"Werde 200 Prozent für Österreich geben": Debütant Atan will bei der EURO dabei sein

Ehrgeizig: Teamneuling träumt von spanischer Liga Atan soll jetzt im rechten Mittelfeld für Druck sorgen

"Werde 200 Prozent für Österreich geben": Debütant Atan will bei der EURO dabei sein

In Cem Atan darf ein Spieler aus dem 22-Mann-Kader der Nationalmannschaft erstmals Teamluft schnuppern. Der Mittelfeldspieler leistete in dieser Saison einen nicht unwesentlichen Beitrag zum Höhenflug des aktuellen Tabellenzweiten SV Mattersburg und wurde dafür vor den Länderspielen gegen Ghana und Frankreich mit einer Nominierung belohnt.

Diese Chance will der 21-Jährige im Hinblick auf die Heim-Europameisterschaft 2008 unbedingt nützen. "Wenn ich gegen Ghana oder Frankreich spiele - egal ob fünf Minuten oder eine halbe Stunde - werde ich 200 Prozent geben", versprach Atan. "Für mich wäre es eine große Ehre, bei der EURO dabei zu sein."

Mit seiner Einberufung hat der Offensivspieler insgeheim schon spekuliert. "Eine Überraschung war es eigentlich nicht. Ich habe mir schon gedacht, dass mich der Teamchef irgendwann holt - ich war auf jeden Fall immer bereit."

Schwächen im Defensiv-Verhalten
Die Nominierung verdankt Atan vor allem seinem ständigen Offensivdrang auf der rechten Seite. Die Qualitäten im Spiel nach vorne sind der große Trumpf des potenziellen Team-Debütanten. "Meine Stärken habe ich bei Eins-zu-Eins-Situationen, in punkto Schnelligkeit, Kopfballspiel und Zweikämpfe. Meine Schwächen liegen sicher im Defensiv-Verhalten", gab Atan zu.

Diesbezüglich habe er in den vergangenen Monaten von Mattersburg-Trainer Franz Lederer schon einiges dazu gelernt, "und ich werde sicher weiter dazu lernen, allein schon jetzt, wenn ich beim Team bin".

Erst im Jänner 2006 stieß der Rechtsfuß nach einem Jahr beim damaligen Regionalligisten Hartberg zu den Mattersburgern, davor hatte Atan in seiner Zeit bei den Rapid Amateuren auch knapp drei Monate unter der Leitung des nunmehrigen Teamchefs Josef Hickersberger mit der Hütteldorfer Kampfmannschaft trainiert.

Atan träumt von der spanischen Liga
Begonnen hatte er seine Laufbahn als Stürmer beim SC Wiener Neustadt, wo damals sein SVM- und nun auch ÖFB-Kollege Christian Fuchs engagiert war. Während Fuchs direkt nach Mattersburg ging, fand Atan erst über Umwege den Weg ins Pappelstadion - und ist nun heilfroh, im Burgenland gelandet zu sein. "Rapid ist ein großartiger Klub mit einem guten Umfeld, aber in Mattersburg ist der Vorteil, dass alles kleiner und familiärer ist."

Die Kleinstadt-Idylle könnte dem Mittelfeldspieler noch länger erhalten bleiben, auch wenn sein Vertrag in Mattersburg mit Saisonende ausläuft. Es besteht eine beidseitige Option auf Verlängerung um drei Jahre, und die dürften sowohl der SVM als auch Atan selbst in Anspruch nehmen.

"Mein Ziel ist es zwar, es einmal ganz nach oben zu schaffen und vielleicht einmal in Spanien zu spielen, aber ich bin jetzt noch nicht so weit. Ich will in Mattersburg bleiben, das ist wichtig für meine Entwicklung."

(apa/red)