Wer ist jetzt Präsident der FP-Akademie? Rätselraten um Anwärter Stadler und Kabas!

Unterschiedliche Angaben über Abstimmungsergebnis Laut Strache ist Kabas Präsident, laut Stadler Stadler

Wer ist jetzt Präsident der FP-Akademie? Rätselraten um Anwärter Stadler und Kabas!

Bei der Hauptversammlung des Vereins Freiheitliche Akademie dürfte es turbulent zugegangen sein. Die beiden Kontrahenten FPÖ-Chef Heinz Christian Strache und der aus der Partei ausgetretene Ewald Stadler machten nach der Sitzung diametral unterschiedliche Angaben darüber, wer nun Präsident des Vereins ist. Strache, der gemeinsam mit sieben weiteren Personen das Wiener Hotel Regina vorzeitig verließ, sprach von einer statutenkonformen Abstimmung, bei der FPÖ-Volksanwalt Hilmar Kabas zum Präsidenten gewählt worden sei. Stadler wiederum sagte, mit 12 von 13 Stimmen bestätigt worden zu sein.

Strache sprach von einem einstimmigen Beschluss, der Abgeordnete Karlheinz Klement (F) sagte, es hätten alle Wahlberechtigten, also aus seiner Sicht FPÖ-Mitglieder, mitgestimmt. Von einem angeblichen Druck und Ausschlussdrohungen wollte er nichts wissen. Nach Angaben Klements wurde auch ein neuer Vorstand gewählt: Kabas, Klement als Vize, Werner Neubauer als Finanzreferent und Strache.

In der Sitzung waren anfangs insgesamt 21 Personen vertreten, acht davon haben sie vorzeitig verlassen. Das waren nach Angaben von Sitzungsteilnehmern neben Strache, Kabas und Klement die Abgeordneten Neubauer, Gerhard Kurzmann sowie Hans Weixelbaum, FP-Anwalt Johannes Hübner und RFJ-Obmann Johann Gudenus. Laut Stadler haben von den übrig gebliebenen 13 zwölf für ihn gestimmt. Die verbliebenen Stadler-Getreuen hielten nach der Hauptversammlung eine Vorstandssitzung ab.

Von einer Abstimmung, bei der Kabas zum Präsidenten gewählt worden sei, wollte der frühere Volksanwalt nichts wissen, er wisse aber nicht, was Strache und seine Leute "vor der Tür oder in der Garderobe gemacht haben". Diese hätten seiner Darstellung nach "unter Protest die Sitzung verlassen". Kabas sei sicher nicht Präsident der Freiheitlichen Akademie, er werde aber vielleicht "Präsident der Mondlandschaft, wenn er so weitertut". Es sei ordnungsgemäß abgestimmt worden, einzig Strache und seine Freunde hätten "die Nerven hingeschmissen", weil die Abstimmung geheim abgehalten worden sei. Auf die angeblichen Drohungen mit Parteiausschluss angesprochen meinte er, von Dritten davon gehört zu haben. Es sei aber nicht seine Sache, wenn sich Abgeordnete "demütigen lassen". Er warf der Parteispitze vor, ihr würde es nicht um die Akademie gehen, sondern nur um das Geld dieser. Die von Kabas genannten 250.000 Euro bestätigte er allerdings nicht, es solle sich um weniger handeln. Er müsste sich gegenüber dem Rechnungshof für die Finanzgebarung des Vereins verantworten und werde daher nicht zulassen, dass diese von der Partei "geplündert" werde.