Wer wird Österreich regieren?Mehrheit
glaubt nicht an baldiges SPÖ-ÖVP-Kabinett

49 % befürchten Rückschritt mit Großer Koalition

Laut einer Umfrage des Klagenfurter Humaninstitutes bewerten 52 Prozent der Österreicher die Chancen als gering, dass noch vor Weihnachten eine Große Koalition zu Stande kommt. Nur 27 Prozent hegen hier große Hoffnungen, 21 Prozent sehen zumindest die Chance auf die baldige Bildung einer SPÖ-ÖVP-Regierung als gegeben an.

Ein überraschendes Ergebnis erbrachte die Frage, wie man vom Gefühl her die mögliche "Wiedergeburt" einer Großen Koalition bewerte. Während sich bisher eine klare Mehrheit der Wahlberechtigten für eine solche Konstellation ausgesprochen hat, sehen in dieser Humaninstitut-Umfrage 49 Prozent darin einen "Rückschritt". 29 Prozent orten in einer rot-schwarzen Zusammenarbeit eine "Chance", 22 Prozent geben sich hier unentschieden.

Auf die Frage nach der Motivation der beiden Parteien, eine Regierungspartnerschaft anzustreben, stellt für 42 Prozent der österreichweit insgesamt 800 befragten Personen der "Wille zur Macht" die Causa Prima dar. 32 Prozent konnten sich in der Befragung mit der vorgegebenen Antwort "Streben nach Ämtern" identifizieren, nur 21 Prozent glauben an eine "politische Verantwortung" der beiden Parteien beziehungsweise ihrer Proponenten. Für fünf Prozent ist überhaupt "kein Motiv erkennbar".

Vier Antwortmöglichkeiten wurden auch bei der Frage "Was verbinden Sie mit einer Großen Koalition?" angeboten. Die größte Zustimmung mit 87 Prozent erhielt dabei die Antwort "Proporz bei der Verteilung der Macht und Postenvergabe", gefolgt von "Kompromisse bei Entscheidungen" mit 82 Prozent sowie "Wirtschaftliche Stagnation" (72 Prozent) und "Sozialer Friede durch Sozialpartnerschaft" mit 66 Prozent.

Noch nicht zwischen den möglichen Partnern SPÖ und ÖVP aufgearbeitete Themen sind für 82 Prozent der Befragten die Eurofighter, für 77 Prozent die Causa BAWAG/ÖGB, für 71 Prozent die Gesamtschule und für 68 Prozent die Frage der Studiengebühren.

(apa/red)