Wer wird neuer Sportdirektor bei Rapid? Andreas Herzog Kandidat für Schöttel-Erbe

Entscheidung soll bis spätestens 9. Dezember fallen Hütteldorfer dementieren Einbindung von Hans Krankl

Seit Peter Schöttel seinen Rückzug als Sportdirektor Rapids verkündet hat, werden immer wieder Namen wie Heribert Weber, Zlatko Kranjcar, Jan-Aage Fjörtoft oder Ladislav Maier ins Spiel um die Nachfolge des 39-jährigen Wieners gebracht. Der Kreis der Spekulationen hat sich nun vergrößert. Andreas Herzog soll mithelfen, die erstmals in der 107-jährigen Geschichte das Bundesliga-Tabellenende zierenden Hütteldorfer aus der sportlichen Krise zu führen.

"Es werden derzeit mit vielen potenziellen Kandidaten Gespräche gesucht oder geführt. Der Verein versucht alles, um bis nach dem letzten Liga-Spiel des Jahres am 9. Dezember in Ried einen neuen Sportdirektor zu präsentieren", sagt Rapid-Pressesprecher Sharif Shoukry. Wer weiß, vielleicht "liegt" der 103-malige ÖFB-Teamspieler schon am 10. Dezember unter dem Christbaum der klubinternen Weihnachtsfeier in der Vösendorfer Pyramide.

Das auch sein Name ins Spiel gebracht worden ist, überraschte Herzog selbst. "Mit mir hat bisher niemand gesprochen", sagte Österreichs Rekordteamspieler gegnüber der APA.

So lange sich am Status quo nichts ändert, wolle er darüber auch gar nicht nachdenken. "Über ungelegte Eier redet man nicht. Außerdem habe ich Spaß an meinem derzeitigen Job. Dass ich ein Rapidler bin, ist aber logisch und allgemein bekannt", fügte der Wiener hinzu. Er versicherte gleichzeitig, keine Erkundigung über eine möglichen Vertragsauflösung mit seinem aktuellen Arbeitgeber ÖFB einzuholen.

Dementi zu Krankl
Vehement dementierten die Günweißen hingegen Meldungen, wonach Hans Krankl in anderer Funktion ebenfalls zu seinem Stammverein zurückkehren könnte. "Eine Einbindung von ihm, in welcher Funktion auch immer, war am Montag in der Kuratoriumssitzung kein Thema", meinte Shoukry. Trainer Peter Pacult hatte dabei die sportliche Situation dargelegt und nochmals den Wunsch nach Verstärkungen bekundet.

Internationale Kontakte
Herzog, seit 2005 EM-Botschafter und seit heuer Assistent von ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger, brächte ohne Zweifel das Zeug mit, um seinen Ex-Verein wieder auf die Beine zu helfen. Der 38-Jährige verfügt über gute Kontakte im In- und Ausland, versteht das Metier, kennt die Szene und wird von den Rapid-Fans akzeptiert. Der Wiener gewann mit dem Klub 1987 das Double und ein Jahr später den Meistertitel. 1992 lotste ihn Trainer Otto Rehhagel zu Werder Bremen.

An der Weser ließ sich Herzog einmal als Meister (1992) sowie je zweimal als Cupsieger (1993, 1999) und Supercup-Gewinner (1992, 1993) feiern. 1995 war der Wiener zum FC Bayern gewechselt, kehrte aber nach dem UEFA-Cup-Triumph 1996 den Bayern wieder den Rücken und in den Norden zurück. Herzog nahm an zwei WM-Endrunden (1990, 1998) teil und wurde 1992 von den österreichischen Bundesliga-Trainern zum "Spieler des Jahres" gekürt.

Er bestritt in der deutschen Liga 264 Partien und erzielte 61 Tore, den ÖFB-Teamdress trug er als Rekord-Internationale 103-mal, kam dabei auf 26 Tore. Im Jänner 2004 holte ihn der spätere DFB-Teamchef Jürgen Klinsmann zu Los Angeles Galaxy, wo er seine großartige Karriere nach einer Saison ausklingen ließ.

(apa/red)