"Werde besseren Job machen müssen":
Obama räumt nach Niederlage Fehler ein

Übernimmt Verantwortung für die Wirtschaftslage Demokraten mit herben Verlusten bei Kongresswahl

"Werde besseren Job machen müssen":
Obama räumt nach Niederlage Fehler ein © Bild: Reuters

Nach der Niederlage seiner Demokraten bei der Kongresswahl hat US-Präsident Barack Obama eigene Fehler eingeräumt und die Verantwortung für die schleppende Wirtschaftserholung übernommen. Er bekenne sich zur "direkten Verantwortung für die Tatsache, dass wir nicht so viel Fortschritt gemacht haben, wie es nötig gewesen wäre", sagte Obama bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. "Ich werde einen besseren Job machen müssen, genauso wie alle anderen in Washington auch."

Obama wertete das Ergebnis der Wahl, bei der seine Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus verloren hatten, als Ausdruck einer "tiefen Unzufriedenheit" der Wähler. Zwar habe sich die Wirtschaft stabilisiert, sagte Obama. "Zu viele Amerikaner haben bislang noch nicht gespürt, dass es aufwärts geht." Das Wahlergebnis zeige seiner Ansicht nach aber nicht, dass die Wähler seine Politik pauschal ablehnten.

Obama rief die Republikaner, ohne die er keine Gesetze mehr im Kongress verabschieden lassen kann, zu Kompromissbereitschaft auf. Allerdings räumte er auch ein, dass eine Zusammenarbeit nicht leicht sein werde. "Keine Partei wird diktieren können, wie es nun weitergeht", sagte Obama . "Wir werden Gemeinsamkeiten und Kompromisse finden müssen." Dies werde angesichts der polarisierten politischen Stimmung "nicht einfach" sein.

Obama freut sich auf gute Ideen
Als dringliche Ziele nannte Obama die Sanierung das Staatshaushalts, die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der USA, den Ausbau sauberer Energien und die Bildungspolitik. "Ich freue mich darauf, gute Ideen zu hören", sagte Obama. Er sei bereit, Vorschläge der Republikaner aufzunehmen. Republikaner und Demokraten müssten "zusammenkommen und Ideen entwickeln, die sich um die Sorgen der Bürger kümmern".

Obama signalisierte auch Bereitschaft zu Kompromissen bei der umstrittenen Gesundheitsreform. Wenn die Republikaner Ideen für Änderungen hätten, etwa zur geringeren Belastung von kleineren und mittleren Betrieben, könne man dies in Betracht ziehen.

(apa/red)