Werder hofft aufs "Wunder an der Weser":
Nach Pleite bei Espanyol hilft nur noch Beten

0:3 in Barcelona: Spanisches Finale zum Greifen nah Unerwartete Niederlage von Sevilla gegen Pamplona

Werder hofft aufs "Wunder an der Weser":
Nach Pleite bei Espanyol hilft nur noch Beten

Bei Werder Bremen hofft man im UEFA-Cup auf das "Wunder an der Weser". Nach einer 0:3-Schlappe im Semifinal-Hinspiel bei Espanyol Barcelona muss in der Hanse-Stadt freilich Übernatürliches passieren, um ein rein spanisches Finale im UEFA-Cup in Glasgow am 16. Mai zu verhindern. Im zweiten Semifinale musste Titelverteidiger FC Sevilla in Pamplona einen unerwarteten 0:1-Rückschlag einstecken.

Eher zaghaft erinnerte Werder-Trainer Thomas Schaaf an jene Spiele, in denen scheinbar unaufholbare Rückstände umgedreht wurden. "Dass wir in Bremen einiges bewegen können, haben wir schon öfter gezeigt", sagte Schaaf, doch selbst Nationalspieler Miroslav Klose gab zu: "Das Wunder von der Weser, das ist schwer in den Kopf zu kriegen."

Für Klose selbst setzte es nach einer erschreckend schwachen Leistung heftige Kritik von Seiten der mitgereisten Fans. "Wir wollen keine Bayern-Schweine", schrie ein Teil der rund 500 mitgereisten Bremer Anhänger in Anspielung auf Wechselgerüchte des Stürmers zum Liga-Rivalen Bayern München.

Dreimal in der Vereinsgeschichte schafften es die Bremer, einen Drei-Tore-Rückstand nach dem Hinspiel noch in einen Aufstieg umzuwandeln. 1987 gelang dieses Kunststück im UEFA-Cup gegen Spartak Moskau, 1988 zog Dynamo Berlin im Landesmeister-Bewerb den Kürzeren. Das jüngste "Wunder" gelang Werder in der UEFA-Cup-Saison 1999/2000, als Olympique Lyon nach einem 0:3 in Frankreich im Weser-Stadion 4:0 abserviert wurde. Ein gewisser Andreas Herzog traf damals per Elfmeter zum 2:0.

Auch drei Tore können aufgeholt werden
Entgegenkommen könnte Werder, dass Espanyol schon einmal schlechte Erfahrungen mit einer deutschen Mannschaft gemacht hat. 1988 scheiterten die Spanier im UEFA-Cup-Finale nach einem 3:0 im Hinspiel noch im Elfmeterschießen an Bayer Leverkusen.

"Meine Erfahrung aus dem Spiel in Leverkusen hat mich gelehrt, vorsichtig an diese Dinge heranzugehen", meinte Espanyol-Coach Ernesto Valverde, der vor 19 Jahren selbst im Trikot der Verlierer steckte. "An dieses Endspiel darf Espanyol nicht mehr denken", schrieb auch die spanische Tageszeitung "Marca".

Unerwartete Niederlage von Sevilla in Pamplona
Titelverteidiger FC Sevilla erlebte im Kampf um den erneuten Final-Einzug eine böse Überraschung und musste nach dem unerwarteten 0:1 bei CA Osasuna kritische Kommentare über sich ergehen lassen. "Sie machten den Eindruck, an Händen und Füßen gefesselt zu sein", befand die Zeitung "As" über den Tabellenzweiten der spanischen Primera Division und "El Pais" schrieb: "Dem FC Sevilla steckte die Angst in den Gliedern."

Angesichts Sevillas schwacher Leistung war der Sieg der Gastgeber durch Soldados Kopfballtor mehr als gerechtfertigt. "Wir haben in keinem Augenblick zu unserem Spiel gefunden", musste Trainer Juande Ramos eingestehen.

Für Verwirrung sorgte Schiedsrichter Eric Braamhaar, der in der 66. Minute plötzlich das Spielfeld verließ. Der Niederländer musste nach einem Muskelfaserriss im Oberschenkel ersetzt werden. "Wir haben mit so viel Druck gespielt, dass selbst der Unparteiische aufgeben musste", scherzte Osasuna-Stürmer Savo Milosevic.

(apa/red)