Werberat alarmiert: Gewalt und Sexismus in der Werbung 2005 deutlich angestiegen!

Bearbeitete 285 Beschwerden, meistens zu TV-Spots Negativ: Handel, Dienstleistungen und Nahrungsmittel

Werberat alarmiert: Gewalt und Sexismus in der Werbung 2005 deutlich angestiegen!

Der österreichische Werberat (ÖWR) hat Bilanz über das Jahr 2005 gezogen: Mit 285 Beschwerden zu 110 Werbekampagnen gab es im Vorjahr deutlich mehr Beanstandungen als noch 2004 (181 Beschwerden zu 39 Kampagnen). Der Werberat wollte diesen Anstieg aber nicht auf die gesunkene Werbequalität sondern vielmehr auf den wachsenden Bekanntheitsgrad des ÖWR zurückführen. Die meisten Einsprüche richteten sich gegen Gewalt und Brutalität, gefolgt von Erniedrigung und sexistischer Werbung.

Bei 13 Kampagnen forderte der Werberat den sofortigen Stopp. Darunter fiel zum Beispiel ein Sujet von "Golf Week" auf dem eine Dame zu sehen war, die in der unteren Gesichtshälfte schwer von einem Golfball getroffen wurde. Der Aufhänger lautete: "Treffen Sie ihre Kolleginnen." Der ÖWR forderte mit dem Hinweis der Gewaltverherrlichung den Stopp dieser Werbung.

Meist am Rande der Legalität
In den meisten Fällen wurde die Einstellung einer bestimmten Werbung deshalb gefordert, weil Randbereiche der Wirtschaftskriminalität, wie zum Beispiel irreführende Zahlscheinwerbung, berührt wurden. Die Mehrzahl der insgesamt 285 Beschwerden ergingen gegen das Werbemedium TV-Spot, gefolgt vom Plakat und dem "Direct Mail".

Beschwerden oft schlecht begründet
Betroffen waren vor allem die Branchen Handel, sonstige Dienstleistungen sowie der Nahrungs- und Genussmittelbereich. Bei einigen Beanstandungen befand der ÖWR das Eingreifen nicht für notwendig oder fühlte sich nicht zuständig. Der Werberat konstatierte auch eine sinkende Qualität der Beschwerden, da diese oftmals keine klar nachvollziehbare Begründung enthielten. (APA/red)