Wer folgt auf Wulff? von

Deutschland sucht den Präsidenten

Schwierige Verhandlungen in Berlin - Lammert offenbar aus dem Rennen

Wer folgt auf Wulff? - Deutschland sucht den Präsidenten © Bild: Reuters

Die Suche nach dem Nachfolger von Christian Wulff gestaltet sich schwierig: Laut Insider-Kreisen wird Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) nun doch nicht nicht mehr als Nachfolger des zurückgetretenen deutschen Bundespräsidenten gehandelt. Aus CSU-Kreisen heißt es, Lammert habe abgesagt. Als ein möglicher Kandidat wird noch der frühere evangelische Bischof Wolfgang Huber gehandelt. Aber auch gegen ihn gibt es Vorbehalte.

Am Vormittag hatten die Spitzen der schwarz-gelben Koalition unter Leitung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) rund zwei Stunden im Kanzleramt über die Nachfolge Wulffs beraten. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, hieß es am Samstag in Berlin aus Koalitionskreisen.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte der "Bild am Sonntag": "Die Gespräche in der Koalition sind auch nach unserem Treffen am Samstag noch nicht beendet. Erst wenn diese Gespräche abgeschlossen sind, werden wir auf die Opposition zugehen." Spekulationen über Namen oder andere Vorfestlegungen seien zum jetzigen Zeitpunkt fehl am Platz, sagte Kauder. "Wichtig ist, dass wir uns erst einmal in der Koalition einigen. Das gehört sich so", fügte der Fraktionschef hinzu.

Kürzeste Amtszeit
Wulff hatte am Freitag mit sofortiger Wirkung sein Amt aufgegeben . Der 52-Jährige zog damit die Konsequenzen aus der Affäre um mögliche Vergünstigungen von befreundeten Unternehmern, die sich schon seit Mitte Dezember hinzog. Mit nur 598 Tagen war Wulff so kurz im Amt wie noch nie ein Präsident zuvor.

Die Staatsanwaltschaft Hannover nahm am Samstag die Ermittlungen gegen Wulff auf. Dabei geht es konkret um dessen Beziehungen zu dem Filmproduzenten David Groenewold. Mit nur 598 Tagen war Wulff so kurz im Amt wie kein anderer deutscher Bundespräsident.