nicht mehr", bestätigte der Pressesprecher Manfred Mader. Und dann drohte der Chef persönlich auch noch seinen Facebook-Usern.

Mittlerweile konnte der betroffene Zug repariert werden. "Ab 15.00 Uhr wird er wieder in den Fahrplan eingereiht", so Mader. Insgesamt ist die Westbahn auf der Strecke zwischen Salzburg und Wien mit sieben Zügen unterwegs.

"Wir können allerdings auch mit sechs - wie es derzeit der Fall ist - den Fahrplan ohne Probleme einhalten", erklärte der Pressesprecher. "Durch kurze Wenden in Wien werden wir den restlichen Fahrplan des Tages einhalten", meldete die Westbahn auf ihrer Facebook-Seite.

Westbahn drohte Facebook-User mit Klage
Zunächst setzte das Unternehmen auf seiner Facebook-Seite eine Art Kopfgeld auf einen nächtlichen Graffitisprayer aus, dann griff Westbahn-Chef Manfred Wehinger persönlich in die Tasten und drohte einem User wegen eines Kommentars mit Klage. Die Internetcommunity reagierte mit Hohn, wie auf zahllosen Einträgen zu lesen war. Das Unternehmen nahm die Panne kleinmütig zur Kenntnis. Man habe möglicherweise zu harsch formuliert "und die Community hat es uns sofort zurückgezahlt", räumte Sprecher Manfred Mader ein.

Grundsätzlich ist man in dem Unternehmen mit den Möglichkeiten von Facebook und Twitter hochzufrieden, betonte Mader. Schließlich habe man W-LAN im Zug und die Kunden könnten ihre Kritik und Bedürfnisse daher auch unmittelbar äußern. "Das ist für uns auch ein wichtiges Feedback-Mittel."

"Möglicherweise zu drastisch" formuliert
Dass man "möglicherweise zu drastisch" formuliert habe, könne sein, sagte er. Allerdings habe der betreffende User geschrieben, die Westbahn-Lokführer würden regelmäßig Warnsignale überfahren, was lebensgefährlich sei. Einen solchen Vorwurf könne man als junges Unternehmen nicht stehen lassen. Der User habe den Vorwurf schließlich selbst gelöscht.

Kommentare

Westbahn Wenn deren Züge aus der gleichen Fabrik kommen wie die der ÖBB, dann gute Nacht Westbahn. Der Winter wird hart, denn diese Züge funktionieren bestenfalls bei Schönwetter bedingt fehlerfrei. Fragt die leidgeprüften Pendler, die können euch Klagelieder singen.

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JA ZU WESTBAHN! Technischer Defekt oder höhere Gewalt sind entschuldbar, ansonsten sind mir bei Fahrten mit der Westbahn, keine nennenswerten Gründe für Beschwerden, aufgefallen!

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Re: JA ZU WESTBAHN! Ziemlich wehleidig die Herrschaften von der Westbahn! Jeder Künstler weiß, dass Kritik das Brot der Künstler ist um besser zu werden. Die Formulierung man "habe" womöglich zu harsch formuliert zeigt, wie dünnhäutig diese Leute, die angeblich in der Privatwirtschaft "gestählt" worden sind, in wirklich sind. Sie haben nicht "möglicher Weise" zu harsch fromuliert sondern Sie haben bei weitem mit Ihrer Kritik und "Drohung" über das Ziel hinausgeschossen. Senken Sie die Köpfe und sagen Sie mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa und beten Sie zehn "Vater unser" als Buse!

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